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  • Große Whatsapp-Störung: Instagram und Facebook auch down - weltweite Meldungen über Ausfälle

Facebook, Instagram und Whatsapp stundenlang nicht zu erreichen: weltweite Meldungen über Ausfälle

  • Über Stunden hinweg waren die Facebook-Dienste Instagram, Whatsapp und Facebook von einer massiven Störung betroffen.
  • Zehntausende Nutzerinnen und Nutzer meldeten Ausfälle der Websites und Apps.
  • Erst kurz vor Mitternacht zeichnete sich eine Besserung ab.
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Hamburg. Die drei Facebook-Dienste Instagram, Whatsapp und Facebook waren am Montag stundenlang von einer größeren weltweiten Störung betroffen. Im Netz, etwa auf Twitter oder dem deutschen Portal allestörungen.de, berichten hunderttausende Nutzerinnen und Nutzer von Ausfällen.

Erst kurz vor Mitternacht zeichnete sich eine Besserung ab: Sowohl die Websites und Apps von Facebook und Instagram als auch der Messengerdienst Whatsapp funktionierten bei ersten Nutzerinnen und Nutzern wieder.

Die Funktionen der einzelnen Dienste waren aber zunächst teilweise eingeschränkt. Bei Facebook war es beispielsweise zunächst nicht möglich, Beiträge zu posten, bei Instagram funktionierten die beliebten „Stories“ nicht.

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Was Facebook selbst zum Problem sagt

Das Unternehmen selbst sprach am Abend von „Netzwerk­problemen“. Technologiechef Mike Schroepfer schrieb auf Twitter: „*Aufrichtig* Entschuldigung bei allen, die derzeit von Ausfällen bei Facebook-basierten Diensten betroffen sind. Wir haben Netzwerk­probleme und die Teams arbeiten so schnell es geht daran, die Fehler zu beheben und sie so schnell wie möglich wiederherzustellen.“

Für einige Webexperten sah es nach einem Problem mit dem DNS-Service aus. Davon ist auch in einer Fehlermeldung auf der Facebook-Website die Rede. Dieser Dienst sorgt unter anderem dafür, dass mit Buchstaben eingetippte Websitenamen in die IP-Adressen übersetzt werden, damit diese angesteuert werden können.

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Weltweite Ausfälle: Facebook, Instagram und Whatsapp für viele Nutzer nicht verfügbar
0:52 min
Seit Montag sind Facebook-Dienste wie das Onlinenetzwerk und Whatsapp für viele Nutzer nicht erreichbar.  © dpa

Der Technikchef des Cloud-Dienstleisters Cloudflare, John Graham-Cumming, verwies darauf, dass Nutzer und auch Software weiterhin versuchten, Facebook-Dienste anzusteuern. Das sorge für einen massiven Anstieg der Auslastung anderer DNS-Dienste, schrieb er bei Twitter.

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Als eher unwahrscheinlich gilt ein Cyberangriff. Die „New York Times“ zitiert anonym einige Facebook-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter. Demnach sei die Technologie hinter den verschiedenen Apps so unterschiedlich, dass ein Hack wahrscheinlich nicht alle gleichzeitig betreffen würde. Laut John Graham-Cumming liege das Problem wahrscheinlich eher bei den Servern von Facebook.

Facebook äußert sich

Andy Stone, Kommunikationschef von Facebook, äußerte sich am Abend zu den Problemen auf Twitter, ohne jedoch Gründe zu nennen. „Uns ist bekannt, dass einige Nutzer Probleme beim Zugriff auf unsere Apps und Produkte haben. Wir arbeiten daran, die Dinge so schnell wie möglich wieder in den Normalzustand zu bringen, und entschuldigen uns für etwaige Unannehmlichkeiten.“

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Die Twitter-Accounts von Instagram und Whatsapp veröffentlichten ähnliche Beiträge.

