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Die Streamingtipps für Januar: Viele Comebacks und ein paar Geheimtipps für den Winter

  • Im Januar kehren jede Menge Kinder- und Jugendstars zurück auf die Bildschirme.
  • Sky zeigt ein Special zu „Harry Potter“, Disney+ einen neuen Teil von „Ice Age“ – und ebenfalls dort feiern gleich mehrere Hip-Hop-Ikonen der Neunziger ihr Comeback.
  • Die Streamingtipps für den Januar und ein paar Geheimtipps hat unser Stream-Team zusammengestellt.
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Liebe Leserinnen und Leser,

Der Winter hat begonnen, Hochsaison für heimische Binge-Festivals! Aber was, wenn Sie alle „großen“ Serien schon kennen? Wenn Sie „Bridgerton“, „WandaVision“, „The Witcher“, „The Marvelous Mrs. Maisel“ und „Haus des Geldes“ längst gesehen haben und „Squid Game“ nichts für Sie ist? Dann ist es Zeit für die Mauerblümchen im Serienüberangebot – die kleinen, feinen, übersehenen und unterschätzten Perlen.

Im Schatten der globalen Superhits gedeihen immer wieder bescheidene Pflänzchen, die es trotz unbestreitbarer Qualität und origineller Plots nicht zum allseits beliebten und bekannten Hit geschafft haben. Zum „Staffelfinale“ des Jahres 2021 wollen wir zehn dieser weniger bekannten Goldstücke aus dem Dunkel des Algorithmus holen und Ihnen ans Herz legen.

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Wer Comedy mit Herz, Wärme und einem bezaubernden Cast mag, könnte mit „Superstore“ glücklich werden (alle sechs Staffeln bei Netflix). Die Belegschaft eines riesigen Supermarktes rund um die zauberhafte America Ferrara („Ugly Betty“) als unerschütterliche Angestellte Amy durchlebt und durchleidet allerlei menschliche, absurde und hochkomische Dramen und klammert sich wie eine liebende, aber dysfunktionale Familie in Zeiten ökonomischer Kälte fest aneinander.

Um die Liebe geht es auch in „Lovesick“, einer britischen Dramedyserie um den verpeilten Dylan. Der Mann hat ein Problem: Er hat sich mit Chlamydien infiziert. Davon muss er nun allen früheren Sexpartnerinnen berichten – und von denen gibt es nicht wenige. Ihm zur Seite stehen seine Mitbewohner Luke und Evie. „Lovesick“ (drei Staffeln bei Netflix) ist eine fröhliche Geschichte über Freundschaft, Liebe und Geschlechtskrankheiten.

Einen Schuss düsterer geht es in „Hap and Leonard“ zu, einer Buddy-Crime-Serie (derzeit nur auf DVD) nach der Buchreihe von Joe R. Lansdale über zwei Freunde aus Texas, die es in den Achtzigerjahren mit Killern und Cops aufnehmen. Der ehemalige Kriegsdienstverweigerer und Frauenheld und der homosexuelle schwarze Vietnam-Veteran ermitteln in schweflig-schwülen Bildern.

Unter dem Radar lief bislang auch die vierteilige HBO-Miniserie „Olive Kitteridge“ (Sky) mit Frances McDormand in Höchstform – als kratzbürstige, depressive Mathematiklehrerin in einer kleinen Küstenstadt in Maine. Großartiges, kluges und ruhig erzähltes Fernsehen mit McDormand in der Rolle ihres Lebens.

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„The Restaurant“ (Joyn, Amazon) ist eine opulente schwedische Serie über ein familiengeführtes Luxusrestaurant in der Nachkriegszeit. In der reichhaltigen Geschichte um Koch Calle (Charlie Gustafsson) und die schöne Nina (Hedda Stiernstedt) spiegeln sich historische Ereignisse, doch im Kern geht es um das Beziehungsgeflecht einer Familie. Eine Serie wie ein edles Fünf-Gänge-Menü.

