„Deutschland sucht den Superstar“

Bohlens sexistische Entgleisung: So lief die „DSDS“-Skandalfolge wirklich ab

Jill Lange war in trashigen Datingformaten dabei – jetzt trat sie bei „DSDS“ an.



Die Verwendung des sendungsbezogenen Materials ist nur mit dem Hinweis und Verlinkung auf RTL+ gestattet.

Jill Lange war in trashigen Datingformaten dabei – jetzt trat sie bei „DSDS“ an. Die Verwendung des sendungsbezogenen Materials ist nur mit dem Hinweis und Verlinkung auf RTL+ gestattet.

Noch zu Beginn seines „DSDS“-Comebacks hatte sich Dieter Bohlen beinahe altersmilde gegeben. Er wolle kein Talent beleidigen, gab der Poptitan vor dem Start der Jubiläumsstaffel zu Protokoll. Doch kaum zurück an seinem alten Arbeitsplatz, scheint der 68‑Jährige wieder Gefallen an seiner auf Krawall gebürsteten Rhetorik zu finden.

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Die jüngste „DSDS“-Folge provozierte schon vor der TV‑Ausstrahlung Negativschlagzeilen en masse. Von „Sexismusskandal“ und „Durchnudelgate“ war zu lesen, Bohlens Jurykollegin Katja Krasavice teilte gar via „Bild“ gegenüber ihrem Juryboss aus.

Im TV ließ RTL das „Durchnudelgate“ raus

Bei der TV-Premiere der Skandalfolge hätten sich nun viele Zuschauerinnen und Zuschauer sicher selbst Einblick verschaffen wollen, was die hohen Wellen verursacht hatte. Die Folge war schon vorab schon beim Streamingdienst RTL+ zu sehen, samt der viel diskutierten Szene. Bei der TV-Ausstrahlung am Mittwochabend dann die Überraschung: RTL schnitt den geschmacklosen Kommentar heraus, obwohl der Sender zuvor noch angekündigt hatte, den Spruch nicht rauszunehmen.

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Klar, man muss Datingformate wie „Are You the One?“ oder „Ex on the Beach“ nicht mögen. Und Dieter Bohlen („Ich schau so ’nen Schrott nicht“) tut‘s auch nicht. Aber darauf kommt es bei „DSDS“ eigentlich nicht an, zumal gerade Bohlens Zoten dem Format über die Jahre gewaltige trashartige Farbtupfer bescherten.

Ein Bohlen’sches Verbalgewitter blühte nun auch Influencerin Jill Lange. Die wandelte durch die oben erwähnten Formate und wurde deshalb auch sofort von Jurorin Katja Krasavice erkannt. Die ist nicht nur bekennender Trash‑TV-Fan, sondern wenig später auch entsetzt vom Oberjuror.

Dieter Bohlen: „Haste nur Abi und dich durchnudeln lassen?“

Die 22-jährige Kandidatin reiste an, weil: „Musik ist das Richtige für mich, das sagt mein Herz mir.“ Doch erst einmal ging es um alles andere als Musik: Als Jill als Datingkandidatin geoutet war, hatten Dieter Bohlen und Pietro Lombardi erst einmal viele Fragen. Man(n) erkundigte sich, ob Jill denn da „was mit mehreren Männern“ gehabt hätte, Pietro interviewte den eilends herbeigerufenen Jill-Freund Lars (den sie bei einem Datingformat lieben lernte), wie der das denn finde – und erntete ein kernig-liebevolles „Ich bin ja kein Stück besser“.

Bohlen ging sogar noch weiter und wollte von der Abiturientin wissen: „Hast du denn was Normales gemacht oder nur Abi und dich dann durchnudeln lassen?“ In Folge der Streaming-Vorabveröffentlichung schrie sogar das einstige titansche Haus- und Hof-Blatt „Bild“-Zeitung entsetzt „Wie bitte?“ und schimpfte: „Das war voll daneben, Dieter!“

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Für weitere Diskussionen sorgte Jurorin Katja Krasavice, die Bohlens verbalem Ausfall nicht nur in der Sendung Einhalt gebot, sondern in einem ausführlichen „Bild“-Statement zur Generalabrechnung mit „Ü50‑Männern“ ausholte: „Wir haben sehr viele weiße alte Männer in der Industrie – sei es Musikindustrie oder Filmindustrie –, die immer noch über Frauen herablassend sprechen.“ Mit Blick auf die Sexismusdebatte gab sich die 26‑Jährige keinen Illusionen hin: Sie glaubt, es sei „fast unmöglich, Männer über 50 zu verändern, auch wenn ich täglich dafür kämpfe“.

