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Felix Lobrecht bei Luisa Neubauer: „Fridays for Future ist so ein Gymnasiastending“

Der Comedian Felix Lobrecht bezeichnet die Klimabewegung Fridays for Future in Luisa Neubauers Podcast als „Gymnasiastending“. (Archivbild)

In der aktuellen Folge des Podcasts „1,5 Grad“ spricht Fridays-for-Future-Aktivistin Luisa Neubauer mit einem Gast, den viele wohl nicht bei ihr erwarten würden: Comedian Felix Lobrecht. Die beiden sind befreundet, sie plaudern zunächst über Lobrechts gerade beendete Saftkur und über den neuen Netflix-Erfolg „Don‘t Look Up“. Neubauer habe geweint, weil der als Parabel auf die Klimakrise gesehene Film ihr Leben sei – Lobrecht habe hingegen über die schwarze Komödie gelacht.

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Das Hauptthema der Folge ist jedoch nicht der satirische Film, sondern die Frage: Wie kann es gelingen, dass sich alle Gesellschaftsschichten für den Klimaschutz interessieren? Lobrecht, der selbst aus dem Berliner Brennpunktbezirk Gropiusstadt stammt, argumentiert: Fridays for Future spreche zu sehr die weiße Mittelschicht an. Damit schließe die Organisation viele Menschen und ihre Lebensrealität von vornherein aus.

Lobrecht: Das Problem der Klimaaktivisten ist ihre Sprache

Er selbst hätte sich als Teenager auch nicht für die Aktivisten interessiert, sagt er. Erst als zur Europawahl 2019 die Klimakrise das bestimmende Thema wurde, sei sein Interesse geweckt worden. Das Problem sei die Sprache. „Die Klimaaktivisten sprechen zu akademisch und wannabe-intellektuell“, sagt Lobrecht. Die Masse der Menschen würden sie damit nicht ansprechen. „Fridays for Future ist so ein Gymnasiastending.“

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Die Lösung für dieses Problem? In der Schule über die Klimakrise informieren – in einfacher Sprache. Außerdem wünsche sich Lobrecht, dass Fridays for Future nicht nur in Berlin-Mitte demonstrierten, sondern auch in Bezirken wie Neukölln. Dadurch würden sich die Menschen dort eher von den Protesten angesprochen fühlen.

Die Möglichkeit, klimafreundlich zu leben, habe für Lobrecht auch eine persönliche Note. Bei steigenden Bahnpreisen müsse eine Familie überlegen, wie sie in den Urlaub komme. Damit am Ende des Monats noch Geld für den Einkauf übrig bleibe, fiele die Wahl auf einen günstigen Flug statt eine klimafreundliche Bahnfahrt. Diese Überlegungen kenne er aus seiner Jugend nur allzu gut.

Früher sei er mit dem öffentlichen Nahverkehr gefahren, heute habe Lobrecht „ein relativ großes Auto“, gibt er zu. „Ich hatte früher, als ich noch ein armer kleiner Assi-Junge war, eine viel bessere Ökobilanz als jetzt.“ Laut Lobrecht sei es noch immer so: Wer „es geschafft hat“, fahre ein größeres Auto und mache Urlaub an entlegeneren Orten. Lobrecht sieht vor allem die Politik in der Pflicht, etwas gegen das Auseinanderdriften der Klassen in der Klimakrise zu tun. Sie müsse Bildung für alle ermöglichen und den Anreiz für nachhaltige Entscheidungen schaffen.

RND/jle

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