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„Fatales Signal“: ARD-Autoren protestieren gegen Kürzung der Politikmagazine

  • Die ARD will die Ausstrahlungstermine der Politikmagazine deutlich zusammenkürzen, den „Weltspiegel“ auf den späten Montagabend verlegen und die „Story im Ersten“ komplett streichen.
  • Gegen diese Pläne protestieren mehr als 80 Autorinnen und Autoren.
  • Die Rolle der Politikmagazine und Formate sei heute wichtiger denn je, schreiben sie in einem Brief.
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München. Mehr als 80 Autorinnen und Autoren der ARD protestieren gegen die Pläne der ARD-Programmdirektion für die Politikmagazine und die „Story im Ersten“. Die Rolle von Politikmagazinen und Formaten wie der „Story im Ersten“ sei heute wichtiger denn je, schreiben sie in einem Brief. Dies Angebote bildeten „mit ihren Recherchen in einer Zeit der Desinformation und Fake-News ein wichtiges Gegengewicht“. Und sie seien „ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal des öffentlich-rechtlichen Rundfunks“.

Die ARD-Programmdirektion plant, die Zahl der Ausgaben der Politikmagazine von 90 auf 66 zu kürzen. Das Investigativ-Format „Die Story im Ersten“ soll wegfallen. Die ARD-Programmdirektoren wollen in ihrer Sitzung am Dienstag und Mittwoch über die Pläne beraten.

Es sei sinnvoll, die Mediathek mit Dokumentationen zu stärken, schreiben die Autoren, doch es stelle sich die Frage: „Warum wird eine investigative und etablierte Dokumentationsreihe im Ersten linear gestrichen?“ Die geplanten Reformen würden „die investigative , politische Berichterstattung deutlich beschneiden“. Das sei ein „fatales Signal“ nach innen und nach außen.

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Kritik von Georg Restle

Der Leiter der „Monitor“-Redaktion im WDR Georg Restle twitterte am Montag, die Pläne seien ein „Irrweg“ und schrieb: „Das Dokumentarische hat seinen wichtigen Platz in der Mediathek UND im linearen Angebot. Das darf aber nicht auf Kosten von ‚Weltspiegel‘ und ‚Monitor“ gehen.“ Magazine und deren Stoffe seien wichtig, weil über vieles Relevante sonst nicht mehr berichtet würde, schrieb Restle: „Alles, was zu aktuell fürs Dokumentarische und zu lang fürs Aktuelle ist.“

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Die Pläne der ARD drohten, den Senderverbund „in die Trivialisierung zu führen“, schrieb der Journalist. Sie beraubten die ARD ihres entscheidenden Wettbewerbvorteils: „Seriöse Information, die gesellschaftliche Debatten anstößt - und führt.“

66 statt 90 Ausgaben der Politikmagazine

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Die ARD-Programmdirektion will das Programm im Ersten umbauen und die Mediathek des Senderverbunds stärken. Unter anderem soll im Ersten der „Weltspiegel“ von seinem angestammten Sendeplatz am Sonntag um 19.20 Uhr auf Montag 22.50 Uhr verlegt werden. Des weiteren sollen die Politikmagazine am Dienstag und Donnerstag seltener senden. Geplant sind nur noch insgesamt 66 Ausgaben der Magazine „Fakt“, „Kontraste“, „Monitor“, „Panorama“ sowie „Report Mainz“ und „Report München“ pro Jahr, bisher waren es insgesamt 90.

Die „freigewordenen Kapazitäten“ sollen die Magazin-Redaktionen laut Papier „für investigative filmische Formate“ nutzen, „die sich unter einem einheitlichen Label in der Mediathek wiederfinden'“, aber auch statt der Magazine auf den Sendeplätzen am Dienstag und Donnerstag gesendet werden sollen. Auch Talkshow-Formate und „personality-driven“ Showformate sind für die Mediathek geplant. Das Papier wurde von ARD-Programmdirektorin Christine Strobl, ihrem Stellvertreter Florian Hager und Chefredakteur Oliver Köhr verfasst.

RND/epd

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