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Ex-Fußballer Otto Addo bei Markus Lanz über Rassismus: „Für mich war das leider normal“

  • Rassismus im Profifußball ist immer noch ein großes Thema.
  • Das zeigt auch der Dokumentarfilm „Schwarzer Adler“, der am Freitag seine Free-TV-Premiere im ZDF feiert.
  • Einen Tag zuvor sprachen die Fußballer Gerald Asamoah, Otto Addo und Patrick Owomoyela bei „Markus Lanz“ über ihre Erfahrungen mit Rassismus.
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Es waren berührende Szenen, die sich am vergangenen Samstag kurz nach Anpfiff des EM-Spiels Belgien gegen Russland abspielten: Die belgische Nationalmannschaft kniete auf dem Platz, um ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen; ihre russischen Gegner blieben stehen. Dies ist nur ein Beispiel, welches am Donnerstagabend in der ZDF-Talkshow von Markus Lanz diskutiert wurde. Anlässlich der Free-TV-Premiere der Dokumentation „Schwarzer Adler“ (Freitag, 18. Juni, 23.30 Uhr, ZDF) sprach der Moderator über Rassismus im Fußball. Zu Gast waren Ex-Nationalspieler Gerald Asamoah, Ex-Bundesliga-Profi und Fußballtrainer Otto Addo, Ex-Fußballprofi Patrick Owomoyela, CDU-Politikerin Serap Güler und Fußballtrainer Ewald Lienen.

„Wenn du Fußballer bist und der einzig Schwarze, merkst du schon, dass du mehr tun musst, um deine Ziele zu erreichen“, erklärte Asamoah gleich zu Beginn. Gleichzeitig habe er durch sein Fußballtalent allerdings erstmals Anerkennung auf dem Schulhof erlangt. Bei Owomoyela hingegen begannen die Anfeindungen erst durch seine Fußballerkarriere: Sobald er überregional unterwegs war, hätten die Leute im Stadion Bananen nach ihm geworfen oder Affenlaute von sich gegeben.

„Leute haben durch Gerald begriffen, dass es auch schwarze Deutsche gibt“

Doch es war Otto Addo, der die berührendsten Geschichten erzählte: „Seit ich denken kann, werde ich mit Rassismus konfrontiert“, erinnerte er sich. Ob im Kindergarten, in öffentlichen Verkehrsmitteln oder auf dem Fußballplatz: „Für mich war das leider normal.“ Dies sei so weit gegangen, dass er als kleiner Junge auf dem Weg zum Fußballtraining jeden Tag von demselben Auto verfolgt wurde. Seiner Mutter erzählte er damals nichts. Zu groß sei seine Angst gewesen, nicht mehr Fußball spielen zu dürfen.

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Addo entschied sich später, nicht in der deutschen Nationalelf zu spielen: „Wenn die erste Frage ist: Woher kommst du? - dann fühlst du dich nicht als Deutscher“, erklärte er. Dass sein Freund und Kollege Asamoah für die Deutschen spielte, habe er lange nicht verstanden. Schließlich seien sie doch gemeinsam angefeindet worden. Mit der Zeit habe er aber verstanden: „Okay, die Leute haben durch Gerald begriffen, dass es auch schwarze Deutsche gibt.“ Dies sei toll und „ein super Zeichen“.

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Asamoah, Addo und Owomoyela wirkten am Dokumentarfilm „Schwarzer Adler“ mit

Asamoah, Addo und Owomoyela wirkten auch am Dokumentarfilm „Schwarzer Adler“ mit. Unter dem Untertitel „Wie rassistisch ist der deutsche Fußball?“ steht dabei die Sicht der Deutschen auf schwarze Fußballstars im eigenen Land im Mittelpunkt. In über 100 Filmminuten zeigt der Filmemacher Torsten Körner Beispiele rassistischer Anfeindungen aus der Vergangenheit und Gegenwart und lässt die Betroffenen selbst zu Wort kommen.

RND/Teleschau

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