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Gründershow

„Macht man nicht vor der Kamera“: Vox-„Löwen“ begeistert von „intimem“ Produkt

Investorin Judith Williams unterzieht den Nasenhaarrasierer direkt einem Praxistest.

Investorin Judith Williams unterzieht den Nasenhaarrasierer direkt einem Praxistest.

Ein Mann klarer Worte: „Mein Produkt hilft gegen etwas, was jeder hat, aber keiner mag.“ Alexander Weese gab eine vielversprechende Laufbahn im Produktmanagement von Konsumgüterherstellern auf, um sich mit seiner eigenen Gründung „SilkslidePro“ selbstständig zu machen. Der zweifache Familienvater verzichtete auf ein gutes Gehalt und gab Sicherheiten auf, um sich dem Kampf zu stellen – gegen lästige Nasenhaare. Kann er die Investorinnen und Investoren bei „Die Höhle der Löwen“ überzeugen?

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Tatsächlich spricht er damit ein Thema an, das nicht nur Männern zu schaffen macht. Auch Frauen entfernen unangenehme Härchen, sprechen allerdings noch weniger darüber. Alexander Weese liebt Offenheit. Und er weiß, dass seine Entwicklung, ein einfach zu bedienender Nasenhaarrasierer, der eigentlich in keinem Kulturbeutel fehlen sollte, nicht gerade aufregend ist. Aber eben äußerst praktisch. „Es ist kein sexy Produkt – machen wir uns nichts vor“, sagt der Mann, der die Dinge beim Namen nennt. Deswegen sagt er aber auch: „Ich habe ein feines Näschen für gute Ideen.“

„Ein intimer Moment, das macht man normal nicht vor der Kamera.“

Was ihn an herkömmlichen Nasenhaarrasierern nervt: Die Geräte sind oft unhandlich – und im wichtigen Moment fehlt dann meist doch eine Batterie. Alternativen wie Zupfen kommen für ihn nicht infrage. Doch eine Lösung musste her. „Als Mann, der auf ein gepflegtes Äußeres achtet, bin ich seit jeher davon genervt, wie die Methode der Nasenhaarentfernung heute ist“, sagte Alexander.

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Als Alternative hat er einen Nassrasierer erfunden, mit dem man die vorn aus der Nase stehenden Haare sanft, sicher und gründlich entfernen kann. Das Geheimnis ist ein acht Zentimeter langer Kunststoffkörper mit zwei eingelassenen Solingen-Schneiden. Sie sind hinter einem Klingenschutz verborgen, „sodass man die empfindliche Nasenschleimhaut auch nicht verletzen kann“, erklärte Alexander. Es folgte eine Vorstellung, die so gut wie keine Fragen offen ließ.

Im Gegenteil: Der 42-Jährige war uneitel genug, um die Nutzung seines „Nasierers“ im Studio live vorzuführen – auch wenn das keine sehr ästhetischen Fernsehbilder abgab. „Das ist ein intimer Moment, das macht man normal nicht vor der Kamera.“ Allerdings imponierte sein Mut den Löwen, sogar Judith Williams probierte das praktische Ding gleich aus. „Jungs, wir müssen da durch“, sagte sie. „Wenn der Alexander das macht, dann machen wir das auch.“

Maschmeyers Botschaft: „Du bist ein toller Mann!“

Besonders eifrig bei der Sache war Carsten Maschmeyer, der schon zuvor private Nasenhaarprobleme „gebeichtet“ hatte. „An der Nase habe ich das Gefühl, sie wachsen schneller als früher“, sagte er über ungewollten Haarwuchs im etwas reiferen Alter. Jetzt zeigte er sich rasch überzeugt: „Super“, jubelte Maschmeyer nach der „Nasur“. Auch Nico Rosberg stimmte ins allgemeine Loblied ein: „Es funktioniert gut.“

Dem Starinvestor Maschmeyer gefiel vor allem die clevere Marketingstrategie mit den witzigen „Nasur“-Wortspielen, die sich der Gründer auch in kluger Vorausschau hat schützen lassen. „Du bist ein toller Mann“, lobte Maschmeyer Alexander Weese. „Ein toller unternehmerischer Spirit!“

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Ähnlich begeistert zeigte sich Judith Williams: „Dein Auftritt ist Wahnsinn“, jubelte sie. „Du bringst alles mit.“ Ebenso wie Maschmeyer imponierte ihr vor allem die Entschlossenheit des Gründers, der sich ganz einer Idee verschrieben hat. Und dann ließ sie auch die Katze aus dem Sack: Judith Williams wollte unbedingt mit Alexander Weeses Rasierlösung handelseinig werden. Sie ließ sich auch passgenau auf die Wunschvorstellungen des Gründers ein und stellte in Aussicht, dass sie die geforderten 250.000 Euro – für 20 Prozent der Firmenanteile – auch bereitwillig zahlen würde.

