• Startseite
  • Medien & TV
  • Die Streamingtipps für Januar: Ausgerechnet ein Pandemiebestseller wird zur Serie

Die Streamingtipps für Januar: Ausgerechnet ein Pandemiebestseller wird zur Serie

  • Das neue Serienjahr beginnt, wie das alte aufgehört hat: mit einer Pandemie.
  • Amazon Prime Video zeigt ab Januar die Stephen-King-Serie „The Stand“, in der ein tödliches Virus die Welt entvölkert.
  • Doch es gibt auch ein paar heitere Themen. Unser Stream-Team liefert einen Überblick.
Anzeige
Anzeige

Liebe Streamingfans,

nein, dieser Newsletter wird kein Rückblick auf das anstrengende, mitunter beängstigende und oftmals tragische Jahr 2020. Dieser Newsletter ist ein Blick nach vorn. Ein Blick in eine unbeschwerte Zukunft mit Corona-Impfstoff, neuer Hoffnung und vielen neuen Streamingproduktionen, die uns vom Alltag ablenken. Dachten wir zumindest. Und dann haben wir uns das Serienprogramm für den Januar angeschaut.

Am 3. Januar startet auf Amazon Prime Video ausgerechnet „The Stand“. Ja, richtig gehört. Die Verfilmung des 30 Jahre alten Romanklassikers „Das letzte Gefecht“ von Stephen King. Und die handelt, Sie ahnen es vermutlich schon: von einer globalen Pandemie.

Anzeige

Das Virus in der Stephen-King-Geschichte heißt „Captain Trips“, stammt aus einem militärischen Labor und ist, anders als Corona, in 99,4 Prozent aller Fälle tödlich. Im Klartext: In „The Stand“ wird innerhalb kürzester Zeit nahezu die gesamte Erde entvölkert, nur eine kleine Gruppe überlebt.

Wer das Original aus dem Jahr 1990 kennt, der weiß auch bereits, wie es an dieser Stelle weitergeht: Die Überlebenden suchen Zuflucht, allerdings auf unterschiedliche Art und Weise. Die einen entscheiden sich für einen dunklen Mann namens Randall Flagg, das personifizierte Böse. Die anderen halten nicht viel vom Aufbau seines totalitären Staates und ziehen stattdessen zu Abagail Freemantle – eine 108-jährige Seniorin, die fortan im Buch das Gute verkörpert.

Klingt das irgendwie vertraut? Nein, findet zumindest der Autor selbst. „Das Coronavirus ist NICHT wie THE STAND“, schrieb Stephen King im März, zu Beginn der Pandemie, auf Twitter. Die Lage sei nicht annähernd so ernst und die meisten würden es überleben. Und natürlich hat er damit Recht. Was Stephen King im März allerdings noch nicht wusste: Die Auswirkungen der Krise weisen durchaus einige Parallelen zu seinem 30 Jahre alten Werk auf.

Anzeige

Vielleicht geht es heute weniger um Hokuspokus und Übersinnliches, weniger um den symbolischen Kampf Gut gegen Böse. Aber die im Buch beschriebenen Konflikte gibt es dennoch. Einen Konflikt zwischen Wissenschaftlern und Quacksalbern beispielsweise. Zwischen denen, die auf Solidarität setzen – und denen, die die Krise für ihre Umsturzfantasien nutzen wollen. Mutter Abagail wäre heute wahrscheinlich Karl Lauterbach und Randall Flagg Attila Hildmann. Gerade Letztere weisen tatsächlich erschreckende Parallelen auf.

Stephen Kings „Das letzte Gefecht“ wurde übrigens erstmals im Jahre 1994 verfilmt, damals als vierteiliger Fernsehfilm – heute würde man wahrscheinlich „Miniserie“ dazu sagen. Kritiker waren von der Umsetzung jedoch damals nicht gänzlich überzeugt. Die neue Produktion von Benjamin Cavell („Justified“) und Josh Boone (Autor von „X-Men: The New Mutants“) hat also die Chance, es besser zu machen.

Anzeige

So viel sei schon mal verraten: Ein bisschen anders als Buch und Fernsehfilm ist die neue Serie. Und sie kommt mit Starbesetzung daher. Das Gute wird diesmal von James Marsden und Whoopi Goldberg verkörpert, das Böse von Alexander Skarsgard.

