Die Streaming-Tipps für Oktober: Alle Zeichen stehen auf Grusel

  • Der Streaming-Monat Oktober verspricht jede Menge Grusel-Momente – schließlich steht Halloween vor der Tür.
  • Neben Serienproduktionen wie „Day of The Dead“ bekommen sogar die Muppets ein Halloween-Special spendiert.
  • Wer sich nicht gruseln mag, findet im neuen Newsletter unseres Stream-Teams aber auch ein paar harmlosere Tipps.
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Liebe Leserinnen und Leser,

eine Hütte im Wald. Schwarze Nacht. Ein Mädchen liegt im Bett und denkt, es sei allein. Aber das ist es nicht. Denn plötzlich knarrt die Tür. Sie öffnet sich. Niemand ist zu sehen. Dann plötzlich verspürt das Kind einen Eishauch am Hals. Es ist der Atem eines unsichtbaren Wesens. Es ertönt ein Schrei wie aus dem tiefsten Schlund der Hölle … Gruselig? Gut so.

Grusel ist ein populäres Genre. Herzrasen, schreckgeweitete Augen, heftige Schockreize – das alles hat Millionen Fans, denn nirgends lassen sich menschliche und übermenschliche Untiefen wohliger ausloten als angesichts perfekt inzensierten Horrors in der Sicherheit unseres Sofas.

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Schon Aristoteles befand, dass das Nachvollziehen starker Angst eine Art Katharsis bewirke, eine Seelenreinigung. Stellvertretend für uns verzagte Menschlein überschreitet das Monster im Horrorfilm jede Grenze, lässt jede Norm hinter sich, während dem Zuschauer das Blut in den Adern gefriert. Angst! – Aufschrei! – erlöstes Lachen! Das ist der Dreiklang der Angstlust. Das lustvolle Unbehagen in Film und Fernsehen feiert im Herbst seine jährliche Blüte.

Bei SYFY (auf Sky) etwa geht ab dem 27. Oktober „Day of The Dead“ an den Start, die Serienadaption jenes Films von 1985, in dem sich sechs Überlebende einer Zombie-Apokalypse in 24 Stunden der Angriffe allerhand aggressiver Untoter erwehren müssen. Halloween hat sich als aus den USA (re-)importierter Konsumanlass auf der Basis uralter irisch-katholischer Bräuche auch in Deutschland fest etabliert, das kollektive Spiel um Tod und Teufel, diese wilde Mischung aus Fasching, Geisterbahn und Zuckerfestival.

Im 45. Jahr ihres Bestehens feiern nun auch die Muppets ihr erstes Halloween-Special: Inspiriert vom Gruselhaus „Haunted Mansion“ aus den Disney-Themenparks gruseln sich die Puppen durch eine schräge Story, zu sehen ab dem 8. Oktober auf Disney+. Doch auch jenseits des Grusels sind die virtuellen Regale der großen Streamingdienste zu Herbstbeginn prall gefüllt. Die besten Tipps haben wir wie immer für Sie zusammengestellt.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Streamen!

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Ihr Stream-Team Imre Grimm, Matthias Halbig, Lena Obschinsky und Matthias Schwarzer

Worauf wir uns freuen

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Dwayne Johnson for President! - „Young Rock“ bei Sky

Der Ex-Wrestler Dwayne „The Rock“ Johnson, Hollywoods Mann für Actioncharaktere mit großem Herzen, kandidiert 2032 für das Amt des US-Präsidenten. Die lustige Vorstellung bildet den Sci-fi-Rahmen für eine Sitcom. Randall Park („The Interview“, „WandaVision“), anno 2032 ein Nachrichtenchef, spricht mit dem Kandidaten, und The Rock erzählt, wie es so war, als er noch kein starker Fels, sondern ein kleiner Kiesel war. Drei Jungdarsteller spielen Johnson 1982, 1987 und 1990 als Zehn-, 15- und 18-Jährigen. Dem Trailer nach zu urteilen ist alles knallkomisch, ohne dass echte Familienmitglieder beleidigt sein dürften. Johnson selbst hat im (Fake-)Interview natürlich die Aura eines Traumpräsidenten. Ob die Serie Teil eines Plans ist, bleibt erst mal offen ...

