Dritte Staffel „How to Sell Drugs Online (Fast)“: Ein rauschendes Finale

  • Netflix‘ Erfolgsserie „How to Sell Drugs Online (Fast)“ geht in die dritte und letzte Staffel.
  • Moritz kriselt als Drogen-Start-up-Manager und geliebte Nebenfiguren laufen noch mal zu voller Größe auf.
  • Das Ganze mündet in einem Finale mit – wie sollte es anders sein – Drogenkonsum, Sondereinsatzkommando und maximalem Chaos.
Martin Schwickert
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Wenn schwer verliebte Jungs einem Mädchen gefallen wollen, endet dies zumeist in übertriebenem Imponiergehabe. Aber was dieser Moritz Zimmermann (Maximilian Mundt) in der Netflix-Serie „How to Sell Drugs Online (Fast)“ anstellte, um das Herz seiner Lisa (Lena Klenke) zurückzugewinnen, sprengte alle Dimensionen.

Weil er der abtrünnigen Sandkastenliebe zeigen wollte, wie cool er wirklich ist, baute der lockige Nerd mit seinem Kumpel Lenny (Danilo Kamperidis) einen florierenden Onlinedrogenhandel auf, in dem die beiden Ecstasy im Wert von mehr als einer Millionen Euro vertickten. Anders als man denken möchte, ist die Sache mit dem Liebeskummer frei erfunden, wohingegen es den Drogenshop im Kinderzimmer tatsächlich in der Realität gab.

Reale Geschichte als Vorbild

Nachdem er seine Lehre 2013 abgebrochen hatte, verkaufte der Leipziger Jugendliche Maximilian Schmidt mehr als eine Tonne Drogen im Wert von 4 Millionen Euro über das Darknet aus der Wohnung seiner Eltern heraus. Die Kölner Produktionsfirma Bildundtonfabrik sah in dem spektakulären Kriminalfall den idealen Serienstoff und landete mit „How to Sell Drugs Online (Fast)“ die erfolgreichste deutsche Netflix-Produktion – die nun bereits in die dritte Staffel geht.

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Dabei ging es den Entwicklern Philipp Käßbohrer und Matthias Murmann nicht nur um einen schmissigen Crime-Plot, sondern um das Porträt der Generation Z, für die digitale Endgeräte, soziale Medien und Drogenkonsum entscheidend zur Persönlichkeitsentwicklung gehören. Ein selbstironischer, narzisstischer Ich-Erzähler, rasante Schnittfolgen, aufpoppende Messenger-Fenster, pointierte Dialoge, die Jugendsprache als Kunstform begriffen, und ein ganzes Arsenal an originellen Nebenfiguren ließen hier keine Minute Langeweile aufkommen.

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Erfolgsserie geht in die dritte Staffel

Nun geht das Unternehmen in die dritte und (voraussichtlich) letzte Staffel. Die Krise der Freundschaft zwischen Moritz, der sich als CEO von „MyDrugs“ wie ein zweiter Steve Jobs fühlt, und dem begabten Programmierer Lenny kulminierte in der letzten Staffel mit Lennys Druck auf den Knopf, der den ganzen Onlineshop abstürzen ließ.

Moritz steht nun bei der holländischen Lieferfirma, wo er ein schickes CEO-Büro bezogen hat, unter Druck. Die Rotterdamer Chefinnen machen deutlich, dass Ausstieg durch Versagen keine Option ist, und auch die Ermittlungen des ehrgeizigen Polizisten (Florentin Will) machen bedrohliche Fortschritte.

„Du bist kein fucking CEO mehr“

Schließlich wird Moritz mit einer Erkenntnis konfrontiert, die er nicht wahrhaben will: „Du bist kein fucking CEO mehr“, sagt Lenny zu dem kriselnden Start-up-Manager. Aber solche Niederlagen setzen auch neue Energien frei und so kommt es zu einem rauschenden Finale während des Abiballs, wo versehentlicher Drogenkonsum, rachsüchtige Lieferanten und polizeiliche Sondereinsatzkommandos für maximales Chaos sorgen.

Dass am Ende Moritz hinter Gittern landet, ist kein Spoiler. Schließlich tritt er schon seit der ersten Folge als vermeintlich allwissender Erzähler in Handschellen auf. Dennoch werden auch in Staffel 3 viele Entwicklungsmöglichkeiten ausgeschöpft. Das betrifft neben der wankenden Freundschaftsbeziehung vor allem einige geliebte Nebenfiguren, die final zu neuer Form auflaufen. Markoesa Hamer und Hannah van Lunteren können als Drogenproduzentinnen mit niedlich-niederländischem Dialekt ordentlich die Krallen zeigen und in der Rolle des naiven, alleinerziehenden Polizistenvaters darf der wunderbare Roland Riebeling im Finale endlich Größe beweisen.

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„Shiny Flakes“ als Dankeschön für die Fans

Mit der dritten Staffel ist der Erzählbogen abgeschlossen. Eine weitere Fortsetzung wird es wohl nicht geben. Aber als Dankeschön an die Fans zaubert Netflix am 3. August noch mit „Shiny Flakes“ eine Doku über den echten Kinderzimmer-CEO Maximilian Schmidt aus dem Hut.

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Die Dritte Staffel „How to Sell Drugs Online (Fast)“ startet am 27. Juli bei Netflix.

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