In der Musik-Drama-Serie „Empire“ (fünf Staffeln bei Disney+) geht es um Liebe, Hass, Eifersucht und Verbrechen hinter den Kulissen des fiktiven US-amerikanischen Hip-Hop- und Entertainment-Labels Empire Entertainment. Dessen Gründer Lucious Lyon (Terrence Howard) kennt keine Skrupel, um seinen Laden groß zu machen. Doch seine Ehefrau und seine egozentrischen Söhne haben eigene Pläne. Mit der Zeit wiederholen sich die Motive, doch die Energie der Serie ist groß.

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Um dynastische Wirren dreht sich auch die Mafiaserie „Godfather of Harlem“ (Disney+, Magenta TV) mit Forest Whitaker als Gangsterboss Bumpy Johnson, der nach Jahren im Gefängnis feststellt, dass sich die Machtverhältnisse unter Harlems Gangstern verschoben haben. Eisern erkämpft er sich seine Vormachtstellung zurück – und trifft dabei auch auf Malcolm X.

Wer sich für clevere Familiencomedy interessiert und „The Middle“, „Modern Family“, „Arrested Development“ und „Fuller House“ schon gesehen hat, könnte mit „Life in Pieces“ (Amazon Prime Video) glücklich werden. In jeweils vier kurzen Episoden pro Folge erzählt die Sitcom (ohne Dosenlachen) Familienanekdoten der Großfamilie Short-Hughes jeweils aus der Sicht der Familienmitglieder. Mit dabei: James Brolin, Dianne Wiest und Tom Hanks‘ Sohn Colin Hanks.

Noch immer eher ein Geheimtipp ist auch „The White Lotus“: In einem hawaiianischen Luxusresort treffen reiche Familien, desillusionierte Angestellte und diverse Vorurteile aufeinander. In tropisch-farbsatten Bildern erzählt die HBO-Serie von kleinen und großen Dramen – zur einhelligen Freude von Kritikern und Zuschauern. „White Lotus“ hatte erst im Sommer 2021 Premiere und könnte sich zum Hit entwickeln.

Den schlichten Titel „Love“ (Netflix) trägt eine US-amerikanische romantische Comedyserie, die von RomCom-Spezialist Judd Apatow, Lesley Arfin und Paul Rust entwickelt wurde. Die Hauptrollen spielen die großartige Gillian Jacobs als verpeilte Großstadtpflanze Mickey und Paul Rust als Privatlehrer eines verwöhnten Hollywoodkinderstars. Eine urbane kleine Liebesgeschichte, die wunderschön den Zeitgeist einfängt.

Das waren die zehn versteckten Perlen aus dem Streamingangebot – doch auch unter den neuen Produktionen findet sich viel Sehenswertes,

Viel Spaß beim Schauen wünscht Ihnen ihr Stream-Team:

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Matthias Halbig, Lena Obschinsky, Imre Grimm und Matthias Schwarzer

Worauf wir uns freuen

Harry Potter „Return to Hogwarts“ – Neues Futter für Zaubererfans

Zehn Jahre ist es her, dass die Verfilmung des letzten J. K. Rowling Bandes „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes 2″ in den Kinos anlief, nun gibt es endlich Nachschub für Fans des Zauberers. Es ist kein Film und auch kein neuer Handlungsstrang, erdacht von einer der erfolgreichsten Autorinnen der Welt – dennoch: Sky hat einiges auf die Beine gestellt zum 20. Geburtstag des ersten „Harry Potter“-Films. Gleich zwei Specials sind ab dem 1. Januar zu streamen: In „Return to Hogwarts“ kehren die drei Hauptdarsteller Daniel Radcliffe, Emma Watson und Rupert Grint so wie viele andere bekannte Darsteller erstmals zurück nach Hogwarts, erinnern sich in Interviews an die gemeinsame Zeit und die Produktion der Blockbuster zurück. Das vierteilige Special „Tournaments of Houses“ ist eine Art Quizshow mit Harry-Potter-Fans – moderiert von Oscarpreisträgerin Helen Mirren. Jan Freitag hat schonmal vorab reingeschaut.

