Die Streamingtipps im September: Zeit ist kostbar, Binger!

  • Der Serienfan hat’s schwer. Jeder Tag, den Gott werden lässt, hat nur 24 Stunden, und zusätzlich zu all den interessanten neuen Stoffen, die man unbedingt kennenlernen möchte, erscheinen in einem fort weitere Staffeln alter Lieblingsserien.
  • Wie lässt sich all das bloß bewältigen?
  • Das Stream-Team hat für Streamingfreunde die Serien deswegen schon einmal vorsortiert.
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Liebe Streamerin, lieber Streamer,

sind Sie Ihren Serien eigentlich treu? Treue ist teuer im Unterhaltungssegment Streaming, sie kostet viel, viel, sehr viel Zeit. Die reine Sehlust zieht einen ja zunächst mal zu den Verheißungen all jener brandneuen Serien hin, die jeden Monat anlaufen. Man will im September natürlich wissen, was passiert, wenn Jared Harris als Mathematiker Hari Seldon in der Verfilmung der an sich unverfilmbaren „Foundation“-Romane den Mächtigen eines Galaktischen Imperiums den Weltuntergang ansagt. Und wie schrecklich wird wohl die Ehe, die Oscar Isaac und Jessica Chastain im Ingmar-Bergman-Remake „Scenes from a Marriage“ führen?

Man will nach vorn blicken, mitreden können. Doch dabei kommen einem immer wieder die alten Serien mit ihren soundsovielten Staffeln in die Quere. Herrje, die letzte Runde von „Haus des Geldes“ darf man ja wohl keinesfalls verpassen. Und wie geht es wohl weiter mit June Osborne alias Desfred, der von Elisabeth Moss so eindrucksvoll gespielten Sklavin im amerikanischen Gottesstaat Gilead? Ein Muss ist auch „The Handmaid’s Tale 4“!

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Treue zahlte sich im Streaming aus. Manche Titel wie das Piratenabenteuer „Black Sails“ oder die Wikingersaga „The Last Kingdom“ wuchsen im Laufe ihrer Staffeln von zunächst nur unterhaltsamen zu überwältigenden Serien. Auch wer über mehrere schwächere Durchgänge hinweg stur loyal bleibt, erlebt zuweilen Überraschungen. Das Zombie-Spin-off „Fear The Walking Dead“ etwa war noch nie so vital wie in der 2021 beendeten sechsten Staffel. Treue ist auch deshalb wichtig, weil die Publikumsmenge letztlich entscheidet, ob sich das große Plus des Formats Serie, das umsichtige, ausführliche, epische Erzählen, in ein hastiges, unwürdiges Ans-Ende-Stolpern verwandelt oder – schlimmer noch – eine großartige Story von unzufriedenen Produzenten vor ihrer Klimax abgesetzt wird und damit zur geschändeten, enthaupteten Geschichte wird, die für immer ruhelos im Tal des Unerzählten herumwandern muss.

Drum bleiben Sie wach, liebe Binger – Nacht für Nacht für Nacht. Halten Sie auch künftig das Wunder der schönen Serien am Leben. „Watch around the clock“ heißt das Motto. Verzichten Sie zur Not ganz auf Ihre Nachtruhe, bitten Sie den Nachbarn, für Sie einkaufen zu gehen und den lieben Gott um doppelte Lebenszeit, auf dass Sie stets Ihre Neugier auf Neues ausleben und Ihre Treue zum Bewährten beweisen können. Schlaf wird überbewertet! Möge der Binge-September beginnen!

Viel Spaß beim Schauen,

Ihr Stream-Team

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Worauf wir uns freuen

„The Handmaid’s Tale“, Staffel 4 – Vom Horror der Sklaverei zur Rebellion

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Wer die Serie nicht kennt: Teile Amerikas sind ein Gottesstaat geworden, in Gilead werden die noch fruchtbaren Frauen zu „Handmaids“: Sie dienen als Sklavinnen, die der Oberschicht Kinder gebären müssen. Mit einer unerträglichen Pointiertheit legten die bislang drei Staffeln nach Margaret Atwoods Roman den Finger in die Wunde der Ungleichbehandlung der Geschlechter. Ein fantastisches Ensemble ließ den großartig fotografierten Horror glaubhaft werden – voran Elizabeth Moss als entrechtete June, von der jeder Blick und jede Geste unter die Haut kroch. Und jetzt wird in Staffel 4 das Lied der Transformation gesungen – das Lied von Freiheit, Rebellion und Rache. Der Trailer zeigt eine Heldin, die auf der Suche nach Gerechtigkeit zu allem bereit ist. Selbst hartleibige Pazifisten kommen hier mit ihren Idealen ins Schwanken: Tu, was du tun musst, June!

