„37°“-Reportage: Rennfahrerin Sophia Flörsch will in die Formel 1

  • Frauen, die in die oft noch immer so genannten „Männerberufe“ streben, haben es nach wie vor mit Vorurteilen und Klischees zu tun.
  • Einige von ihnen wehren sich dagegen, zum Beispiel die Rennfahrerin Sophia Flörsch.
  • Über ihr Ziel in der Formel 1 zu starten, kommt nun eine Reportage heraus.
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Mit gut 300 Sachen über eine Rennstrecke brettern: Davon träumen fraglos einige Männer. Sophia Flörsch macht so was beruflich. Die 20-Jährige ist Deutschlands erfolgreichste Rennfahrerin.

Ihre Erfolge in dieser bis ins letzte Ventil von Männern bestimmten Domäne: beachtlich! Die Münchnerin startete von 2016 bis 2017 in der deutschen Formel-4-Meisterschaft. In dieser Saison erzielte als erste Frau Punkte und stand 2017 im zweiten Rennen am Sachsenring als erste Frau auf dem Podest. 2020 fuhr Flörsch in der FIA-Formel-3-Meisterschaft 2020. Einer ihrer Gegner hieß David Schumacher. Er ist der Sohn von Cora und Ralf Schumacher.

Indes wurde kürzlich ihr nächster Karrieresprung bekannt. Flörsch wechselt zur neuen Saison in die DTM. Sie startet in einem Audi R8 LMS GT3. Und das ausgerechnet beim amtierenden Meisterteam Abt Sportsline. Der neue Rennzyklus beginnt am dritten Juni-Wochenende (18. bis 20. Juni) in Monza in Italien.

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Schwerer Unfall – elfstündige Operation

Im Film von Antje Diller-Wolff, der nun im Rahmen von „37°“ am Dienstag, 13. April (22.15 Uhr) im ZDF zu sehen ist, definiert Flörsch sogar weitere Ziele. Sie strebt einen Startplatz in der Formel 1 an. Dass die Rennfahrerin hart im Nehmen und damit auch geschaffen für die Königsklasse des Motorsports ist, musste sie bereits beweisen. Beim legendären Macau Grand Prix hatte Flörsch im Alter von 18 Jahren einen schweren Unfall.

Sie kollidierte bei einer Geschwindigkeit von etwa 276 Kilometern pro Stunde seitlich mit einem anderen Fahrzeug. Sie durchschlug einen Begrenzungszaun und donnerte in ein mobiles Podest. Es folgte eine elfstündige Operation. Mehrere Wirbelbrüche und eine Kompression des Wirbelkanals mussten behoben werden. Die schwere Verletzung brachte Flörsch jedoch nicht zum Einlenken. Im Gegenteil! Sie sagt, dass Frauen im Rennsport endlich die gleichen Rechte bekommen sollten wie die männlichen Kollegen. Sie selbst stünde männlichen Rennfahrern in nichts nach.

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Leidenschaft im Gerstensaft

Weil sie’s eben können, brechen Frauen wie Flörsch durchaus erfolgreich, wenn auch weiterhin in viel zu geringer Anzahl, in bisherige Männerdomänen ein. Dabei muss es nicht immer eine pfeilschnelle Rennliga sein. Doreen Gaumann aus Bremen beispielsweise ist gelernte Braumeisterin. In Deutschland ist so etwas eine Seltenheit. Auch in ihrem Betrieb ist sie die einzige Frau. In ihrem Beruf fährt sie unter anderem Gabelstapler oder erfindet eine neue Biersorte.

Erzählt Gaumann von ihrer Leidenschaft, dem Bierbrauen und was genau dafür benötigt werde, dann seien die Männer zunächst erstaunt, so die Bremerin. Manche Männer würden dann aber auch auf dem Absatz kehrtmachen, wenn sie bemerken, dass sie ihnen eine echte Expertin im Gerstensaft gegenüber sitzt. Gaumann kann manchmal darüber schmunzeln.Sie hofft, dass sie ein Vorurteil gegenüber Frauen zumindest etwas entschärfen konnte.

RND/Teleschau

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