„Harry Potter – Return to Hogwarts“ und „Harry Potter - Tournaments of Houses“, mit Emma Watson, Daniel Radcliffe, Rupert Grint und Helen Mirren (ab 1.1. bei Sky) Hier finden Sie Trailer 1 und Trailer 2.

Leben und sterben lassen – Mit „Ozark“ endet ein Netflix-Hit

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Jason Bateman und Laura Linney in der vierten und letzten Staffel von „Ozark“. © Quelle: COURTESY OF NETFLIX

Die dritte Staffel von „Ozark“ endete mit einem Besuch beim zornschwitzenden Babbo aller Übelmänner, und man dachte schon, das letzte Stündlein des einstmals braven Finanzberaters Marty Byrde (Jason Bateman) und seiner toughen Gattin Wendy (Laura Linney) könnte geschlagen haben. Dann aber lag wer anders verröchelnd am Boden und es konnte weitergehen mit den zwielichtigen Geschäften im traumhaften Erholungsgebiet des Lake of the Ozarks in Missouri, mit herrlich prekären Charakteren wie Ruth Langmore (Julia Garner) und Darlene Snell (Lisa Emery) und mit Protagonist Martys unnachahmlicher Art, beim Ausräumen eines tödlichen Problems drei neue zu kreieren.

Leider ist Staffel vier die letzte Runde für die lustigen, streitbaren Byrdes. Kommen sie davon? Werden sie sterben? Und warum läuft der Trailer zur vierten Staffel einer der beste Netflix-Serien eigentlich rückwärts? Dies und mehr steht demnächst zu ergründen.

„Ozark“, vierte Staffel, von Bill Dubuque und Mark Williams, mit Jason Bateman, Laura Linney, Julia Garner, Sofia Hublitz, Skylar Gaertner (ab 21. Januar bei Netflix). Hier finden Sie den Trailer.

„As We See It“ – Drei Freunde und die Kunst der Lebensnavigation

Harrison (Albert Rutecki) berührt das Fenster, seine Finger zucken zurück, die Augen sind panisch. Er selbst, draußen, das ist für ihn unvorstellbar. Wie überhaupt das „normale“ Leben für ihn nicht immer leicht nachzuvollziehen ist. Mit den Twens Jack (Rick Glassman) und Violet (Sue Ann Pien), beide ebenfalls Autisten lebt er in einer WG und navigiert sich mit Hilfe einer einfühlsamen Betreuerin (Sosie Bacon) durch den Alltag.

Emmy-Gewinner Jason Katims („Parenthood“) erzählt mit seinen Hauptdarstellern, die selbst dem autistischen Spektrum zuzurechnen sind, von Akzeptanz, Inklusion und dem Mut zu kleinen Schritten. Dabei setzt seine Dramedy weder auf Tränen noch auf Pointen. Mit viel Charme und Empathie legt er dem Publikum Violet, die Liebe und Sex will, Jack, der sich mit dem Sterben seines Vaters auseinandersetzen muss und Harrison, der sich dann doch auf die Straße traut, ans Herz.

„As We See It“, erste Staffel, von Jason Katims, mit Sue Ann Pien, Rick Glassman, Albert Rutecki, Sosie Bacon, Joe Mantegna (ab 21. Januar bei Amazon Prime Video). Hier geht‘s zum Trailer.

Denzel Washington als Macbeth in einem Coen-Film ohne Humor

Hexen sind selten gute Ratgeberinnen. Dem General Macbeth flüsterten sie ins Ohr, er würde irgendwann König sein an des Königs statt. Weil ihm „irgendwann“ zu vage war, brachte er den Throninhaber rasch zu Tode, nur um forthin misstrauisch und bösartig gegen jedermann zu agieren.

„O Bruder Ethan, wo bist du?“ wird mancher Fan der Coen-Brüder („Fargo“, „The Big Lebowski“) rufen, denn Ethan Coen blieb bei Joel Coens Shakespeare-Adaption „The Tragedy of Macbeth“ außen vor. Und so schreitet Denzel Washington als Schotte durch ein grabesdüsteres Schwarzweißszenario, das an den deutschen Expressionismus der Golems und Caligaris erinnert und in dem viel Blut fließt aber kaum ein Tropfen Humor.