„The Handmaid’s Tale“, Staffel 4, zehn Episoden, von Bruce Miller, mit Elizabeth Moss, Anne Dowd, Yvonne Strahovski (ab 2. September bei Magenta TV)

„Haus des Geldes” – die erste Hälfte der letzten Staffel wird düster und actionreich

Eine zerbrochene Maske liegt auf der Erde. Die fünfte und letzte Staffel der Netflix-Erfolgsserie "Haus des Geldes" wird ab September gezeigt. © Quelle: Netflix/dpa

Es wird persönlich für Spaniens Bankraubgenies mit den Städte-Künstlernamen, seit eine der ihren von einem Securitymann erschossen wurde. In der ersten Hälfte der fünften und letzten Staffel von „Haus des Geldes“ sind der Arm des Gesetzes und Gesetzlose gleichermaßen zum Äußersten bereit. Die Armee wird eingesetzt, um endlich Schluss zu machen mit den Räuberinnen und Räubern. Blutiger, düsterer und actionreicher denn je wird die spanische Kultserie in ihrer Endrunde, so viel verrät der Trailer. Ein furioses Halbstaffelfinale wird von Álex Pina versprochen, bevor im Dezember dann mit Teil 5/2 alles endet. Aber schon ist von einer Spin-off-Serie die Rede. Produktionsfirmen sind eben auch Häuser des Geldes.

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„Haus des Geldes“, Staffel 5/erste Hälfte, fünf Episoden, von Álex Pina, mit Sergio Marquina, Silene Oliveira, Ricardo Ramos, Itziar Ituño (ab 3. September 2021 bei Netflix)

„Cinderella“ bei Amazon Prime – Auch ein Märchenmädchen muss sich selbst versorgen

Kellerkind Cinderella will nicht mehr länger Aschenputtel sein. Sie macht in Mode – „Kleider von Ella“ soll ihr Laden heißen. Die Männer auf dem Markt lachen sie aus: Eine Businessfrau, das gab’s noch nie. Aber Ella, gespielt von Sängerin Camila Cabello, weiß, dass sie für sich selbst sorgen muss, denn auf Obdach bei der bösen Stiefmutter ist kein Verlass. Eine aufgepeppte Musicalversion des Märchens – mit Billy Porter als männlicher Fee, Pierce Brosnan als König und James Corden als verzauberter Maus – will dem Disney-Zeichentrickklassiker Konkurrenz machen. Der Prinz (Nicholas Galitzine) ist eine Pracht, aber der Job ist Ella wichtiger. Ein goldener Käfig ist für sie so eng wie ihr alter Keller voller Asche. Im wahren Leben hat Camila Cabello ihren Prinzen schon – ihren „Senorita”-Duettpartner Shawn Mendes.

„Cinderella”, 113 Minuten, Regie: Kay Cannon, mit Camila Cabello, Billy Porter, Nicholas Galitzine, Pierce Brosnan (am 3. September bei Amazon Prime Video)

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„Prey“ – David Kross ist bei Netflix im Visier eines unbekannten Schützen

Wer um alles in der Welt entscheidet sich im Jahr 2021 denn allen Ernstes für einen Junggesellenabschied in einem Nationalpark? Na, der Wandervogel Roman mit seinem Bruder und seinen drei Freunden. David Kross („Der Vorleser“, „Trautmann“) spielt den Bräutigam unter Bäumen, bis plötzlich ein Schuss fällt. Nicht der letzte – ein unheimlicher Schütze hat es auf die Jungen abgesehen. Und bevor die Tresenfrau einer Hüttenkneipe dem verirrten Panikquintett sagen kann, wo man sich genau befindet, liegt sie auch schon tot am Boden. Der Typus des unbekannten, unverzagt mordlustigen Verfolgers ist spätestens seit Steven Spielbergs Highway-Thriller „Duell“ (1972) eine vertraute Horrorfigur. Und der Wald ist so ziemlich der einzige Ort, an dem Deutsche mit Gewehren unterwegs sind. Einer sucht in Thomas Siebens „Prey“ sein Waidmannsheil, die anderen ihr Heil in der Flucht. Und: Action!