„The Stand“ startet am 3. Januar bei Amazon Prime Video (Starzplay) mit neun Episoden. Und alle weiteren Highlights des Januars finden Sie natürlich jetzt wieder übersichtlich in unserem Newsletter. Viel Spaß beim Streamen!

Worauf wir uns freuen

„WandaVision“: Superheldenspektakel mit einem Schuss Mystery

Das Marvel-Cinematic-Universe auf Droge? Der Trailer zur Serie „WandaVision“ ist eine wilde Mischung aus Superheldenspektakel und „Hoppla, Lucy“-Sitcom im 50er-Jahre-Stil. Dazu kommt ein Schuss Mystery – denn ähnlich wie in Peter Weirs Kultfilm „The Truman Show“ (1998) scheint mit der idyllischen Wirklichkeit, die um X-Men-Fiesling Magnetos Tochter Wanda (Elizabeth Olsen) und ihren Gatten Android Vision (Paul Bettany) herrscht, irgendetwas nicht zu stimmen. Du bist tot, erfährt Vision denn auch bald. Stimmt – man erinnert sich an sein Ende im Kinofilm „Avengers 3“. Also alles nur ein Traum der Scarlet Witch Wanda?

Anzeige

Auf diese Serie wartet jedenfalls ein nicht unerheblicher Teil der Welt. Der erste Trailer hatte innerhalb von 24 Stunden plattformübergreifend 53 Millionen Aufrufe – das war Streamingserienrekord. Wer sagt da noch: Außer dem „Mandalorian“ gibt’s nix zu sehen bei Disney+? Bald folgen auch noch „The Falcon and the Winter Soldier“ und „Loki“. Es marvelt wieder – Gott sei Dank! „WandaVision“, ab 15. Januar bei Disney+, sechs Episoden, von Jac Schaeffer, Regie Matt Shakman, mit Elizabeth Olsen, Paul Bettany, Randall Park. Hier finden Sie den Trailer.

„Lupin“: Die Geschichte eines Meisterdiebs

Omar Sy spielt die Hauptrolle in der neuen Netflix-Produktion „Lupin“. © Quelle: Netflix

Methode, Eleganz, Mut, Talent – die Polizei erkennt in der Raffinesse des Verbrechers, der in Paris ein unbezahlbares Collier entwendet, die Handschrift von Arsène Raoul Lupin, des Meisterdiebs aus 20 Romanen und zahllosen Kurzgeschichten, die der Schriftsteller Maurice Leblanc zwischen 1905 und 1935 schrieb. Der multilinguale elegante Womanizer der Kriminalliteratur, kreiert als Unterweltsgegenstück zu Sherlock Holmes, ist denn auch tatsächlich das Vorbild von Assane Diop, der als Dieb von Ehre in der Netflix-Serie „Lupin“ einen Rachefeldzug startet, um den Ruf seiner Familie wiederherzustellen. Hauptdarsteller Omar Sy könnte mit der Rolle Ähnliches gelingen.

Denn seit „Ziemlich beste Freunde“ war doch ziemlich viel Mittelmaß in seinem Portfolio. Filme wie „Heute bin ich Samba“ (2014), „Monsieur Chocolat“ (2016), „Docteur Knock“ (2017) gehören zu den eher vernachlässigbaren Streifen des französischen Kinos der letzten Jahre. „Lupin“ könnte ein Comeback für Sy bringen, der Trailer verspricht eine höchst amüsante Neuauflage eines großen französischen Kinomythos – der erste „Lupin“-Film datiert tatsächlich schon von 1910. „Lupin“, ab 8. Januar bei Netflix, fünf Episoden, von George Kay und Francois Uzan, Regie: Louis Leterrier, Marcela Said, mit Omar Sy, Ludivine Sagnier, Vincent Londez. Hier geht‘s zum Trailer.