„The Tragedy of Macbeth“, Film, 105 Minuten, Rege: Joel Coen, mit Denzel Washington, Frances McDormand, Brendan Gleeson, Corey Hawkins (ab 14. Januar bei Apple TV+). Hier können Sie sich den Trailer anschauen.

„München“ – Zwei Männer versuchen die Welt zu retten

 „München“ mit Jannis Niewohner und Paul Hartman läuft im Januar bei Netflix. © Quelle: Frederic Batier / NETFLIX

Aus Rom nichts Neues! Auf die von Schriftsteller Robert Harris vor einigen Jahren in einem RND-Interview angekündigte Serie zu seinen überragenden Cicero-Romanen warten wir leider immer noch. Einstweilen führt uns Regisseur Christian Schwochow („Bad Banks“) in das finstere Imperium eines anderen Harris-Buchs. Im Nazi-Deutschland des Jahres 1938 versucht der Appeasement-Politiker Neville Chamberlain den Krieg, den Hitler will, um den Preis des Sudetenlands hinauszuschieben. „Man darf mit Gangstern nicht Poker spielen, ohne ein Ass im Ärmel zu haben“, verkündet der britische Premier.

In diesen historischen Rahmen flicht Harris das Bild eines jungen britischen Diplomaten (George MacKay) – Chamberlains Ass – der von einem einstigen deutschen Freund (Jannis Niewöhner) ein Dokument nach England schaffen soll, das die menschenverachtenden Pläne des Führers offenbaren würde. Der Plot erinnert entfernt an Harris Durchbruchsroman „Vaterland“ (1992), in dem außer Landes geschmuggelte Unterlagen im (fiktiven) Nachkriegsnazideutschland den Holocaust beweisen sollen.

„München – Im Angesicht des Krieges“, Film, 129 Minuten, Regie: Christian Schwochow, mit George MacKay, Jeremy Irons, Jannis Niewöhner, August Diehl, Sandra Hüller, Liv Lisa Fries, Ulrich Matthes (ab 21. Januar bei Netflix). Hier geht‘s zum Trailer.

Wen hat die Herzogin geherzt? – Die zweite Staffel von „A Very British Scandal“ startet

Wars der Bruder des Raketenwissenschaftlers Wernher von Braun? Wars der Schwiegersohn von Winston Churchill? War es gar der britische Verteidigungsminister? 1963 war die Scheidung des Duke von Argyll der Brit-Skandal des Jahres. Im Prozess präsentierte Polaroids zeigten eindeutig die nackte Herzogin, die einem nicht zu identifizierenden Fremden eine Fellatio angedeihen ließ. Zu viel für das „no sex please“-Country, das ja gerade erst die Profumo-Affäre ohne Inseluntergang überstanden hatte.

Die zweite Staffel der Anthologieserie „A Very British Scandal“ widmet sich in ihren drei Folgen der „dirty duchess“ – den Szenen einer kaputten Ehe und den Szenen einer medialen Schlammschlacht. Die lustvolle Adelige wird dabei von niemand anderem als Claire Foy verkörpert, die in „The Crown“ die Queen spielte (die damals über die Libido der Herzogin Margaret kaum amüsiert gewesen sein dürfte). Extratipp: Die erste Staffel von „AVBS“ mit Hugh Grant als mordverdächtigem Chef der Liberal Party war ein pures Vergnügen.

„A Very British Scandal“, zweite Staffel, von Sarah Phelps, Regie: Anne Sewitsky, mit Claire Foy, Paul Bettany, Julia Davis, Amanda Drew (ab 1. Januar bei MagentaTV). Hier finden Sie den Trailer.