„Prey”, 87 Minuten, Buch und Regie: Thomas Sieben, mit David Kross, Hanno Koffler, Yung Ngo (ab 10. September bei Netflix)

„Scenes from A Marriage” – HBO-Serie bringt Ingmar Bergmans Klassiker auf Zeitenhöhe

Liebe solange bis das Schweigen richtig weh tut - und darüber hinaus: Ingmar Bergmans minutiös beobachtendes, peinigend aufrichtiges Sozialdrama „Szenen einer Ehe” vom Einander-Fremdwerden ist 48 Jahre alt – Zeit für einen Neuversuch. Im Zusammenleben von Menschen hat sich ja doch einiges verändert. Mit Jessica Chastain und Oscar Isaac ist die HBO-Serie „Scenes from a Marriage“ bestens besetzt. Die beiden haben filmische „Ehe“-Erfahrung miteinander seit J. C. Chandors Kinodrama „A Most Violent Year“ von 2014. Und auch Hagai Levi, der die neue Version geschrieben hat und Regie führt, hat mit der Golden-Globe-gekürten Serie „The Affair“ schon ein Händchen für bewegende Beziehungskisten bewiesen.

„Scenes from a Marriage”, fünf Episoden, Regie: Hagai Levi, mit Jessica Chastain, Oscar Isaac (ab 13. September im Original bei Sky)

„The Morning Show“: Brutales aus der Medienwelt

„Guten Morgen Amerika, wie geht’s dir?“, sang Arlo Guthrie 1972, und aus dieser Songzeile machte das US-Network ABC 1975 das damals noch neue Frühstücksfernsehen „Good Morning, America“. Wie die netten Leute, die ihr Land gut gelaunt in den Tag schicken, hinter den Kulissen harte Bandagen anlegen, konnte man in der ersten Staffel von „The Morning Show“ erleben. Die Serie um einen #MeToo-Skandal wurde ab der vierten Folge so spannend, dass man zuweilen fast zu atmen vergaß. Ein Bravourstück aus der Medienwelt, fast so fesselnd wie „Newsroom“ mit Jeff Daniels. Apropos Darsteller: Auf Sendung sind eine großartige Reese Witherspoon, eine geradezu überwältigende Jennifer Aniston, dazu Billy Crudup, Steve Carell und Gugu M’Batha Raw („Free State of Jones“, „Loki“). Was kann man da anderes sagen als: The Show must go on!

„The Morning Show“, Staffel 2, zehn Episoden, von Jay Carson, Kerry Ehrin, mit Reese Witherspoon, Jennifer Aniston, Billy Crudup (ab 17. September bei Apple TV+)

„Y – The Last Man“ – Yorick Brown ist bei Disney+ allein unter Frauen

Yorick Brown (Ben Schnetzer) ist nach dem (toten) Narren aus Shakespeares „Hamlet“ benannt. Er ist ein Illusionist, schlagfertig, aber kein bisschen praktisch veranlagt. Durch eine Hauruck-Pandemie wird der Tollpatsch binnen Stunden zum letzten Mann auf Erden. Was ihm unverhoffte Aufmerksamkeit der nunmehr rein weiblichen Weltbevölkerung beschert: Warum gerade der? Die neue US-Präsidentin kommt auf die Idee, man könne mit Yoricks Genmaterial den Planeten neu bemannen. Überhaupt funktioniert ein weiblicher Planet natürlich auf ganz andere Art als die alte Welt der Patriarchie. Die Serie „Y – The Last Man“, die auf den Eisner-Award-nominierten Kultcomics von Brian K. Vaughan und Pia Guerra basiert, hat Zukunft.