Das Stream-Team Was läuft bei den Streamingdiensten? Was lohnt sich wirklich? Die besten Serien- und Filmtipps für Netflix & Co. gibt‘s jetzt im RND-Newsletter „Stream-Team“ – jeden Monat neu.
Anzeige

„Vikings, Staffel 6.2“:

Drama kam selten satter als in den letzten Episoden von „Vikings, Staffel 6.1“: Lieb gewonnene Charaktere zogen vom eben noch saftigen Heldenleben in die Halle Odins, wurden verstoßen, verhärteten ihre Herzen, verrieten ihre Brüder und verbündeten sich mit einem mächtigen Feind im Osten, dessen nicht unwahrscheinlicher Sieg das Leben der Wikinger für immer verändern würde. Die letzte Episode von Staffel 6.1 zeigte dann eine Schlacht, die „Game of Thrones“-Kaliber hatte: Die Schiffe der Rus mit dem dornengekrönten Christus am Bug rollten an Norwegens Strand wie die Landungsboote der Alliierten in der Normandie im Zweiten Weltkrieg, und die vermeintlich unverzichtbarste Figur der letzten beiden Staffeln bekam jäh eine Klinge mitten durch den Leib gestoßen.

Im Trailer zu Staffel 6.2 nun war sie dann überraschend noch einmal zu sehen und seither sind wir mehr als gespannt auf die letzte Strophe dieses so imposanten Heldenlieds. Und ganz egal, ob Michael Hirsts „Vikings“ nun mehr Historienstück oder Fantasy ist, mischt sich in die Vorfreude auch Trauer. Jeder, der gute Geschichten liebt, in denen Schwerter durch die Luft sirren, wird diese Serie zutiefst vermissen. „Vikings, Staffel 6.2 – Finale“, seit 30. Dezember bei Amazon Prime Video, zehn Episoden, von Michael Hirst, mit Alex Hogh Andersen, Alexander Ludwig, Giorgia Hirst, Jordan Patrick Smith, Ragga Ragnars. Den Trailer können Sie sich hier ansehen.

„Pieces of a Woman“: Die Geschichte unglaublicher Trauer

Molly Parker und Vanessa Kirby in „Pieces of a Woman“. © Quelle: Netflix

Was Netflix außer Unterhaltung kann? Na, zum Beispiel ganz großes Kino. „Pieces of a Woman“ erzählt von einem Kind, das bei der Geburt starb, vom Schock des Verlusts, von der unbeschreiblichen Wucht der Trauer, die ein Paar vom Sockel seiner Liebe holt, und von einer zornigen Großmutter, die glaubt, durch einen Prozess gegen die vermeintlich inkompetente Hebamme könne alles wieder gut werden. Regisseur ist der Ungar Kornél Mundruczó, dessen Werke regelmäßig in Cannes um die Goldene Palme streiten und dessen neues Familiendrama schon bei den Filmfestspielen von Venedig Preise einfuhr.

Die Kritiker dort lobten vor allem die beeindruckende Darstellung von Vanessa Kirby (die Prinzessin Margaret der ersten beiden „Crown“-Staffeln). In weiteren Hauptrollen sind Shia LaBeouf („Honey Boy“) und Ellen Burstyn (Oscar für die Hauptrolle in Martin Scorseses „Alice lebt hier nicht mehr“) zu sehen. Auch Kirby wird jetzt schon als Oscarkandidatin gehandelt. „Pieces of a Woman“, ab 7. Januar bei Netflix, Regie: Kornél Mundruczó, mit Vanessa Kirby, Shia LaBeouf, Ellen Burstyn. Den offiziellen Trailer finden Sie hier.

„Moonbase 8″: Ein chaotisches Nasa-Trio

Comedy im Weltraum hatten wir mit „Avenue 5“ zur Genüge? Nun, die Astronauten der Serie „Moonbase 8“ sind gar nicht im Weltraum. John C. Reilly („Stan & Ollie“, „The Sisters Brothers“), Fred Armisen („Portlandia“) und Tim Heidecker („Wir“) spielen in der Showtime-Serie bei Sky ein chaotisches Nasa-Trio, das sich in einer Teststation in Arizona für eine Mondmission qualifizieren will, aber nach Zuschauerermessen keinesfalls in ein Raumschiff gelassen werden sollte. Also: „The Right Stuff“ von Disney+ – nur in komisch.