Eine Klasse für sich – vier Hip-Hop-Ladys wollen‘s nochmal wissen

Eve, Naturi Naughton, Nadine Velazquez and Brandy in der Disney-Serie „Queens“. © Quelle: ABC

Alle für einen! Die vier Ladymusketiere von „Queens“ waren mal die Speerspitze des Hip-Hop. Doch die „glory days“ der Nasty Bitches (wie hätten sie auch sonst heißen sollen?) sind 22 Jahre her: Brianna, einstmals bekannt als Professor Sex zieht jetzt fünf Kinder groß und auch für Jill/Da Thrill, Naomi/Xplicit Lyrics und Valeria/Butter Pecan ist der „fame“ reichlich „lame“ geworden. Der Manager hat dann die alte Blues-Brothers-Idee: „Wir bringen die Band wieder zusammen.“ Erst für einen nostalgischen TV-Auftritt. Dann volle Lotte.

Die einzige Darstellerin im Popkleeblatt ohne Musikvergangenheit ist Nadine Velazquez („Major Crimes“, „Hart of Dixie“, „Six“). Der einstige Dr.-Dre-Schützling Eve, die schon mit 15 zu Starruhm gekommene Brandy und das frühere 3LW-Mitglied Naturi Naughton zeigen als in die Jahre gekommene Popstars mitreißende Tanzdarbietungen. Auch sonst groovt der Mix aus Drama, Komödie und Musikfilm mächtig – und die Heldinnen verteilen auch untereinander so einige Beats.

„Queens“, erste Staffel, von Zahir McGhee, Regie: Tim Story, mit Eve, Brandy, Nadine Velazquez, Naturi Naughton (ab 19. Januar bei Disney+). Hier finden Sie den Trailer.

Da waren sie einer weniger – „The Afterparty“ ist eine Krimikomödie über Narrative (und Mörder)

Selbe Geschichte, verschiedene Narrative. Wie spannend dieser nicht ganz neue Erzählkniff werden kann, bewies erst kürzlich der nimmermüde Regiealtmeister Ridley Scott mit „The Last Duel“, seinem grandiosen #MeToo-Ritterfilm. Nuancen in der Erzählweise von Burgfrau und (Un-)Edelmann verwandeln eine Vergewaltigung in aus freien Stücken gewährten Sex. Fasziniert sah man im Kino dem mittelalterlichen Wahrheitsverdrehen zu, das derzeit schon bei Disney+ streambar ist.

Ähnlich funktioniert die Krimi-Comedy „The Afterparty“. „Wir werden ewig leben!“, leitet Popstar Xavier die Nachfeier zum Highschooltreffen euphorisch ein. Um noch am selben Abend das Gegenteil zu beweisen. Die Polizei sucht einen Mörder, die Ermittlerin will die „mind movies“ der Gäste vergleichen. Und ein bestens aufgelegtes Ensemble verwandelt das Immergleiche in (höchst vergnüglichen) Abwechslungsreichtum.

„The Afterparty“, Serie, von Tiffany Haddish, Sam Richardson, Zoë Chao, Ben Schwartz, Ike Barinholtz (ab 28 Januar bei Apple TV+). Den Trailer zur Serie finden Sie hier.

Zurück in der „Ice Age“-Welt – Ein Wiesel gibt jetzt den Ton an

Die Althelden aus „Ice Age“, hier Faultier Sid und Säbelzahntiger Diego, spielen im neuen Teil der Filmreihe nur eine untergeordnete Rolle. © Quelle: Disney

20 Jahre ist es her, dass ein Faultier, ein Säbelzahntiger und ein Mammut gemeinsam ein Eiszeitmenschenbaby vor dem Tod bewahrten. „Ice Age“, die an „3 Männer und ein Baby“ angelehnte Hege- und Pflegegeschichte in unwirtlichster Natur, animierte die Animateure zu regelmäßigen Fortsetzungen. Die deutsche Synchronisierungslispelei von Otto Waalkes für das Faultier Sid wurde zum Hit. Ohne Otto? Wäre die fröhliche Kinoeiszeit wohl schnell weggeschmolzen.

