Elsners letzter Film: “Hannelore hat die Szene gesehen”

  • Während der Dreharbeiten zu “Lang lebe die Königin” verstarb Schauspielerin Hannelore Elsner.
  • Produzent Boris Schönfelder sagt, die 76-Jährige sei quietschfidel gewesen.
  • Im Nachhinein finden sich erstaunliche Parallelen zwischen Filmfigur und Elsner.
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Die letzte Szene, die Hannelore Elsner je spielen würde, zeigt sie, von ihrer Krebserkrankung gezeichnet, am Krankenbett in einem Krankenhaus, wie sie von ihrer Filmtochter Abschied nimmt. Danach kam Hannelore Elsner nicht mehr ans Set von “Lang lebe die Königin” zurück, wenig später starb sie im Alter von 76 Jahren.

Gegenüber dem Branchendienst “dwdl.de” sagte nun der Produzent des Films, Boris Schönfelder, dass Elsner in ihrem letzten Job zwar zerbrechlicher gewirkt habe, ihre schwere eigene Krankheit sei ihr aber nicht anzumerken gewesen. “Schon bei der Drehbuchlesung riss sie die Situation komplett an sich. Auch bei der Kostümprobe erschien sie quietschfidel”, wird Schönfelder zitiert. “Hannelore Elsner probierte die Kostüme immer so, wie sie im Film getragen wurden. Wenn sie also einen Schlafanzug trug, hat sie sich damit hingelegt. Sie hat direkt die Szene gesehen und nicht nur das Kostüm.”

“Wir gingen davon aus, nach zwei Wochen weiterdrehen zu können”

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Er berichtet auch über den Tag der Krankmeldung. Der Fahrer habe sie abholen wollen, doch sie schickte nur eine Krankmeldung. “Wir haben daraufhin erst einmal geschaut, welche Szenen wir ohne sie drehen können. Wir gingen davon aus, nach zwei Wochen weitermachen zu können", sagte Schönfelder.

Als schließlich die Nachricht kam, dass die 76-Jährige nicht ans Set zurückkehren würde, ruhte die Produktion erst einmal. Lange war auch nicht klar, wie es weitergeht. Dann entschieden sich die Filmemacher, die ausstehenden fünf Szenen als Hommage an Hannelore Elsner mit fünf verschiedenen renommierten Schauspielerinnen zu besetzen. Im Interview mit dem RND sagte Regisseur Richard Huber, die Frauen seien danach ausgewählt worden, welchen Zustand sie im Film wiederspiegeln würden.

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Produzent glaubt nicht, dass Neubesetzung eine Zumutung für Zuschauer ist

Schönfelder ist sich nicht sicher, ob alle Zuschauer die Lösung als gelungen empfinden werden. “Wenn man gar nicht darauf vorbereitet ist, stellt es eine Irritation dar, wenn Hannelore Elsner in einer Szene in ein Auto einsteigt und am Ende der Fahrt Gisela Schneeberger aussteigt”, sagte er. Allerdings gehe er davon aus, dass die meisten Zuschauer bereits über die Umstände gelesen hätten und es dementsprechend keine große Zumutung sei.

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Er persönlich wird Elsner als “wahnsinnig tolle Frau, für die das Spielen alles war” in Erinnerung behalten, sagte er. “Sie war unglaublich lebendig, erotisch, unbändig – eben eine ganz große Darstellerin. Natürlich war sie auch jemand, mit dem man sich ordentlich zoffen konnte, eine starke Persönlichkeit. Das macht das Bild aber nur umso kompletter.”

“Lang lebe die Königin” wird am Mittwochabend, 29. April, um 20.35 Uhr in der ARD ausgestrahlt.

RND/msk

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