Skip (Armisen), Rook (Heidecker) und Cap (Reilly) nehmen ihr Training auch am 200. Tag in der Wüste noch unglaublich ernst. Denn alle sind sie einer persönlichen Mission verpflichtet. Das Genie Skip will in die Fußstapfen des Vaters treten, der pathetische Hawaiianer Cap ist ein Hubschrauberpilot, der es allen und sich selbst mit einer Mondfahrt beweisen will, und der Christ und zehnfache Vater Rook möchte das „Wort Gottes im ganzen Universum verbreiten“. Wobei der Mond für Letzteres ein denkbar ungeeigneter Ort ist. Merke: Im Weltraum hört dich niemand beten. „Moonbase 8“, ab 19. Januar bei Sky, sechs Episoden, von Fred Armisen, Tim Heidecker, Jonathan Krisel, mit John C. Reilly, Tim Heidecker, Fred Armisen. Hier geht‘s zum Trailer.

„Die Ausgrabung“: Ein dramatischer Wettlauf mit der Zeit

THE DIG (L-R): CAREY MULLIGAN as EDITH PRETTY, RALPH FIENNES as BASIL BROWN. Cr. LARRY HORRICKS/NETFLIX © 2021 . © Quelle: LARRY HORRICKS/NETFLIX © 2021 

Archäologen graben in Filmen zumeist im Wüstensand. Und dann finden sie Grabkammern, Schätze, Sarkophage, Mumien und manchmal scheint es nach all diesen Freilegungen, als habe sie ein garstiger Pharaonenfluch getroffen. „Die Ausgrabung“ des australisch-schweizerischen Regisseurs Simon Stone (Ibsens „Wildente“) erzählt von einem weit weniger exotischen Grabungsort im englischen Suffolk. In Sutton Hoo wurden 1939 zwei frühmittelalterliche Friedhöfe gefunden. Einer enthielt ein „Schiffbegräbnis“, bei dem – neben dem Boot eines wohl sehr mächtigen Kriegers – eine Unmenge von angelsächsischen Artefakten ans Tageslicht kam. Das Schiff von Sutton Hoo gilt heute als wichtigster je im Vereinigten Königreich gefundener historischer Schatz.

Eher was fürs Dokufach? Aus dem Roman „The Dig“ (2007) des „Sunday Telegraph“-Kritikers John Preston, der ein Neffe der „Sutton Hoo“-Archäologin Peggy Piggott ist, hat Stone einen dramatischen Wettlauf mit der Zeit gefilmt. Die Schätze müssen rasch aus der Erde, denn es steht ein Weltkrieg vor der Tür, und die Bombergeschwader der Nazis ziehen bald schon zerstörungsfreudig über den britischen Himmel. Auch die Besetzung ist ein Goldschatz: Die Rolle von Prestons Tante übernimmt Lily James (zuletzt in „Rebecca“), Carey Mulligan („Collateral“) spielt die Landlady Edith und Ralph Fiennes („Harry Potter“, „Schindlers Liste“) den von ihr angeheuerten Grabungsleiter. Nun kann das große Buddeln beginnen. „Die Ausgrabung“, ab 29. Januar bei Netflix, 112 Minuten, Regie: Simon Stone, mit Lily James, Ralph Fiennes, Carey Mulligan. Den Trailer finden Sie hier.

„Fate: The Winx Saga“: Verfilmung der Zeichentrickserie

© Quelle: Netflix

Der „Winx Club“ ist seit 16 Jahren magisches Mädchenbrimborium in Zeichentrick. In bislang acht Staffeln der Serie des Kindersenders Nickelodeon (dazu kommen Kinofilme, Serienableger und ein kleines Merchandise-Imperium) geht es um den Teenager Bloom, der eigentlich eine Feenprinzessin vom Planeten Domino war, also ein ähnliches Schicksal wie Baby Superman erfuhr. Auf Erden entdeckt Bloom im Teeniealter ihre magischen Kräfte, wird von der Fee Stella aufs Feeninternat Alfea verfrachtet, was – siehe „Harry Potter“ – auch nicht so originell ist. Wobei bei allen Rivalitäten und Feindschaften alles relativ Friede, Freude, Feentorte war – und völlig unspannend für Zuschauerinnen von mehr als zehn Jahren.