Zum Jubiläum kommt nun „Ice Age – Die Abenteuer von Buck Wild“, und da geht es wieder hinab in die unterirdische „verlorene Welt“ der Saurier. Trailer und Titel lassen darauf schließen, dass Buckminster, das aus „Ice Age – Kollision voraus!“ (2016) bekannte Rabaukenwiesel mit der Augenklappe sowie die naiven Opossum-Brüder Crash und Eddie Hauptrollen spielen. Die drei Althelden stehen – zumindest im Clip – eher am Rande. „Ich liebe Familientreffen“, zischelt Sid immer noch mit Ottos Stimme. Kommt auf die Familie an!

„Ice Age – Die Abenteuer von Buck Wild“, Animationsfilm, 89 Minuten, Regie: John C. Donkin (ab 28. Januar bei Disney+). Hier geht‘s zum Trailer.

Was wir gesehen haben

Jane Campion kann auch Western: „The Power of the Dog“ bei Netflix

Benedict Cumberbatch und Jesse Plemons sind in „The Power of the Dog“ (Netflix) zwei rivalisierende Rancherbrüder im Montana der Zwanzigerjahre. Die Liebe und der Wandel der Zeiten bringen ihr Leben aus dem Gleichgewicht. Star der Tragödie im Westerngewand ist Kodi Smit-McPhee als zarter schwuler Junge in der sterbenden Welt der Cowboys. Matthias Halbig hat reingeschaut.

Guck nicht, was da kommt! – Andy McKays stargespickte Kometensatire „Don‘t Look Up“ bei Netflix

Jennifer Lawrence, Leonardo DiCaprio, Meryl Streep und Cate Blanchett – sie und viele Stars mehr sind dabei, wenn in „Don‘t Look Up“ (Netflix) ein Komet auf die Erde zurast. Andy McKay erzählt von der Ignoranz der Menschen gegenüber unsichtbaren Dingen und liefert eine pointierte Parabel auf Klimakrise und Corona-Pandemie. Unser dem Filmtitel zuwiderlaufender Tipp: Unbedingt anschauen. Unsere Rezension.

Zweite Staffel von „Emily in Paris“: Konzept bleibt gleich, die Qualität nicht

„Emily in Paris“ war eine der beliebtesten Netflix-Shows von 2021 – nun gibt es die zweite Staffel.

„Emily in Paris“ zählt 2021 zu den Top Ten der weltweit meist gestreamten Netflix-Serien. Am 22. Dezember erschien die zweite Staffel der Culture-Clash-Komödie. Serienschöpfer Darren Star schafft es allerdings nicht, sein Konzept gleichermaßen erfolgreich umzusetzen, findet Martin Schwickert.

Netflix-Drama „The Unforgivable“ mit Sandra Bullock: Geht das Leben weiter?

Sandra Bullock spielt Ruth Slater – eine Frau, die 20 Jahre wegen Polizistenmords im Gefängnis saß. Als sie entlassen wird, versucht sie mit ihrer kleinen Schwester Kontakt aufzunehmen. „Systemsprenger“-Regisseurin Nora Fingscheidt hat den Drama-Thriller-Mix „The Unforgivable“ (Netflix) einfühlsam inszeniert. Unsere Kritik.

Maradonas Geist über Neapel: der Netflix-Film „Die Hand Gottes“

Für den Italiener Paolo Sorrentino ist „Die Hand Gottes“ sein persönlichster Film. Der Regisseur blickt mit Sinn fürs Groteske zurück auf seine eigene Jugend in Neapel – und hat für Fußballstar Maradona eine ganz besondere Rolle. Stefan Stosch hat reingeschaut.

„Sisi“ ist zurück: tiefgründige Wiederauferstehung einer Kultschmonzette

RTL hat den Klassiker „Sisi“ neu verfilmt. Der Privatsender liefert mit dem Sechsteiler hochwertiges und anspruchsvolles Kostümfernsehen. Das Remake ist seit dem 12. Dezember beim Streamingdienst RTL+ zu sehen, seit dem 28. Dezember auch im linearen Fernsehen. Jan Freitag hat eingeschaltet.

