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Deutschland wieder Vorletzter beim ESC: Die Pleitenserie geht weiter

  • Seit 2013 hat es Deutschland beim ESC nur ein einziges Mal in die Top Ten geschafft.
  • Zweimal landeten wir auf dem letzten, dreimal auf dem vorletzten Platz.
  • Die Antihasshymne von Sänger Jendrik stieß nur auf wenig Gegenliebe.
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Rotterdam. Mit dem Antihasslied „I Don’t Feel Hate“ ist Deutschland beim Eurovision Song Contest auf wenig Gegenliebe gestoßen und mal wieder ganz weit hinten gelandet – wie schon vor zwei, vier, fünf und sechs Jahren. Der 26 Jahre alte Hamburger Sänger Jendrik erreichte nur Rang 25 und damit den vorletzten Platz beim 65. ESC in Rotterdam. Hinter Deutschland landete nur Großbritannien.

Gewonnen hat Italien mit dem rockigen Protestsong „Zitti e buoni“ der Band Måneskin. Die Römer lieben es, sich wild mit schrillen Outfits und halb nackt zu inszenieren. Auf Platz zwei kam Frankreich mit dem Chanson „Voilà“ von Barbara Pravi, auf Rang drei die Schweiz mit der Ballade „Tout l’univers“ des Sängers Gjon’s Tears.

Einzig Michael Schulte sorgte für eine deutsche Erfolgsstory

Willst du Deutschland oben sehn, musst du die Tabelle drehn – der zuletzt im Fußball gängige Spruch galt erneut bei dem internationalen Musikwettbewerb. Die deutsche ESC-Pleitenserie in den vergangenen Jahren wurde nur 2018 kurz unterbrochen, als Michael Schulte überraschend auf den vierten Platz kam. Deutschland bekam diesmal null Punkte von den Zuschauern in 39 Ländern und nur drei Punkte von Jurys – zwei aus Österreich und einen aus Rumänien.

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Video
Mit Rockband Måneskin zum Sieg: Italien gewinnt Eurovision Song Contest
1:54 min
Es ist erst der dritte Eurovision-Song-Contest-Sieg für Italien überhaupt. Die Sieger-Band heißt Måneskin und der Song „Zitti e buoni“.  © Reuters

Nach der pandemiebedingten ESC-Absage 2020 saßen dieses Jahr nun immerhin rund 3500 negativ getestete Zuschauer in der Ahoy Arena in Rotterdam. Trotz dieses Schritts zurück in Richtung Normalität hat das Coronavirus den Wettbewerb nicht verschont.

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Corona-Infektionen beeinflussen das ESC-Finale von Rotterdam

Der ESC-Sieger von 2019, Duncan Laurence, der den Wettbewerb überhaupt erst in die Niederlande geholt hatte, wurde vergangene Woche positiv auf das Coronavirus getestet. Er konnte deshalb in der Finalshow nicht live auftreten. Auch Islands Teilnehmer erwischte es, weshalb die Band Daði og Gagnamagnið in Quarantäne blieb und nur per Video eingespielt wurde. Sie kam dennoch am Ende auf Platz vier.

Viele Länder schickten 2021 dieselben Interpreten, die für 2020 vorgesehen gewesen waren. In Deutschland ließ der innerhalb der ARD zuständige NDR jedoch in einem mehrstufigen Auswahlverfahren zwei unabhängige Jurys einen neuen Teilnehmer suchen.

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Italien siegt zum ersten Mal seit 1990 wieder

Das Siegerlied 2021 ist ein energetischer Rockbeitrag. Übersetzt heißt der Songtitel „Still und brav“. Im Text geht es darum, ausgeflippt und anders als die anderen zu sein. Da Bassistin Victoria aus Dänemark stammt, wählte die Gruppe als Bandnamen das dänische Wort für Mondschein: Måneskin. Die Band wurde 2016 von Schulfreunden gegründet. Bekannt wurde sie in ihrer Heimat mit der Castingshow „X-Factor“. Im März 2021 gewann sie das traditionsreiche Festival di Sanremo und wurde damit von der RAI, der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt Italiens, als ESC-Teilnehmer automatisch gesetzt. Für Italien ist es der dritte Sieg – nach 1964 und 1990.

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Die Zuschauer konnten wie immer über den Sieger mit abstimmen, jedoch nicht für das eigene Land. Die Hälfte der Punkte kommt von nationalen Fachjurys. Die Jurypunkte aus Deutschland gab zum sechsten Mal Barbara Schöneberger bekannt. Sie war live aus Hamburg zugeschaltet worden. Die Höchstpunktzahl ging dabei an Frankreich. Das deutsche TV-Publikum vergab seine Höchstpunktzahl (zwölf Punkte) an Litauen, die zweithöchste Punktzahl (zehn) an Frankreich.

Deutschland war beim ESC fast nur mit Stefan Raab erfolgreich

In den vergangenen 30 Jahren schaffte es Deutschland fast immer nur dann in die Top 10 beim ESC, wenn der Entertainer Stefan Raab als Produzent, Komponist, Castingshowmacher oder gar Interpret beteiligt war. Man denke an Guildo Horn 1998, Max Mutzke 2004 oder Roman Lob 2012. Der größte Triumph ereignete sich 2010, als Raab als Initiator, Produzent und Jurypräsident der Castingshow „Unser Star für Oslo“ die junge Lena entdeckte und mit ihr den zweiten Sieg für Deutschland überhaupt holte – nach Nicole mit „Ein bisschen Frieden“ 1982. Lena Meyer-Landrut feierte am Sonntag übrigens ihren 30. Geburtstag.

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So schnitt Deutschland seit Lenas Sieg beim ESC ab

2021: Jendrik mit „I Don’t Feel Hate“ - Platz 25 (vorletzter Platz)

2020: Ausfall wegen Corona; Ben Dolic („Violent Thing“) ohne Auftritt

2019: S!sters mit „Sister“ – Platz 25 (vorletzter Platz)

2018: Michael Schulte mit „You Let me Walk Alone“ – Platz vier

2017: Levina mit „Perfect Life“ – 25 (vorletzter Platz)

2016: Jamie-Lee mit „Ghost“ – 26 (letzter Platz)

2015: Ann Sophie mit „Black Smoke“ – 27 (letzter Platz)

2014: Elaiza mit „Is It Right“ – Platz 18

2013: Cascada mit „Glorious“ – Platz 21

2012: Roman Lob mit „Standing Still“ – Platz acht

2011: Lena mit „Taken by a Stranger“ – Platz zehn

2010: Lena mit „Satellite“ – Platz eins

RND/dpa/msk

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