Netflix füllt den Feenverein ab 2021 erstmals mit Leben. In der Serie „Fate: The Winx Saga“ spielen Schauspielerinnen die magischen Mädels, es wird düsterer, das zeigt schon der Auftakt des Teasers mit orangenfarbenen Feeniriden und einer Bloom (Abigail Cowen), die Feuer aus ihren Händen fahren lässt. Die Schwerter sind schärfer hier, die Monster unheimlicher, die Feenkräfte lebensgefährlich. „Bloom hat das Potenzial, eine der mächtigsten Feen zu werden, die es in der Welt je gab“, raunt im Trailer eine Stimme aus dem Off. Das wünschen wir ihr auch, das wird sich aber erst erweisen müssen. Für die potenziell mächtigste Hexe Sabrina etwa war schnell Schluss. Das ebenfalls deutlich stärker auf Horror setzende Reboot des Teeniehexen-Serienklassikers „Chilling Adventures of Sabrina“ bei Netflix (2018) wurde bereits nach zwei Staffeln eingestellt. „Fate: The Winx-Saga“, ab 22. Januar bei Netflix, sechs Episoden, von Iginio Straffi, Brian Young, mit Abigail Cowen, Danny Griffin, Hannah van der Westhuysen. Hier geht‘s zum Trailer.

„Your Honour“: Miniserie nach israelischem Vorbild

„Wer immer du bist, wo immer du bist – du wirst gefunden werden“, schwört der Vater des Unfallopfers direkt in die Kamera. Und der Vater des Täters, ein angesehener Richter, der seinem Sohn, dem Unglücksfahrer, zur perfekten Fahrerflucht verhalf, wird leichenblass in seiner schwarzen Robe, denn es ist nicht ratsam, von Jimmy Baxter gefunden zu werden. Weil Jimmy der gefährlichste Mobster von New Orleans ist. Er zieht alle Fäden, sodass es bald enger wird um den Witwer Michael und seinen Filius Adam.

Der Brite Peter Moffat („Undercover“) hat die Miniserie „Your Honour“ nach einem israelischen Original gedreht. Und Bryan Cranston tut darin – wie schon in „Breaking Bad“ – sogar das Schlimmste, wenn es gilt, seine Familie vor Schaden zu bewahren. Der Zuschauer setzt entsprechend vollstes Vertrauen in ihn und freut sich auf den üblichen Ablauf solcher Geschichten: Mit jeder neuen Entscheidung, jeder gut gemeinten Handlung wird alles mindestens doppelt so fürchterlich. „Your Honour“, ab 18. Januar bei Sky, zehn Episoden, von Peter Moffat, mit Bryan Cranston, Hunter Doohan, Michael Stuhlbarg. Hier finden Sie den Trailer.

„Star Trek: Lower Decks“.

Mit den Leuten aus den unteren Gehaltsklassen auf dem mit Hundertschaften bemannten und befrauten Raumschiff „Enterprise“ war das immer so eine Sache. Man sah sie plaudernd auf den Fluren entlanglaufen, aber man sah sie nie richtig und von dem Gesagten verstand man auch kein Wort. Wurde ein Unterastronaut mal näher vorgestellt, um mit Kirk, Spock und McCoy auf einen Planeten gebeamt zu werden, weil dort eine seltsame Kopie von Präsident Lincoln herumgeisterte oder Mini-King-Kongs herumbalgten, war er mit Sicherheit der schon bald zu beklagende Tote der jeweiligen Mission – was Sam Rockwell in einer hinreißenden Szene von Dean Parisots Sci-Fi-Komödie „Galaxy Quest“ (1999) auf den Punkt gebracht hat. Was sonst so los ist unter den niedersten Mannschaftsdienstgraden der Sternenflotte, bei den sogenannten „Ensigns“, erfährt man in Mike McMahans Serie „Star Trek: Lower Decks“.

Zehn Episoden lang folgen wir ab 22. Januar den vier Jungfüchsen Beckett Mariner, Brad Boimler, D’Vana Tendi und Sam Rutherford, die anno 2380 an Bord der „USS Cerritos“ (einem – verglichen mit der „Enterprise“ oder der „Voyager“ – eher unbedeutenden Raumschiff) quasi das Deck schrubben und andere niedere Arbeiten verrichten müssen, während das wichtigere Personal versucht, allerhand galaktischen Anomalien beizukommen. Die Phaser sind, so steht zu vermuten, auf Erheiterung gestellt. „Star Trek: Lower Decks“, bei ab 22. Januar bei Amazon Prime Video, zehn Episoden, von Mike McMahan, Animationsserie. Hier finden Sie den Trailer.