Netflix-Fantasyserie „The Witcher“: Geralt von Riva schwingt wieder die Schwerter

Cirilla (Freya Allan, links) und Geralt (Henry Cavill) in Staffel zwei von „The Witcher“. © Quelle: JAY MAIDMENT/Netflix/dpa

Geralt von Riva ist endlich zurück – der Bekämpfer furchterregender Monster wird der Schutzpatron einer Prinzessin. In der zweiten Staffel von „The Witcher“ (Netflix) ist die Erzählweise epischer geworden. Das stärkt die Serie und macht sie noch mehr zum Fest für Fantasyfans. Unsere Kritik.

Wenn‘s bloß mal super wär‘ im Supermarkt: Krieg der Filialen in Comedyserie „Die Discounter“

Bis heute riskieren die Beschäftigten im Supermarkt ihre Gesundheit, um die Versorgung der Corona-Republik zu gewährleisten. In der Amazon-Prime-Comedy-Serie „Die Discounter“ (bereits streambar) scheint die Filiale von Kolinski Feinkost nur mit höchst seltsamen, arbeitsscheuen Mitarbeitern besetzt. Nach einer Weile wachsen sie einem aber trotzdem ans Herz. Hier geht‘s zur Rezension.

„El Dorado KaDeWe“: Die wilden Zwanziger rauschen durch die ARD

In den Zwanzigerjahren wurde das Kaufhaus des Westens zum Aushängeschild des weltoffenen Berlins. Julia von Heinz‘ sechsteilige Serie „El Dorado KaDeWe – Jetzt ist unsere Zeit“ (ARD-Mediathek) lässt diese Zeit lebendig werden, indem sie Vergangenheit und Gegenwart verschmilzt. Valerie Stoll und Lia von Blarer spielen eine verbotene Liebe in einem der TV-Höhepunkte des Jahres. Unsere Kritik.

Fun Facts, die uns gefallen

Eine Szene aus Staffel 11 Mysteryserie „Akte X“: Fox Mulder (David Duchovny, rechts) und seine Kollegin Dana Scully (Gillian Anderson) bringen Licht ins Dunkel.

Hätten Sie gewusst, dass eine Folge der Sci-Fi-Erfolgsserie „Akte X“ nach der Ausstrahlung im Giftschrank landete und fortan nicht mehr im Fernsehen lief?

Konkret geht es um die Episode „Home“ (zu Deutsch: „Blutschande“), die zweite Episode der vierten Staffel. In der Folge bringt eine Frau ein deformiertes Baby zur Welt, welches anschließend von drei ebenfalls nicht ganz gesund aussehenden Männern im Regen vergraben wird. Die Kinderleiche wird bald darauf von ein paar Jungs beim Baseballspielen entdeckt.

Mulder und Scully finden später heraus, dass die Deformierung durch Inzest entstanden ist – und jede Menge verstörende Szenen folgen. Für den TV-Sender Fox war das damals zu viel des Guten: Er strahlte die Folge zwar aus, danach jedoch nie wieder.

Erst mehrere Jahre später erblickte die Episode wieder das Licht der Welt, auf dem US-Kabelsender FX. Heute kann man die Folge ganz regulär über Streamingdienste erwerben, etwa bei Apple TV oder Amazon.

Was wir hinter den Kulissen erleben

In „The Morning Show“ auf Apple TV+ wird die Corona-Pandemie offensiv thematisiert – in anderen Serien sieht noch alles aus wie 2019. © Quelle: Getty Images for Apple TV+

Die Ereignisse der vergangenen Wochen haben gezeigt: Corona könnte uns länger begleiten als uns lieb ist. In vielen Filmen und Serien allerdings hat die Pandemie bis heute nicht stattgefunden.

Es gibt keine Plexiglasscheiben an den Supermarktkassen, keine Desinfektionsspender – und Maske trägt sowieso niemand, obwohl die Produktionen teils mitten im Lockdown gedreht wurden. Wann wird sich das ändern? Matthias Schwarzer mit einem Blick auf Serien, Filme und die Corona-Thematik.

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