„Young Rock“, elf Episoden, von Jeff Chiang, Nahnatchka Khan, mit Dwayne Johnson, Randall Park, Joseph Lee Anderson, Stacey Leilua (ab 4. Oktober bei Sky). Hier sehen Sie den Trailer.

„North Water“ – Colin Farrell als Harpunier mit einem Herzen aus Finsternis

Harpuniere? Die Filmgeschichte kennt nur wenige herausragende. Eigentlich fällt uns nur Queequeg ein, der pazifistische Polynesier an Bord der Pequod in John Hustons Verfilmung des Romans „Moby Dick“ von 1956. Jetzt gibt es einen weiteren: Henry Drax, gespielt von Colin Farrell. Leider ist der menschlich gesehen weit entfernt von jedweder Meisterschaft. An Bord des Walfangschiffs Volunteer plant er anno 1859 mit dem ruchlosen Ersten Maat (Sam Spruell) die Ermordung des Arztes Sumner (Jack O‘Donnell) – eines Schmuckstücks wegen. Und das ist noch das geringste Problem, das in der Miniserie „North Water“ auf die Besatzung des unseligen Schiffs wartet. Am Ende wäre den Leuten auf der Volunteer wohl auch ein gigantischer weißer Wal willkommen.

„North Water“, fünf Episoden, Regie: Andrew Haigh, mit Jack O‘Donnell, Colin Farrell, Tom Courtenay, Sam Spruell (ab 14. Oktober bei Magenta TV). Hier geht‘s zum Trailer.

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„Diana: Das Musical“ – Bei Netflix singt die Prinzessin der Herzen

Bei Netflix startet am 1. Oktober „Diana – das Musical“. © Quelle: Netflix

Am Ende gehört die Krone doch immer der Königin. Olivia Colman wurde für ihren Part der Queen Elizabeth in „The Crown“ gerade erst mit dem Hauptrollen-Emmy gekürt, Emma Corrin als Prinzessin Diana ging leer aus. Dafür bekommt Lady Di jetzt ein Musical bei Netflix. Musicalstar Jeanna de Waal („Wicked“, „Kinky Boots“) schlüpft in „Diana: The Musical“ in die Rolle der von aller Welt (bis auf Prinz Charles) Geliebten. Und wie die Blicke von Judy Kaye im Trailer giften, ist die Queen hier ganz klar, was ihre Amtskollegin für Schneewittchen war. Kein Musicalfilm, sondern eine abgefilmte Bühnenshow, die man hier einen Monat vor ihrer Broadway-Premiere streamen kann.

„Diana: The Musical“, 117 Minuten, Regie: Christopher Ashley, mit Jeanna de Waal, Erin Davie, Roe Hartrampf, Judy Kaye (ab 1. Oktober bei Netflix). Den Trailer können Sie sich hier anschauen.

Europa friert im Dunkeln – die deutsche Katastrophenserie „Blackout“

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Die Preise für Strom werden saftig werden in diesem Winter, liest man überall. Und sorgenvoll denkt man zuweilen an all die abgeschalteten Kraftwerke, in denen der „Saft“ einst billig produziert wurde. Was, wenn plötzlich zu wenig Strom da ist? Die Katastrophenserie „Blackout“ sieht noch schwärzer – mit einem Schlag wird es in ganz Europa stockfinster. Es ist November, eiskalt, der Ausfall kommt sehr ungelegen. Weniger denkt man in Thrillern nun an Mangelerscheinungen, eher schon an böse Absicht, Terror, Hacker. Moritz Bleibtreu spielt einen Computervirtuosen, glaubt an einen Anschlag, will der Polizei helfen, gerät aber selbst ins Visier. „War mal Umweltaktivist, dieser Pierre Manzano, so einen muss man mal durchleuchten!“, sagt sich der Kommissar (Heiner Lauterbach). Geht aber nur mit Taschenlampe.

„Blackout“, sechs Episoden, von Quirin Berg, Max Wiedemann und Kerstin Nommsen, mit Moritz Bleibtreu, Marie Leuenberger, Heiner Lauterbach, Jessica Schwarz (an 14. Oktober bei Joyn+). Hier geht‘s zum Trailer.