„Hoffentlich findest du mich geil“

Allerdings: Auch Ralf Dümmel, dessen Verkäuferkarriere vor mehr als 20 Jahren angeblich auch schon mit Nasenhaarschneidern begonnen hatte, zeigte sich wild entschlossen zu einem Deal. Der Vertriebsexperte weiß, wie groß der Markt für das „unsexy Produkt“ ist. Wieder einmal kehrte sich das Werben auf der Studiobühne um. Plötzlich buhlten die Löwen um einen Gründer!

Schnell wurde es auch emotional: „Ich mache ungewöhnlicherweise mein Buch zu, weil ich jetzt von Herzen spreche“, sagte Dümmel. „Du bist ein geiler Typ“, jubelte der Investor. „Ich liebe so was. Ich hätte so viel Bock, mit dir zusammenzuarbeiten.“ Auch Ralf Dümmel ließ sich ohne Abstriche auf die Finanzbedingungen von Alexander ein. „Ich gehe mit dir durchs Feuer“, sagte er und flehte den Gründer fast an: „Hoffentlich findest du mich geil.“

Dann ging es dann doch alles ganz schnell: Mister Nasur zog sich noch mal kurz zum Nachdenken zurück und brachte die völlige Schubumkehr der üblichen Pitchsituation erneut in deutlichen Worten zum Ausdruck. „Vor dieser Situation habe ich mich gefürchtet, von diesen zwei Löwen ein Angebot zu bekommen“, sagte er zu Judith Williams und Ralf Dümmel. „Ich wollte sie beide.“ Doch dann macht Alexander es kurz: Er geht mit Dümmel. Was für ein Deal!

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Wie Hundetrainer Martin Rütter um seine demenzkranke Mutter bangt

Wenig später wurde es fast noch emotionaler: Dann nämlich, als ausgerechnet Martin Rütter, der aus dem Vox-Programm bestens bekannte „Hundeprofi“, mit der jungen Gründercrew von „ichó“ aus Duisburg die Bühne betrat. Sie stellten mit Tiertrainerhilfe ein Produkt vor, das es in sich hat: einen Therapieball für demenzkranke Menschen. Alle Erfinder haben selbst dazu Bezug: mit Angehörigen, die selbst schwer von der heimtückischen, nicht heilbaren, allerdings in ihrer Wucht hinauszögerbaren Krankheit betroffen sind.

Rütter zeigte sich auf der Vox-Bühne ungewohnt offen – und rührte die Löwen zu Tränen. Er hat einen sehr privaten, familiären Zugang zum Thema: „Vor etwa zehn Jahren ist meine Mutter an Demenz ziemlich vehement erkrankt. Diese Krankheit macht nicht nur mit dem Patienten etwas, der sich schubweise verändert, sondern vor allem auch etwas mit den Angehörigen. Für uns als Familie war es hart zu sehen, wie sehr sich die Mama veränderte und nicht mehr diese Rolle hatte, in der wir unsere Mutter kannten.“

Über Arbeiten an einer Doku zum Thema Demenz hatte er das „ichó“-Team kennengelernt – und war sofort begeistert. Auch auf der Löwenbank war die Sympathie für ihre Ideen groß. Dagmar Wöhrl brach sogar in Tränen aus, weil sie selbst gerade erst ihre Mutter an eine Demenzerkrankung verloren hatte. Und doch: Viele Fragen blieben offen. Noch ist völlig unklar, wo und wie der originelle Leuchtball, der mit einfachen Spielen das Erinnerungsvermögen und die Geschicklichkeit der Erkrankten reaktivieren soll, wirklich zum Einsatz kommen würde. Alle Herzen klopften laut. Doch ihre Geldbeutel hielten die Löwen dann doch verschlossen.

Nicht jede Familienidee geht auf

Es war ein ernüchterndes „Kein Deal“-Szenario, das später auch die Geschwister Hakan und Melike Zirek aus Hamburg traf. Sie hatten mit „Memobild“ eine originelle, aber letztlich doch etwas kurz gedachte Geschenkidee für personalisierte Poster mit einer per QR-Code abrufbaren Audiobotschaft vorgestellt. Unterstützung fanden sie dafür nicht.

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Und auch ein weiteres Familienunternehmen – bestehend aus Patrick und seinem Vater Karl-Josef mit ihren Katzenwohntürmen – musste lange kämpfen. Nicht vollkommen überzeugt wirkend ließ sich bei ihrem Start-up „Catrub“ Ralf Dümmel auf eine Kooperation ein.

Besser lief‘s für die Essener Jungunternehmer von „Uniheld“, die Studenten und Markenunternehmen über eine App-Lösung zusammenbringen wollen. Dagmar Wöhrl und Carsten Maschmeyer fanden das gut – und zogen mit. Zurück in die eigene Univergangenheit. Und das künftig nasenhaarfrei!

RND/Teleschau

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