Was wir gesehen haben

Sky-Serie „Two Weeks to Live“ – Maisie Williams hat wieder eine tödliche Liste

Sky zeigt eine neue Serie mit „Game of Thrones“-Star Maisie Williams. In „Two Weeks to Live“ ist sie eine junge, etwas unbeholfene Kämpferin, die den Mörder ihres Vaters töten will, bevor die Welt untergeht. In sechs erfrischend kurzen Episoden mischt sich reichlich Action mit Brithumor à la „Hot Fuzz“. Die Serienkritik von Matthias Halbig lesen Sie hier.

Wie „Citizen Kane“ entstand: Der Netflix-Film „Mank“

Der Netflix-Film „Mank“ erzählt, wie Orson Welles‘ Meisterwerk „Citizen Kane“ entstand. Im Zentrum steht Drehbuchautor Herman J. Mankiewicz, Narr am Hofe Hollywoods. Herausgekommen ist ein Film mit bissigen Dialogen, viel Flair und brisanten Gegenwartsbezügen. Stefan Stosch hat sich den Film angesehen.

Ein Agent, vom Pech verfolgt – die Magenta-Serie „Spy City“

Was Fielding Scott vom britischen Geheimdienst auch anfasst – es geht schief. In der Magenta-Serie „Spy City“ soll er einen Verräter in den eigenen Reihen ausfindig machen. Im Berlin des Jahres 1961 will Spannung allerdings nicht so recht aufkommen. Wir haben reingeschaut.

Wenn Meryl singt, tanzt Netflix: Das Musical „The Prom“

Tu Gutes und sprich darüber! Broadwaystars wollen sich in Ryan Murphys Netflix-Singspiel „The Prom“ als mitfühlende Menschen inszenieren. Sie reisen in die Provinz, um einem lesbischen Teenager beizustehen. Meryl Streep, Nicole Kidman und James „Carpool Karaoke“ Corden in einer allzu schlichten Geschichte. Unsere Kritik finden Sie hier.

Irre Netflix-Komödie – und dann noch wahr: „Die unglaubliche Geschichte der Roseninsel“

Die irre Komödie „Die unglaubliche Geschichte der Roseninsel“ hat einen wahren Kern. Ein italienischer Ingenieur baute sich in den Sechzigern vor Rimini eine eigene Insel. Das Aussteigereiland löste Unruhe bis in höchste politische Kreise in Italien aus. Stefan Stosch hat sich die Komödie angeguckt.

Rätselhafte Robinsonade: Die Amazon-Serie „The Wilds“

Neun junge Frauen stranden in der Amazon-Serie „The Wilds“ auf einer einsamen Insel. Was wie Tom Hanks’ Robinsonade „Cast Away“ beginnt, eskaliert immer mehr Richtung „Lost“. Es stellt sich heraus, dass die Insel gar nicht so einsam ist, wie es den Teenagern erschien. Ob sich die Serie lohnt, erfahren Sie im Text unseres Kollegen Jan Freitag.

„His Dark Materials“: Die zweite Staffel startet – Lyra Listenreich ist zurück

Es sieht aus, als würde Philip Pullmans Romantrilogie im zweiten Anlauf komplett verfilmt. Auf Sky ist die zweite Staffel von „His Dark Materials“ gestartet, der eindrucksvollsten Fantasy seit „Game of Thrones“. Mit Dafne Keen und Ruth Wilson dringt der Zuschauer tiefer ein in Pullmans faszinierendes Multiversum. Die Kritik von Matthias Halbig lesen Sie hier.

„The Midnight Sky“ mit George Clooney: Ist da draußen jemand?

In „The Midnight Sky“ ist George Clooney in seiner ersten Altersrolle zu sehen. Bei dem Netflix-Film ist er Regisseur, Produzent und Hauptdarsteller in einer Person. Vieles hat Clooney in diesen endzeitlichen Stoff gepackt – aber wirklich packend ist wenig. Unsere Rezension.

Schachmatt für die Dame: So ist der Netflix-Erfolg „Queen’s Gambit“

„Damen Gambit“ ist die erfolgreichste Miniserie von Netflix – innerhalb von 28 Tagen wurden die sieben Teile mehr als 62 Millionen Mal angeschaut. Doch kann man das auch als Schachlaie gucken? Und worin liegt die Faszination? Wir haben das mal aufgeschrieben. Lena Obschinky hat reingeschaut.