Dieter Bohlen indes übte in den sozialen Medien weitgehend Zurückhaltung, teilte aber positive Zuschriften an ihn. Das Thema sei für ihn ab sofort erledigt.

Jill Lange: tränenreiche Abrechnung mit Bohlen

Wurde dabei die ganze Wahrheit womöglich gar nicht gesendet? Das jedenfalls behauptete Jill unter Tränen in einem Tiktok-Video, in dem sie auch mit RTL abrechnet. Nicht nur habe sie der Oberjuror beleidigt, der Sender habe zudem auch noch mit dem Schnitt des Beitrags dafür gesorgt, dass sie möglichst schlecht dastehe¨– beziehungsweise klinge. Denn ja, um die Musik ging es dann irgendwann doch noch.

Katja Krasavice gab Jill ein Ja („Bad Bitches supporten einander!“), Pietro („Bist ’ne geile Persönlichkeit, kriegst von mir eine Chance“) ebenso. Leony gab ein Nein, und das, obwohl Jill Leonys letzten Hit „Remedy“ sang. Dieter Bohlen, immer noch krawallig drauf, weil ihm Jill motzig Kontra gab („Kann doch jeder machen, was er will!“), attestierte ihr: „Du wirst das Ding hier niemals gewinnen. Du kannst nur einfachste Songs singen.“ Und gab ein Nein.

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Jill hatte jedoch Bad-Bitch-Kollega Katja als Jokerstimme („Ich feier dich, weil du auch so ­’ne Sau bist wie ich.“) und rauschte mit 3:2 in den Recall. Ob Wiedersehen da wirklich Freude macht?

Bohlen und Krasavice verhandeln über einen Recall-Zettel

Das war natürlich der Aufreger von Show vier. So ging ein bisschen unter, dass sich mit Alyssa Jolie Odunga (21) aus Hannover eine eigentlich goldwürdige Stimme vorstellte. Dass mit Arif Emre Demir (25) ein 2020 Gescheiterter zurückkehrte und sich für den Recall-Zettel schluchzend bedankte: „Mein Gott, Mama, ich hab‘s geschafft!“ Und dass sich Hannah Kmoch (30) aus Köln, Jaden Fischer (17) aus Bocholt und Leonarda Vokshi (21) aus Osnabrück eher unscheinbar, aber ausbaufähig in die nächste Runde sangen.

Da ist auch Kaan Cantürk angelangt. Der 25‑Jährige war derart von sich überzeugt (ein Best-of seiner Zitate: „Hauptsache, ich bin im Mittelpunkt.“, „Ich fürs Fernsehen gemacht.“, „DSDS ist ein Sprungbrett, die Reichweite ist geil.“), dass er eigentlich qua Arroganz hätte ausscheiden müssen. Und er wäre auch im Aus gelandet, wenn sich Bohlen („Die Leistung war nicht gut.“) nicht mit Krasavice auf einen Deal eingelassen hätte: „Wenn du ein Ja gibst, geb‘ ich auch eins.“ Weil Kaan auf Katjas Jokerstimme gesetzt hatte, war der Weg in den Recall frei.

Das blieb Christian Salgado (24) aus Chur (Schweiz) versagt, dabei war er genau wie Kaan eher selbstbewusst. Allerdings fundierter, immerhin verdient er mit Singen sein Geld und trat bereits vor 10.000 Menschen auf, wogegen Kaan in der Bankfiliale jobbt. Aber über Christian wurde nicht geschachert, sondern hart geurteilt. „Das war grausam, du hast die Töne reihenweise versemmelt“, meinte Dieter Bohlen gnadenlos, und der Rest der Jury schloss sich an. Das Ausscheiderlos teilten auch Max Förnzler (20) aus Brackenheim, Anna Karina Henke (27) aus Wolfenbüttel und Ainhoa „Camilla“ Diez (25) Winterhur (Schweiz).

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RND/Teleschau

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