„Y – The Last Man”, zehn Episoden, von Eliza Clark, mit Ben Schnetzer, Ashley Romans, Diane Lane, Olivia Thirlby (ab 22. September bei Disney+)

„Star Wars: Visions“ – Die japanische Variante der Macht bei Disney+

Und ewig singen die Laserschwerter! Wer mit den Animationsserien „Star Wars: The Clone Wars“ (sehr gut) und „Star Wars: The Bad Batch“ (sehr, sehr gut) durch ist, auf den wartet im September die nächste Herausforderung. In „Star Wars: Visions“ erzählen sieben japanische Anime-Studios neun kurze Geschichten aus der Galaxis „far far away“. Nein, der geniale „Star Wars“-Retter Dave Filoni spielt diesmal keine Rolle. Dafür ist Lucky dabei, bekannt als Boba Fett, der beste Kopfgeldjäger der Skywalker-Welt. Und weil alles, was von „Star Wars“ bislang bei Disney+ zu sehen war, sehenswerter gewesen ist als die letzte Kinotrilogie, sehen wir den Animationen, die im Trailer an die Welten von Speed Racer, Chihiro und Heidi erinnern, vertrauensvoll entgegen. Möge die Macht mit Studio Colorido, Kinema Citrus und all den anderen Trickfilmhäusern sein.

„Star Wars: Visions“, neun Episoden, Animationsserie (ab 22. September bei Disney+)

„Foundation“ – das Unverfilmbare wurde verfilmt

Sci-Fi-Meister Isaac Asimovs als unverfilmbar geltende „Foundation“-Romane wurden jetzt – mithilfe einiger dramaturgischer Kniffe – eben doch verfilmt. Der Mathematiker Hari Seldon (Jared Harris) sagt darin auf wissenschaftlich verlässliche Weise den Untergang des Galaktischen Imperiums und 30.000 dunkle Jahre voraus. Er will das Wissen der Menschheit für einen Neuanfang sammeln. Was ihn in Widerspruch zu den untergangsunwilligen Klonimperatoren bringt. Die gibt es in den Büchern indes ebenso wenig wie die Schilderung des gewaltigen Zusammenbruchs. Asimov war inspiriert vom Untergang des Römischen Reiches, Showrunner David S. Goyer (Drehbuchautor der Batman-Trilogie von Christopher Nolan) fügte große Gefühle und große Bilder dazu. Überhaupt ist „groß“ das Wort der Stunde – acht Staffeln schweben Goyer vor.

„Foundation“, zehn Episoden, von David S. Goyer und Josh Friedman, mit Jared Harris, Lee Pace, Lou Llobell, Leah Harvey (ab 24. September bei Apple TV+)

„BMF“ – Zwei Brüder aus Detroit werden Kokainkönige

„Wir werden Könige sein, Tee“, lautet das Versprechen, das Demetrius Flenory aus Michigan seinem Bruder Terry gibt. Und dann folgt die Faust-auf-Faust-Geste, die in Corona-Zeiten zum Ersatz für den infektionsverdächtigen Händedruck wurde. Der Serientitel „BMF“ steht für „Black Mafia Family“, erzählt wird die Geschichte einer der einflussreichsten US-Gangsterfamilien der 80er-Jahre und ihres Aufstiegs vom Kokainhandel in die Hip-Hop-Szene. Die Flenorys leben die kriminelle Variante des amerikanischen Traums – Könige, die am Ende bezahlen. Gespielt werden sie vom Sohn des echten Demetrius (Daddy ist noch bis Mai 2032 im Gefängnis), Demetrius „Lil Meech“ Flenory Jr., und von Da’Vinchi. Als Pastor Swift, nervtötender spiritueller Anführer der BMF, ist Raplegende Snoop Dogg zu sehen. Ausführender Produzent ist Rapper und TV-Star Curtis „50 Cent“ Jackson („Power“).

