„Entscheidung in der Tiefe“: U-Boot-Thriller mit Omar Sy

  • Ein Action- und Politthriller unter Wasser: In „Entscheidung in der Tiefe“ (ZDF, 5. Juli, 22.15 Uhr) müssen François Civil und Omar Sy einen Atomkrieg verhindern.
  • Eine russische Atomrakete droht in Frankreich zu detonieren, ein nuklearer Gegenschlag wird befohlen – von einem U-Boot aus.
  • Die wahren Drahtzieher sitzen aber, anders als vermutet, nicht im Kreml.
Ernst Corinth
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Omar Sy ist ein vielbeschäftigter Mann. Zurzeit ist der französische Star („Ziemlich beste Freunde“) beispielsweise bei Netflix als Meisterdieb „Lupin“ zu sehen (schon die zweite Staffel!). Nun muss er im ZDF in dem U-Boot-Thriller „Entscheidung in der Tiefe“ sogar gleich einen ganzen Atomkrieg verhindern. Zwar nicht als Hauptdarsteller, aber in einer tragenden Nebenrolle und mit dem von ihm gewohnten Witz und Charme.

Die Hauptrolle in dem französischen Kinofilm, der in Deutschland wohl auch pandemiebedingt ausschließlich auf DVD erschienen ist, spielt jedoch der bei uns hauptsächlich durch die Serie „Call My Agent!“ bekannte François Civil. Ein junger französischer Darsteller, der als einsamer Wolf wahrlich Großes vollbringt. Er heißt im Film Chanteraide und ist ein Sonarakustiker auf einem U-Boot, der mit seinem absoluten Gehör geringste Geräusche erkennen, unterscheiden und einordnen kann. Und das kann tatsächlich mal kriegsentscheidend sein.

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Vorausgesetzt, man glaubt die Geschichte, die einem im Film aufgetischt wird. Was wahrlich nicht immer leicht ist. Das fängt schon bei der ziemlich abgedrehten Rahmenhandlung an, in der der Kalte Krieg zwischen Russland und dem Westen – und der Westen ist hier immer Frankreich – gefährlich auf die Spitze getrieben wird. Man erfährt also, dass die Russen eine finnische Insel besetzt haben, Frankreich daher Truppen in den Norden schickt. Und ein Krieg scheinbar kurz bevorsteht.

Gleichzeitig kommt es zu einem äußerst seltsamen kriegerischen Vorfall vor Syriens Küste, in dem Chanteraide eine verhängnisvolle Rolle spielt. Und über dessen wahre Hintergründe uns der Film nicht allzu viel verrät. Vermutlich aus gutem Grund. Auch die russische Aggression wird übrigens nicht weiter erklärt.

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Nach dem Nuklearschlagbefehl ist das Boot nicht mehr zu erreichen

Um es kurz zu machen: Nach seinem vermeintlich schwerwiegenden Irrtum vor Syrien wird Chanteraide vom Dienst suspendiert. Als sich dann jedoch Frankreich plötzlich mit einem angeblich nuklearen Angriff konfrontiert sieht, werden seine Dienste wieder benötigt. Eine russische Atomrakete droht in Frankreich einzuschlagen, der französische Präsident gibt sofort den Befehl zum atomaren Gegenschlag, der von einem U-Boot ausgeführt werden soll.

Einem U-Boot, das nach dieser Anordnung befehlsgerecht jegliche Kommunikation mit der Außenwelt einstellt und daher nicht mehr zu erreichen ist.

Dschihadisten wollen einen Atomkrieg provozieren

Und dann erkennt plötzlich Chanteraide, dass das Ganze eine böse Falle von noch böseren Dschihadisten ist, die so einen Atomkrieg provozieren wollen. Ja, da ist guter Rat richtig teuer. Was tun also?

Das alles klingt und ist ziemlich hanebüchen, wird dennoch erstaunlich spannend erzählt. Und die Geschichte läuft schließlich auf ein ungewöhnliches Duell unter Wasser zwischen zwei U-Booten hinaus. Allerdings mutet Regisseur und Drehbuchautor Antonin Baudry dem Zuschauer dabei schon einiges zu. Aber es ist immerhin eine recht aufregende Zumutung, vor allem für Leute, die U-Boot-Filme mögen.

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Und die kommen hier wirklich auf ihre Kosten. Die Enge an Bord ist gespenstisch, die Anspannung der Akteure bei der Auseinandersetzung unglaublich und für Außenstehende fast greifbar. Zwischendurch hört man immer wieder ein Kauderwelsch aus knappsten Befehlen, dazu blinken und flimmern die Monitore, auf denen sich das Geschehen eigentlich abspielt. Im Hintergrund läuft dazu tickend der Countdown – bis zu dem Punkt, an dem es kein Zurück mehr gibt. Und endlich, bevor das Schlimmste eintritt, betreten wahre Helden die Bühne.

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Nachdem sie dann Heldenhaftes vollbracht haben, ist überraschend schnell alles wieder gut. Die Krise ist gelöst, der Weltfrieden gerettet. Und als Lohn für den ganzen Stress lockt die Liebe einer hübschen Frau. So ist das nun mal in Frankreich. Oder um mit Obelix zu sprechen: Die spinnen, die Gallier.

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