„You – Du wirst mich lieben“ – Auch verheiratet sind Joe und Love mörderisch

Penn Badgley als Joe Goldberg und Victoria Pedretti als Love Quinn werden in der dritten Staffel von "You" Eltern. © Quelle: JOHN P. FLEENOR/NETFLIX

Seine Liebe wird schnell zur Besessenheit. Dann kennt Joe Goldberg alias Will Bettelheim keine Hemmungen mehr. Stellt sich jemand der von ihm anvisierten Beziehung in den Weg, ist der- oder diejenige des Todes. Und weckt jemand seine Beschützerinstinkte, kann es ebenfalls zum blutigen Äußersten kommen. Die Stalkerserie „You – Du wirst mich lieben“ brachte dem einstigen „Gossip Girl“-Star Penn Badgley wieder eine Hitrolle. In Staffel drei ist Goldberg nicht nur verheiratet, sondern auch noch frisch Vater geworden. Mit seiner Familie ist er in den „seelenlosen“ Vorort Madre Linda gezogen. Dort weckt Nachbarin Natalie plötzlich sein Interesse...

„You – Du wirst mich lieben“, dritte Staffel, zehn Episoden, von Sera Gamble, Greg Berlanti, mit Penn Badgley, Victoria Pedretti, (ab 15. Oktober bei Netflix). Hier sehen Sie den Trailer.

Miniserie „Die Ibiza-Affäre“ – Wie ein Politiker über seine Machtgier stolperte

Eine russische Oligarchin mit mehreren Hundert Millionen Euro, die mit ihrem Reichtum unter anderem die „Kronen-Zeitung“ übernehmen könnte, welche wiederum künftig die rechte FPÖ abfeiern müsste – das alles und noch viel mehr hatte sich Österreichs Vizekanzler Heinz-Christian Strache so richtig schön ausgemalt. Leider hatte er sich in einer Villa auf Ibiza einen Bären aufbinden lassen, ein heimlich aufgenommenes Video sorgte nach seiner Veröffentlichung für ein Politbeben der Stärke 9.8 in der Nachbarrepublik. Dieses Musterbeispiel von tolldreister Korruptionsentlarvung schrie von Anfang an: „Verfilm mich!“ Christopher Schier hat jetzt aus dem Stoff eine spannende Politkomödie gemacht, die einem das Lachen immer wieder in den Hals zurückschiebt. Sind „die da oben“ etwa alle so, wenn keiner hinschaut?

„Die Ibiza-Affäre“, vier Episoden, Regie: Christopher Schier, mit Nicholas Ofczarek, David A. Hamade, Andreas Lust, Anna Gorshkova (ab 21. Oktober bei Sky). Hier geht‘s zum Trailer.

Zombies, wollt ihr ewig taumeln? – Kurz vor Halloween startet „Day of The Dead“

Alles Unheil der Welt beginnt an bis dahin ganz normalen Tagen. Im Städtchen Mawinhaken etwa erheben sich eines Tages unverhofft die Toten aus ihren Gräbern. In der Serie „Day of The Dead“ passiert, was auch am Anfang von „The Walking Dead“ passiert ist: Wer gebissen wird, stirbt und wechselt postum auf die Seite der Beißer. Im Westen also nichts Neues, nur ist diese Serie eine Ode ans Werk des „Meisters“. Mit George A. Romeros Kultfilm „Die Nacht der lebenden Toten“ brach 1968 das weltweite Zombiefieber aus. Die garstigen Auferstandenen geben sich auch diesmal alle Mühe, aber das Städtchen hält zusammen und der Trailer verspricht neben einigen Eingeweiden auch viel Comedy. Sie können Zombies nicht leiden? Hey, es ist Halloween, da kommt es ja wohl auf ein paar Schreckgestalten mehr oder weniger nicht an.

„Day of The Dead“, erste Staffel, zehn Episoden, von Jed Elinoff, Scott Thomas, mit Keenan Tracey, Daniel Doheny, Natalie Malaika (ab 27. Oktober bei Sky). Den Trailer finden Sie hier.