„BMF“, acht Episoden, von Randy Huggins, mit Demetrius Flenory Jr., Da’Vinchi, Snoop Dogg, La La Anthony (ab 26. September bei Starzplay)

Was wir gesehen haben

Träumte von einem Leben als Rockstar: Lehrer Joshua Corman (Joseph Gordon-Levitt). © Quelle: Apple+/dpa

„Mr. Corman“: Von der Liebe und dem Leben im Konjunktiv

Der Musiklehrer Joshua Corman hatte eigentlich immer von einem Leben als Rockstar geträumt. Joseph Gordon-Levitt („The Dark Knight Rises“) hat die zehn Folgen von „Mr. Corman“ fast im Alleingang geschrieben und inszeniert – mit viel Humor. So echt wie sich die Serie über einen, der glaubt sein Leben zu verpassen anfühlt, so sehr bleibt einem aber auch manchmal das Lachen im Hals stecken, schreibt unser Kritiker Matthias Halbig.

„Mr. Corman“ ist bei Apple+ zu sehen.

„Heels“: Zwei Wrestling-Brüder ringen um die Gunst der Serienfans

Die beiden Brüder Jack (Stephen Amell) und Ace (Alexander Ludwig) leben in einer Südstaaten-Kleinstadt. Jack betreibt die dortige Wrestling-Arena, ein Familienunternehmen, und muss trotzdem als Rasenmäher­verkäufer arbeiten, damit das Geld bis zum Monatsende reicht. Die Serie „Heels“ überzeugt vor allem durch die stimmige Milieuschilderung, schreibt unser Autor Martin Schwickert.

„Heels“ ist im Programm von Starzplay.

„Only Murders in the Building“: Drei Podcaster auf Mörderjagd

Popstar Selena Gomez geht in der Disney+-Serie „Only Murders in the Building“ mit Steve Martin und Martin Short auf Mörderjagd. Gemeinsam will das Trio mit seiner Detektivarbeit einen True-Crime-Podcast-Hit landen. Der Weg zum Erfolg ist kein leichter, ergibt aber eine der vergnüglichsten Serien des Streamingjahres 2021, ist sich unser Kritiker Matthias Halbig sicher.

„Only Murders in the Building” startet bei Disney+.

„Oslo“: Politdrama über ziemlich schlimmste Feinde und eine (verpasste) Chance

Der Film „Oslo“ erzählt vom Traum vom Frieden in Nahost. Ruth Wilson und Andrew Scott spielen in dem Film zwei norwegische Diplomaten, die 1992 versuchen, Palästinenser und Israeli zu einem historischen Schritt zu bewegen. Janusz Kaminski, Spielbergs Lichtvirtuose, setzt cineastische Momente für ein eindrucksvolles Ensemble, befindet das Stream-Team.

„Oslo“ läuft bei Sky.

„Jungle Cruise“: Emily Blunt gegen Teutonen und Konquistadoren

Wer in Serien oder Filmen das Amazonas-Flussbett hinauf zur geheimen Quelle, zu einem Goldschatz oder aber wie hier einer verheißungsvollen Allheilmittelblüte schippert, der betritt filmhistorisch gesehen breitgetretene Pfade (siehe „Fitzcarraldo“ oder „Medicine Man“). Und doch schafft es der Disney-Film „Jungle Cruise“ dieser Expedititionshistoriengeschichte einen neuen Dreh zu geben, meint Matthias Halbig.

„Jungle Cruise“ läuft bei Disney+.

„What if …?“: Die Marvelhelden leben alternative Leben

„Was wäre, wenn?“, fragt sich diese Marvel-Zeichentrickserie, die bei Disney+ läuft. Was wäre, wenn eine Frau statt Steve Rogers das Captain-America-Serum bekommen hätte? Wenn T’Challa statt Peter Quill von Aliens entführt und Star Lord geworden wäre? „What if …?“ spielt mit den Handlungssträngen des Marvel-Universums – und wer weiß, vielleicht entsteht aus diesen Gedankenspielereien ja noch ein ganz neuer Spin-off von den Superhelden, hofft Matthias Halbig.

„What if …?“ ist im Programm von Disney+.

