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Fox-News-Host Tucker Carlson verbreitet rassistische Verschwörung – Rücktritt gefordert

  • Tucker Carlson ist einer der kontroversesten und erfolgreichsten Moderatoren des rechten US-Senders Fox News.
  • In einer Sendung am Donnerstag hat er nun eine rassistische Verschwörungstheorie verbreitet.
  • Kritiker sind – nicht zum ersten Mal – empört: Der Vertreter einer Menschenrechts­organisation fordert seinen Rücktritt.
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Schon wieder sorgt der kontroverse Moderator Tucker Carlson des rechtskonservativen US-Senders Fox News für Empörung. Der 51-Jährige verbreitete in einer Show am Donnerstag die rassistische „Replacement“-Verschwörungstheorie (zu Deutsch: Austausch), die in rechtsextremen Kreisen beliebt ist.

Diskussion über Migration

In einer Diskussion über Migration sagte er: „Ich weiß, dass die Linke und Leute auf Twitter buchstäblich hysterisch werden, wenn man den Begriff ‚Replacement‘ verwendet und wenn man in den Raum wirft, dass die Demokratische Partei versucht, die aktuelle Wählerschaft mit neuen Menschen, mehr gehorsamen Wähler aus der Dritten Welt, zu ersetzen.“

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„Aber sie werden hysterisch, weil genau das passiert“, so Carlson unter anderem im Gespräch mit dem konservativen Journalisten Mark Steyn. „Sagen wir es doch einfach: Es ist wahr!“ Für ihn sei das eine Frage der Wählerrechte. „Wenn man die Bevölkerung verändert, verwässert man die politische Macht der Menschen, die dort leben“, erklärte Carlson seine krude Theorie. „Jedes Mal, wenn sie also einen neuen Wähler importieren, werde ich als aktueller Wähler entmündigt.“

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Theorie unter Rechtsextremen verbreitet

Die antisemitische und rassistische „Replacement“-Theorie ist besonders in rechtsextremen Kreisen verbreitet. Wie die „New York Times“ berichtet, handelt sie von der Vorstellung, dass weiße Frauen immer weniger Kinder bekommen und die Geburtenrate sinkt, weswegen die weiße Bevölkerung durch nicht weiße Menschen ersetzt werde. In der Vergangenheit wurde die Theorie auf rechtsextremen Demonstrationen und Fackelmärschen in den USA verbreitet, als Rassisten beispielsweise im US-Staat Virginia im Jahr 2017 die Parolen „Juden werden uns nicht ersetzen“ und „Ihr werdet uns nicht ersetzen“ skandierten. Auch der Schütze, der 2019 in El Paso, Texas, 22 Menschen ermordete, bezog sich laut CNN darauf.

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Jonathan Greenblatt von der einflussreichen US-Menschenrechts­organisation Anti-Defamation League forderte auf Twitter den Rücktritt des Moderators, der mit „Tucker Carlson Tonight“ auch eine eigene Fox-News-Show hat.

„Die ‚Replacement‘-Theorie ist ein rassistischer Grundsatz, dass die weiße Rasse durch die Migration von Nichtweißen in Gefahr sei. Sie ist antisemitisch, rassistisch und giftig. Sie hat die Ideologie der Schützen in El Paso, Christchurch und Pittsburgh geprägt. Tucker muss gehen.“

Bisher hat sich Carlson nicht zu der Rücktrittsforderung geäußert. Es ist aber auch nicht das erste Mal, dass der Moderator mit seinen Aussagen heftige Kritik auslöst. Im August 2020 verteidigte er beispielsweise einen weißen 17-Jährigen, der bei Black-Lives-Matter-Protesten in Kenosha in Wisconsin zwei Demonstranten erschossen hatte. Im März 2021 machte er sich lustig darüber, dass das US-Militär nun Fluganzüge für schwangere Soldatinnen produziert. „Schwangere Frauen werden in unseren Kriegen kämpfen. Das ist eine Verhöhnung des US-Militärs“, sagte er.

Ein Rücktritt des rechtskonservativen Moderators und jahrelangen Trump-Verteidigers ist unwahrscheinlich. „Tucker Carlson Tonight“ ist eine der erfolgreichsten Shows im US-amerikanischen Kabelfernsehen, damit ist der Moderator äußerst wertvoll für Fox News. Knapp drei Millionen Zuschauer schauten sich seine Sendung zuletzt an.

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