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Gonzo geht ins Geisterhaus – „Muppets Haunted Mansion“ bei Disney+

Die Muppets hatten noch nie zuvor ein „Halloween-Special“, so wird bei Disney+ getrommelt. So ganz stimmt das aber nicht: Die „Muppets Weihnachtsgeschichte“ war durchaus ein strammer Horrorschocker. Nach dem Kinobesuch zitterten die kleinen Filmfans 1992 auf dem Nachhauseweg, der „Geist der nächsten Weihnacht“ hätte so auch in „Shining“ auftreten können. In „Muppets Haunted Mansion“ verbringt nun der mutige Gonzo eine Nacht in einem Geisterhaus. Und die Geister, die er dabei heraufbeschwört, sehen unter anderem Frosch Kermit, Schweinedame Piggy und dem gutmütigen Fozzie Bär frappierend ähnlich. Da zieht erst mal nur Gänsehaut light herauf. Drei Gruselsongs der Puppen gibt‘s auch: „Rest In Peace“, „Life Hereafter“ und „Tie The Knot Tango“ .

„Muppets Haunted Mansion“, 48 Minuten, Regie: Kirk R. Thatcher, mit Gonzo, Kermit, Miss Piggy, Danny Trejo (ab 8. Oktober bei Disney+). Hier können Sie sich den Trailer anschauen.

Was wir gesehen haben

„Foundation“ – eine Weltraum-Saga der Sonderklasse

Wird am Rande der Galaxie eine neue Ordnung vorbereitet? Leah Harvey in der Apple TV+-Serie "Foundation". © Quelle: Apple TV+

Ein Mathematiker sagt den Herrschern eines Galaxis-großen Imperiums den Untergang voraus. „Dark Knight“-Autor David S. Goyer machte sich daran, für Apple TV+ einen der großen Romanzyklen der Science-Fiction umzusetzen. Isaac-Asimov-Puristen müssen sich akklimatisieren, für alle anderen wird hier schlichtweg ganz großes Kino geboten, meint unser begeisterter Kritiker.

Die tapfere Schneiderin: die Emanzipation von „Cinderella“ bei Amazon Prime Video

James Corden hatte eine Idee: was, wenn „Cinderella“ (streambar bei Amazon Prime Video) sich das höchste Glück anders vorstellte, als den Prinzen zu heiraten – und Stiefmutter und Stiefschwestern nicht so böse sind, dass man ihnen nicht verzeihen könnte. Popsängerin Camila Cabello spielt die Hauptrolle in einem netten Musical und Corden selbst eine moppelige Maus. Unsere Kritik.

Frauen an die Macht: Die dystopische Serie „Y: The Last Man“ startet bei Disney+

In der Serie „Y: The Last Man“ sterben alle männlichen Lebewesen auf Erden. Bis auf den Entfesselungs­künstler Yorick und sein Äffchen Ampersand. Wobei der matriarchalische Neubeginn keineswegs friedlich abläuft. Endzeit ist wieder mal die schönste Zeit in dieser Comic­verfilmung. Matthias Halbig hat reingeschaut.

Finale Staffel von „Haus des Geldes“: Triumph oder Untergang?

Nachdem das Finale von Staffel vier bei „Haus des Geldes“ mit einem miesen Cliffhanger endete, wird sich nun in der finalen fünften Staffel zeigen, ob die Bande um den Professor mit Sieg oder Niederlage aus der Bank von Spanien marschiert. Dafür wird noch einmal an der Actionschraube gedreht. Martin Schwickert hat reingeschaut.

Ein Vater und seine vielen Geheimnisse: So fesselnd ist „Clickbait“ bei Netflix

Die australisch-amerikanische Serie „Clickbait“ befindet sich seit Tagen auf den vordersten Plätzen der Netflix-Charts. Darin geht es um einen Lehrer, der plötzlich verschwindet. Der Familienvater ist kurz darauf in einem Video zu sehen mit der Drohung, dass er sterben muss, wenn der Clip mehr als fünf Millionen Mal angeschaut wird. Ein fesselnder Krimi, findet RND-Autorin Lena Obschinsky – wenn nur das Ende nicht wäre ...