„Nine Perfect Strangers“: Nicole Kidman verspricht den Tod

Wellness ist eine erquickliche Sache. Was aber, wenn die mystisch anmutende Chefin der entsprechenden Oase ihren Gästen sagt, sie müssten hier sterben und sie würde sie danach wieder ins Leben zurückholen? Nicole Kidman tut das in der HBO-Serie „Nine Perfect Strangers“, und wie schon bei „Big Little Lies“ ist die Zusammenarbeit mit Produzent David E. Kelley und Autorin Liane Moriarty ziemlich fruchtbar, urteilt Matthias Halbig.

„Nine Perfect Strangers“ läuft bei Amazon Prime Video.

„The Walking Dead, letzte Staffel“: Die Untoten lassen erst mal Luft nach oben

Zermürbte Menschen laufen vor mürben Zombies davon und lernen, dass die anderen (Über-)Lebenden schlimmer sind als die Untoten. Dieses Konzept funktioniert offenbar (fast) unendlich lange. Nun ist die elfte und letzte Staffel von „The Walking Dead“ angebrochen, und sie wird im Verlauf hoffentlich origineller als zu Beginn, erwartet unser Kritiker.

„The Walking Dead 11“ läuft bei Disney+.

„The Burnt Orange Heresy“: Mick Jagger und die Kunst des Schauspiels

Kunst ist vor allem Inszenierung, das lernt der Zuschauer in Giuseppe Capotondis Kunstdrama „Burnt Orange Heresy“. Vielleicht wäre es besser gewesen, die Rolle des Kunstsammlers mit dem dieser Tage heftig betrauerten grandseigneurhaften Charlie Watts zu besetzen statt mit seinem Rolling-Stones-Kollegen Mick Jagger. Dessen Figur leidet unter „schmieriger Virilität“, befindet nämlich unser Autor Jan Freitag.

„The Burnt Orange Heresy“ wird bei Sky gezeigt.

Fun Facts, die uns gefallen

In Frankreich spielende TV-Serien wie „Emily in Paris“ kurbeln den Tourismus an den Schauplätzen an. Und so schnell wird das Interesse nicht abebben: Die Dreharbeiten für eine zweite Staffel wurden gerade beendet. © Quelle: Stephanie Branchu/Netflix © 202

Wohin in den Urlaub? Klar, die Pandemie macht es zeitweise wirklich schwer, diese Frage zu beantworten. Dennoch machen sich derzeit eine Menge Serienfreunde auf nach Frankreich. Der Grund: die Netflix-Serien „Emily in Paris“, „Lupin“ und „Marseille“. Vielerorts ist der boomende Städtetourismus eine Freude für Gastronomen und Hoteliers. Doch das kleine Städtchen Étretat, das in der Crime-Serie „Lupin“ zu sehen ist, platzt deshalb mittlerweile schon aus allen Nähten.

Was wir hinter den Kulissen erleben

Set-Besuch in Zeiten von Corona

Opulente Kostüme: Gräfin Esterhazy (Tanja Schleiff), Tochter (Luize Pars Balode), Fanny (Paula Kober), Sisi (Dominique Devenport), Franz (Jannik Schümann) und Erzherzogin Sophie (Desiree Nosbusch). © Quelle: TVNOW / Lukas Šalna

In Zeiten von Lockdowns und Abstandsregeln sind Set-Besuche eine Seltenheit geworden. Doch unsere Autorin Hannah Scheiwe hat das Experiment gewagt und sich die Dreharbeiten von „Sisi“, einer neuen Serie von TV Now über die österreichische Kaiserin, angeschaut, und zwar virtuell. Und so schwebt sie quasi als heimliche Beobachterin zwischen pompösen Kleidern und eindrucksvollen Kutschen umher.

Wie wird „Der Herr der Ringe“ von Amazon?

„Der Herr der Ringe“ zieht zurück nach Hause. Die zweite Staffel der aufwändigen Amazon-Serie soll in Großbritannien gedreht werden – und nicht, wie die erste (und Peter Jacksons sechs Tolkien-Verfilmungen), in Neuseeland. Unser Autor Matthias Halbig hat aufgeschrieben, was wir bisher über die kostspielige Serie wissen – und wie sie sich von Jacksons Filmtrilogie unterscheiden könnte.

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