Foto in der „heute-show“: ZDF entschuldigt sich bei Heilbronner Polizisten

  • Das Foto eines Polizisten in der ZDF-„heute-show“ sorgt für Ärger.
  • Nun hat sich das ZDF für den Fehler entschuldigt und das Bild aus dem Beitrag entfernt.
  • Für den betroffenen Polizeibeamten sei die Sache damit „erledigt”.
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Mainz. Das ZDF hat sich für eine Szene in der „heute-show“ bei einem Heilbronner Polizeisprecher entschuldigt. Dieser hatte zuvor mit einer Klage gedroht. „Wir haben es versäumt, das Einverständnis des auf dem Bild gezeigten Polizeisprechers einzuholen“, sagte ein Sprecher des Senders auf Anfrage des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND). „Dafür, dass das nicht geschehen ist, bitten wir den Betroffenen um Entschuldigung.“

Der betroffene Polizist will die Entschuldigung akzeptieren. Das ZDF habe sich bei ihm gemeldet, sagte er am Donnerstag gegenüber der dpa. Damit sei die Sache für ihn erledigt.

Die Satiresendung hatte in einem Beitrag über Cannabis das Bild des Polizisten gezeigt, jedoch verfremdet. Auf der Fotomontage zündet der Polizeibeamte einer Frau einen Joint an. Der Polizist selbst wusste laut der „Heilbronner Stimme“ gar nichts von seinem „Glück“: Er wurde vorher nicht gefragt.

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Innenminister fordert Klarstellung

Der Fall hatte in den sozialen Netzwerken für Diskussionen gesorgt – und sogar in der Politik. Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl hatte am Mittwoch eine Entschuldigung des Senders gefordert.

Satire dürfe zwar viel, sagte der CDU-Politiker. „Hier ist dem Sender aber wohl ein handwerklicher Fehler unterlaufen. Wo gearbeitet wird, passiert auch mal ein Fehler.“ Er forderte eine Klarstellung des ZDF.

Szene inzwischen verpixelt

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Die Redaktion der Sendung habe das Bild über eine Fotoagentur erworben, erklärte der Sender. „Mit der Darstellung sollte dem Polizisten keine bestimmte Handlung oder Absicht zu diesem Thema unterstellt werden.“

Noch bis zum Vormittag war die umstrittene Szene in der Mediathek und auf Youtube zu sehen. Inzwischen ist der Polizist verpixelt. „Das Foto im betreffenden Beitrag wird in der Mediathek und für die Wiederholung der Sendung unkenntlich gemacht“, heißt es vom ZDF.

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Klage könnte Erfolg haben

Mit einer Klage hätte der betroffene Polizist durchaus Erfolg haben können: Wie der Medienanwalt Christian Solmecke gegenüber dem RND sagte, könnte der Zuschauer die Montage in der Sendung für echt halten. „Dann wäre der Ruf des Polizisten gefährdet. Er könnte in diesem Fall also wahrscheinlich Unterlassung, Richtigstellung und gegebenenfalls Schadensersatz vom ZDF verlangen“, so Solmecke.

Der Polizist selbst hatte von seinem unfreiwilligen TV-Auftritt von Kollegen erfahren. „Mittlerweile erreichen mich E-Mails und Anrufe von vielen Seiten“, sagte er der „Heilbronner Stimme“.