Eigentümer der „Berliner Zeitung“ war bei der Stasi

  • Holger Friedrich, der neue Eigentümer der „Berliner Zeitung“, war zu DDR-Zeiten Inoffizieller Mitarbeiter der Stasi.
  • In einer Stellungnahme gibt er an, von der Stasi erpresst worden zu sein.
  • Friedrich und seine Frau Silke hatten im September den Berliner Verlag vom Verlagshaus DuMont übernommen.
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Der neue Eigentümer der „Berliner Zeitung“, Holger Friedrich, war zu DDR-Zeiten Inoffizieller Mitarbeiter (IM) der Staatssicherheit. Sein Deckname war „Peter Bernstein“.

Friedrich bestätigte am Freitag entsprechende Recherchen der „Welt am Sonntag“. Friedrich sagte, er sei von der Stasi erpresst worden: Man habe ihn vor die Wahl gestellt, wegen Republikflucht verurteilt zu werden oder die Verpflichtungserklärung als IM zu unterschreiben.

Dank an SED-Chef

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Die „Welt am Sonntag“ stützt sich auf „zwölf größtenteils handschriftliche Spitzelberichte“ von Friedrich, mit denen Soldaten belastet worden seien. Friedrich betonte, er habe sich noch zu DDR-Zeiten „aktiv dekonspiriert“, indem er Dritten gegenüber offen darüber gesprochen habe, dass die Stasi ihn unter Druck gesetzt habe.

Friedrich ist nach der Wende als Unternehmer in der IT-Branche zum Millionär geworden. Im September 2019 erwarben er und seine Frau Silke den Berliner Verlag. In einem Aufsatz zum 30-jährigen Jubiläum des Mauerbaus dankten beide dem ehemaligen SED-Chef Egon Krenz, der 1989 entschieden habe, keine Gewalt anzuwenden: „Krenz hat mit dieser persönlichen Entscheidung Millionen Menschen selbstbestimmte, positive Lebenswege ermöglicht.“

RND