Ist das Leben nicht schön? – Pixars „Soul“ startet bei Disney+

Ein Jazzpianist zwischen Leben und Tod soll eine kleine, widerspenstige Seele bereitmachen für die Welt. Der Animationsfilm „Soul“ (streambar seit 25. Dezember) erzählt von Schicksal, Berufung und Glück. Disney+ zeigt den fürs Kino geplanten Film, der das Zeug zum Filmklassiker hat, ohne zusätzliche Gebühr. Hier lesen Sie unsere Kritik.

Was uns interessiert

„His Dark Materials“ – dritte Staffel ist bestellt

Philip Pullmans Fantasysaga wird komplett umgesetzt – die dritte Staffel von „His Dark Materials“ ist bestellt. Dafne Keen wandert als listenreiche Heldin Lyra Belacqua durch faszinierende und unheimliche Paralleluniversen, um ein Rätsel zu lösen und Welten zu retten. Drehstart ist im Frühjahr in Wales.

Netflix dreht Sissi-Serie – und hat eine Hauptdarstellerin gefunden

Schauspielerin Devrim Lingnau wird für eine Netflix-Produktion in die Rolle der österreichischen Kaiserin Sisi schlüpfen. Die sechsteilige Serie soll ab Frühjahr 2022 ausgestrahlt werden.

Sky produziert Miniserie um Politskandal: „Die Ibiza-Affäre“

Ein versteckt aufgenommenes Video führte 2019 zum Sturz der österreichischen Regierung. Zwei führende Politiker der FPÖ erklärten sich darin gegenüber einer vermeintlichen russischen Oligarchin zu Korruption und antidemokratischem Vorgehen bereit. Aus dem Stoff will Sky 2021 die vierteilige Miniserie „Die Ibiza-Affäre“ produzieren.

Netflix’ nächster Weltuntergang: Neue Serie der „Dark“-Produzenten geplant

In Serien geht es mit der Welt vorzugsweise zugrunde, auch in Zeiten der Pandemie floriert das apokalyptische TV-Getriebe. Netflix kündigt mit „Tribes of Europe“ eine Saga aus einem im Jahr 2074 zu Stämmen zerfallenen Europa an. Drei Geschwister kämpfen in der Serie der „Dark“-Produzenten Quirin Berg und Max Wiedemann für eine Erneuerung des 2029 durch eine nicht benannte Katastrophe verheerten Kontinents.

Serien bald als Podcast? Netflix testet Audio-only-Modus

Streamingdienst Netflix testet aktuell eine neue Funktion. Mit dem Audio-only-Modus können Nutzer Filme oder Serien ohne Videospur abspielen, sodass nur der Ton zu hören ist. Aus Film oder Serie wird demnach auf Knopfdruck eine Art Hörspiel.

Woran wir uns gern erinnern

Matthias Halbig erinnert sich in dieser Ausgabe an die Serienneuauflage des Kultfilms „Wet Hot American Summer“, die bei Netflix zu sehen ist. Das Sommercamp ist ja ohnehin ein großes Ding in den USA: Amerikanische Eltern haben im Gegensatz zu deutschen kaum Urlaub, der Nachwuchs hat dafür aber endlose Ferien. Deshalb werden die Kinder aus dem Weg geschafft, mit Bussen in Lager verbracht, wo ihnen ältere Teenager und Erwachsene tausendundeine Fertigkeit beibringen sollen – von der Makramee-Eule bis zur Wildwasserfahrt im Schlauchboot.

In Hollywood haben die Geschichten aus den Sommercamps gleich ein ganzes Filmgenre geprägt, den sogenannten Campfilm. Zuletzt wurde es beispielsweise von Wes Anderson mit seiner Komödie „Moonrise Kingdom“ bedient. „Wet Hot American Summer“ hingegen ist eine Parodie auf die hierzulande kaum bekannte Sorte Film.

Der Clou: Die Stars des Films von 2001 spielten ihre Rollen in der Neuauflage „Wet Hot American Summer: First Day of Camp“ von 2015 selbst erneut. Leider blieb es bei einer Staffel – die allerdings lohnt sich. Hier lesen Sie die ausführliche Serienkritik unseres Kollegen.

Fun Facts, die uns gefallen

Woher kommt der Begriff „Jumping the Shark“? Das klären wir in unserem Fun-Fact-Stück.