Probleme mit anderen Online­diensten

Auf den Störungs­plattformen meldeten Nutzer zum Teil Probleme auch mit anderen Online­diensten, die sich jedoch zunächst nicht weiträumig bestätigten. So liefen beim großen Web­dienstleister AWS von Amazon, auf den viele Start-ups und große Unternehmen zurückgreifen, laut der Statusseite alle Angebote normal.

DNS-Störungen passieren immer wieder mal. So hatte eine davon im Juli dafür gesorgt, dass zahlreiche Websites zeitweise nicht erreichbar waren. Auslöser waren damals Probleme beim Web­dienstleister Akamai. Die Zentralisierung der Netz­infrastruktur bei großen Anbietern sorgt dafür, dass der Ausfall bei einer Firma gleich viele Dienste und Websites vom Netz reißen kann.

Auch Anfang Juni waren bereits zahlreiche Websites weltweit nach einer Störung beim Cloud-Dienst Fastly rund eine Stunde nicht erreichbar gewesen. Damals betroffen waren unter anderem die Seite der britischen Regierung, die Plattform Reddit sowie die Nachrichten­portale des „Guardian“, der „New York Times“, der „Financial Times“ und der französischen Zeitung „Le Monde“.

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Großes Problem für Facebook

Ausfälle der Facebook-Dienste treten relativ selten auf, haben aber große Auswirkungen – immerhin gehören Whatsapp, Instagram und Facebook selbst zu den bekanntesten Apps weltweit.

Das Unternehmen selbst gibt sich oft bedeckt in Bezug auf die Ursachen von Störungen. 2019 hatte es beispielsweise den bislang größten Ausfall seiner Art gegeben – als Grund gab das Unternehmen schließlich „routinemäßige Wartungsarbeiten“ an.

Hinter den Kulissen sind derartige Ausfälle allerdings eine große Sache. 2019 berichtete das Techportal „The Verge“ über ein geleaktes Transkript mit Aussagen von Facebook-CEO Mark Zuckerberg. Demnach könnten derartige Probleme dazu führen, dass sich Nutzerinnen und Nutzer Konkurrenzprodukten zuwenden. Schlimmstenfalls dauere es „Monate“, bis sie Vertrauen zurückgewinnen und die Plattformen von Facebook wieder nutzen – wenn sie überhaupt zurückkommen.

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Ärger mit Whatsapp: Was macht eigentlich ICQ?
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Seit die Kritik an Whatsapp wächst, ist plötzlich ein alter Bekannter wieder im Gespräch: ICQ. Könnte der Messengerdino eine Alternative sein?  © RND

Konzern enorm unter Druck

Für den Konzern war die Störung am Montag nicht die einzige schlechte Nachricht des Tages. Eine ehemalige Mitarbeiterin hatte den Techriesen kurz zuvor in die schwerste Krise seit dem Skandal um Cambridge Analytica gestürzt. Eine Artikelserie im „Wall Street Journal“ hatte enthüllt, dass Facebook um seinen schlechten Einfluss auf junge Menschen weiß.

Am Sonntag gab sich das Gesicht hinter den Insider­informationen zu erkennen: die 37-jährige Frances Haugen. Sie hatte selbst bis Mai dieses Jahres bei Facebook gearbeitet – nun bringt sie das Netzwerk unter politischen Druck.

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Haugen sagte dem „Wall Street Journal“, sie sei frustriert gewesen, weil Facebook nicht ausreichend offen damit umgehe, dass das Online­netzwerk Schaden anrichten könne. Auch sei ihr Eindruck gewesen, dass Facebook weiter auf Wachstum gesetzt habe, obwohl dem Unternehmen negative Auswirkungen der Plattform auf die Nutzerinnen und Nutzer bekannt gewesen seien.

„Es gab Interessen­konflikte zwischen dem, was für die Öffentlichkeit gut war und was für Facebook gut war“, sagte Haugen bei „60 Minutes“. Und Facebook habe sich immer und immer wieder dafür entschieden, für eigene Interessen das Geschäft zu optimieren.

RND/msc/dpa

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