Der Aufstand beginnt: die vierte Staffel von „The Handmaid‘s Tale“ bei Magenta TV

Der Gottesstaat Gilead gerät in der vierten Staffel von „The Handmaid‘s Tale“ ins Wanken. Die Gebärsklavin Desfred/Desjoseph führt den Aufstand gegen das unmenschliche Patriarchat an. Elisabeth Moss, Anne Dowd und Yvonne Strahovski spielen die Hauptrollen in der fantastischen Sci-Fi-Dystopie, in der jetzt der Funke der Hoffnung glimmt. Matthias Halbig hat reingeschaut.

„Star Wars: Visions“ – Japanische Animestudios verbeugen sich vor George Lucas

In den Siebzigerjahren bot George Lucas Japans Superstar Toshiro Mifune die Rollen von Darth Vader und Obi-Wan Kenobi an. Der lehnte beides ab – weil er „Star Wars“ für Kinderkram hielt. 45 Jahre später haben sieben japanische Anime-Studios ihre „Star Wars: Visions“ mit viel Liebe umgesetzt und docken in der Disney+-Serie mit Kultfiguren an die Ur-Filmtrilogie an. Durchaus gelungen, findet das Stream-Team.

Countdown einer Killerin: Mary Elizabeth Winstead im Netflix-Thriller „Kate“

Mary Elizabeth Winstead ist eine actionerfahrene Darstellerin. Aber so hart wie im Netflix-Film „Kate“ musste sie noch nie ran. 24 Stunden Zeit hat sie zu ergründen, wer sie tödlich vergiftet hat. Hier lesen Sie unsere Kritik.

Das Unglück der kleinen Dinge: die Serie „Scenes from a Marriage“ bei Sky

Ein Mann glaubt, seine Ehe sei gut, seine Frau zweifelt und schweigt. Jessica Chastain und Oscar Isaac spielen Mira und Jonathan im Ingmar-Bergman-Update „Scenes from a Marriage“ (Sky). Serienmacher Hagai Levi lässt Zeitenhöhe vermissen, aber von seinen erstklassigen Darstellern kann man sich nicht abwenden. Unsere Rezension.

Fun Facts, die uns gefallen

Hätten Sie gewusst, dass die Pilotepisode von „Lost“ so teuer war, dass der damalige Verantwortliche von seinem Sender gefeuert wurde?

Sie erinnern sich: Die erste Staffel von „Lost“ beginnt mit einem Flugzeugabsturz, die Charaktere der Serie leben fortan auf einer einsamen Insel. Die Idee der Geschichte stammt vom damaligen Präsidenten des US-Senders ABC, Lloyd Braun. Die Dreharbeiten begannen im März 2004. Das Wrack von Flug 815 wurde mit einer Lockheed L-1011 aus dem Jahr 1972 hergestellt, die zuvor von Delta Air Lines genutzt worden war. Das Flugzeug wurde extra für den Dreh zerlegt und per Schiff nach Hawaii geschickt.

Der Kauf, Versand und das Zerlegen der Flugzeugkarosserie waren so unfassbar teuer, dass der Auftakt von „Lost“ mit geschätzten 10 bis 14 Millionen US-Dollar die bis dato teuerste Pilotfolge aller Zeiten war.

Die Walt Disney Company, die Muttergesellschaft des US-Senders ABC, fand all das gar nicht lustig. Sie feuerte Braun, weil er so ein teures und riskantes Projekt genehmigt hatte. Wie erfolgreich die Serie „Lost“ später werden würde, war zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht klar.

Was wir hinter den Kulissen erleben

Das Ende des Binge-Watchings? Warum viele Serien nur wöchentlich erscheinen – und nicht auf einen Schlag

Streaminganbieter wie Apple TV+ und Disney+ stemmen sich gegen das jahrelang antrainierte Binge-Watching. Sie veröffentlichen Serien lieber im Wochenrhythmus. © Quelle: Daniel Reinhardt/dpa

Mit Netflix kam das Binge-Watching: Seit der Streamingdienst eigene Serien produziert, werden Shows zumeist auf einen Schlag veröffentlicht – und auch genauso konsumiert: als großes Event. Doch Netflix hat inzwischen harte Konkurrenz. Anbieter wie Apple TV+ und Disney+ setzen lieber auf das klassische, wöchentliche Veröffentlichungsmodell. Warum ist das so? Matthias Schwarzer hat sich das Phänomen genauer angeschaut.

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