Haben Sie schon einmal den Begriff „Jumping the Shark“ gehört? Falls ja, dann sind sie ein echter Serienfreak. Falls nicht, folgt nun unnützes Wissen für die nächste Küchenparty direkt nach der Pandemie.

„Jumping the Shark“ bezeichnet den Moment, an dem eine Serie ihren Höhepunkt überschreitet - und die Qualität nachlässt. Wir alle kennen sicherlich eine Serie, auf die das zutrifft. Bei „The Office“ war das sicherlich der Moment, als Steve Carell die Serie verließ. Bei „Friends“ möglicherweise die Szene, als Rachel und Joey zusammenkamen. Und bei „Dexter“ ging es nach dem Ausscheiden des „Trinity-Killers“ nur noch bergab.

Doch woher kommt der merkwürdige Begriff „Jumping the Shark“? Was hat all das mit einem Hai zu tun? So viel sei schon mal verraten: Der RTL-Trashfilm „Hai-Alarm auf Mallorca“ ist nicht schuld an der Begriffsprägung, auch wenn das vielleicht naheliegt. Vielmehr ist es die Siebziger-Erfolgsserie „Happy Days“. In Folge drei der fünften Staffel begegnet Hauptdarsteller Fonzie beim Wasserskifahren einem Hai - und entkommt diesem nur, weil er über ihn herüber springt

Für Kritiker ist klar: Diese Szene ist so unfassbar blöd, dass die einst beliebte Serie „Happy Days“ von nun an nicht mehr zu retten ist. Und der Begriff „Jumping the Shark“ entwickelt sich im amerikanischen Raum zu einem Synonym für genau diesen schlimmen Moment einer Serienproduktion. Mehr über das Phänomen lesen Sie in diesem Text von Matthias Schwarzer.

Was wir hinter den Kulissen erleben

Die neue Staffel „Jerks“ wird mitten in der Corona-Pandemie gedreht. Christian Ulmen spricht darüber im RND-Interview. © Quelle: picture alliance / Soeren Stache/dpa

Interview mit Christian Ulmen: So läuft der „Jerks“-Dreh während der Pandemie

Fahri Yardim und Christian Ulmen waren gerade erst wieder mit einem „Jerks“-Spezial auf Joyn zu sehen. Kurz zuvor haben beide mit unserem Kollegen Thomas Kielhorn gesprochen. Im Interview erzählt Christian Ulmen etwa, wie die Corona-Pandemie den Dreh der neuen „Jerks“-Staffel beeinflusst hat. Das Gespräch können Sie hier lesen.

„Jerks“-Star Fahri Yardim: „Früher wollte ich von allen geliebt werden“

Auch Fahri Yardim hat einiges zu erzählen. Im RND-Interview spricht der „Jerks“-Schauspieler über Geschenke, Geheimtipps und sein Image als Gangsterrapper. „Früher wollte ich von allen geliebt werden. Je mehr mich mochten, desto weniger gefiel ich mir selbst“, sagt Yardim.

Heiner Lauterbach: „Werde immer das Beste aus Figur herausholen, auch wenn ich Hitler spiele“

Dem Schauspieler Heiner Lauterbach ist sein Job sehr wichtig, er will jede Rolle bestmöglich spielen. Aktuell ist er in der TV-Now-Miniserie „Unter Freunden stirbt man nicht“ zu sehen. Im Interview mit unserer Kollegin Hannah Scheiwe spricht er über den Umgang mit dem Tod in Filmen, sein Verständnis von Schauspielerei und unerwünschte Kritik.

Und jetzt: Ran an die Fernbedienung! Gute Unterhaltung beim Streamen wünscht Ihnen das Stream-Team: Matthias Halbig, Lena Obschinsky, Matthias Schwarzer und Imre Grimm.

Abonnieren Sie auch:

Der Tag: Wissen, was der Tag bringt: Erhalten Sie jeden Morgen um 7 Uhr das Nachrichten-Briefing vom RedaktionsNetzwerk Deutschland.

What’s up, America? Unser Newsletter zur Präsidentschaftswahl in den USA, immer dienstags und freitags.

Die Pandemie und wir: Die wichtigsten Nachrichten der Woche, Erkenntnisse der Wissenschaft und Tipps für das Leben in der Krise – jeden Donnerstag.

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen