Ex-Profifußballer Dennis Aogo gibt Boris Palmer bei „Markus Lanz“ Rückendeckung

  • Der ehemalige Profifußballer Dennis Aogo hat bei „Markus Lanz“ den Grünen-Politiker Boris Palmer in Schutz genommen.
  • Seiner Kritik an einer „Cancel Culture“ stimme er zu, sagte er.
  • Sprachlich habe sich Palmer aber einen unverzeihlichen Fehltritt geleistet.
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Eine Whatsapp-Nachricht von Jens Lehmann an Dennis Aogo schlägt bis heute hohe Wellen: Der ehemalige Fußballnationalspieler verlor seinen Posten im Aufsichtsrat des Bundesligisten Hertha BSC, die Fernsehsender Sky und Sport 1 wollen ihn nicht mehr einladen. Er hatte in einer – offenbar aus Versehen an den Betroffenen selbst geschickten – Whatsapp-Nachricht den Ex-Fußballer Dennis Aogo als „Quotenschwarzen“ bezeichnet. Nur kurz darauf sorgte ausgerechnet Aogo selbst für den nächsten Eklat, als er in einer Livesendung von „trainieren bis zum Vergasen“ sprach. Auch er musste seinen Job als Sky-Experte aufgeben.

Aogo über Lehmann: „Jeder Mensch macht Fehler“

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Die vergangenen Tage seien ein „Wechselbad der Gefühle“ gewesen, erklärte der 34-jährige Aogo nun am Donnerstag­abend bei „Markus Lanz“ in dessen Talkshow. Er habe „eine schwierige Woche“ hinter sich, er und seine Familie hätten zahlreiche Hassnachrichten und Morddrohungen erhalten. Trotzdem sei es die richtige Entscheidung gewesen, die Nachricht von Jens Lehmann zu veröffentlichen. Er habe gewollt, „dass es zu einer Diskussion kommt“: Auch wenn er Jens Lehmann nicht für einen Rassisten halte, sei ihm der Inhalt wichtig gewesen. „Das, was für den einen ein Scherz ist, kann auf der anderen Seite jemanden total verletzen.“

Nachdem Lehmann ihn am Telefon mehrfach um Verzeihung gebeten habe, sei das Thema zwischen den ehemaligen Fußballprofis für ihn aber erledigt: „Jeder Mensch macht Fehler.“ Nach einer aufrechten Entschuldigung müsse man verzeihen können, so Aogo. Das gelte auch für ihn selbst: „Ich habe mich entschuldigt für etwas, was ich nicht wollte, und trotzdem ging es immer weiter.“

Aogo: Palmers Sprache ist das Problem

Als Lanz auf „das dritte Kapitel“ des Skandals zu sprechen kam, stellte sich Aogo überraschenderweise auf die Seite von Grünen-Politiker Boris Palmer. Der Tübinger Oberbürgermeister hatte in einem Facebook-Kommentar diffamierende Aussagen eines Fake-Accounts zitiert und wollte damit laut eigener Aussage satirisch die Entrüstung der Öffentlichkeit aufs Korn nehmen. Da er dafür das N-Wort nutzte, wurde nun ein Parteiausschlussverfahren gegen Palmer eingeleitet.

Aogo kritisierte die Medien, die den originalen Post des Fake-Profils nicht hinterfragt hätten. Der Kommentar sei „völlig aus der Luft gegriffen“ gewesen. Boris Palmer stimme er aber zu – zumindest teilweise. „Inhaltlich bin ich bei Palmer“, so Aogo. Die Sprache sei „das Problem, wofür er sich auch verantworten muss“, meinte der Ex-Fußballprofi. Ansonsten sehe auch er die Äußerung als berechtigte Kritik an einer „Cancel Culture“.

RND/Teleschau

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