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„Die Akte Schimanski“: Eine Doku über den legendären „Tatort“-Kommissar

  • Götz George war anfangs gar nicht als „Schimmi“ vorgesehen.
  • Das verrät eine neue WDR-Dokumentation, die am 7. Dezember läuft.
  • Sie erinnert an den legendären „Tatort“-Kommissar Horst Schimanski, der vor 40 Jahren seinen ersten Fall löste.
Martin Weber
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Es war die Rolle seines Lebens – doch eigentlich sollte Götz George gar nicht den ruppigen Kommissar Horst Schimanski spielen. Ursprünglich sei Eberhard Feik für die Rolle des Ruhrpottermittlers mit der frechen Schnauze vorgesehen gewesen, erinnert sich der frühere Drehbuchautor und Produzent Bernd Schwamm, einer der beiden Erfinder der Kultfigur Schimmi in der Dokumentation „Die Akte Schimanski“, die am 7. Dezember im WDR-Fernsehen läuft.

„Wir hatten Götz gar nicht im Sinn“, erzählt Schwamm – doch der muskulöse George, der in den Sechzigerjahren als Darsteller in „Winnetou“-Filmen populär geworden war, bekam die Rolle, die sein Leben ändern sollte, dann doch und legte 1981 in der ARD-Krimireihe „Tatort“ ein fulminantes Debüt als schnauzbärtiger Horst Schimanski hin. Eberhard Feik wiederum wurde zu Schimmis Ermittlerkollege Christian Thanner ernannt, der im feinen Zwirn und mit guten Manieren seinen impulsiven Kumpel mit der Schmuddeljacke immer wieder zur Räson brachte.

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Warum hieß Horst Schimanski eigentlich Horst Schimanski?

Doch warum hieß Horst Schimanski eigentlich Horst Schimanski? Auch diese Frage wird in dem informativen und vergnüglichen Beitrag geklärt, mit dem das WDR-Fernsehen an den Start seines Duisburger Kultkommissars vor 40 Jahren erinnert. Regisseur Hajo Gies, der andere Schimmi-Erfinder, wollte einen Namen, der ans Ruhrgebiet erinnert und am besten auch was mit Fußball zu tun hat. So stand der aus Oer-Erkenschwick stammende Nationalspieler Horst Szymaniak, genannt Schimmi, Pate bei der Namensfindung.

Über den gelernten Bergmann und herausragenden Kicker wird übrigens folgende Geschichte erzählt: 1958 vor dem WM-Halbfinale gegen Schweden in Göteborg beugte Szymaniak beim Handschlag mit dem schwedischen König Gustav VI. Adolf nicht etwa das Haupt, sondern blickte dem Monarchen in die Augen. Vom Bundestrainer Sepp Herberger deshalb später zur Rede gestellt, rechtfertigte sich Szymaniak mit dem alten Bergmannspruch: „Kein Kniefall, auch nicht vor gekrönten Häuptern“ – das hätte auch Horst Schimanski nicht schöner formulieren können, wobei er wahrscheinlich „kein scheiß Kniefall“ gesagt hätte.

Anfang der 80er: Krimi in bedauernswertem Zustand

Anfang der Achtzigerjahre habe sich der deutsche Fernsehkrimi in einem bedauernswerten Zustand befunden, erinnern sich Bernd Schwamm, Hajo Gies und die anderen Zeitzeugen in dieser mit prägnanten Filmausschnitten gespickten Dokumentation von Johannes F. Sievert, darunter große Namen wie Meisterregisseur Dominik Graf oder der frühere legendäre TV-Produzent Günter Rohrbach. Die „Tatort“-Kommissare waren in der Regel farblose und biedere Beamtentypen, die Fälle betulich, bürokratisch und in den Routinen des Genres erstarrt: „Der Mann im Anzug, der mit intelligenten Schachzügen herauszufinden versucht, wer der Täter war“, beschreibt Günter Rohrbach. Der „Tatort“ habe damals an „Derrick“ erinnert, denkt auch Dominik Graf mit Schaudern zurück. „Das war das Langweiligste überhaupt. Solche Krimis wollten wir nicht machen“, erzählt Bernd Schwamm.

Also taten sich Schwamm, Gies und später noch ein paar andere junge Wilde zusammen und konzipierten einen neuen „Tatort“ mit einem Kommissar, wie ihn das deutsche Fernsehen bis dahin noch nie gesehen hatte und den sie gegen alle Widerstände durchsetzten: Götz George als Horst Schimanski war anders, sein in Duisburg beheimateter Kommissar fluchte, aß Currywurst, trank schon mal einen über den Durst, scherte sich einen Dreck um Autoritäten und war bei alledem doch ein im Grunde seiner Seele lieber Kerl mit einem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn.

Mehr als 15 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer verfolgten Schimanskis Debüt

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Mehr als 15 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer verfolgten im Sommer 1981 sein legendäres Debüt „Tatort: Duisburg-Ruhrort“ (der mit den rohen Eiern), bis 1991 verkörperte George in der ARD-Krimireihe den Kultermittler, danach trat er noch 17-mal in der ARD-Reihe „Schimanski“ als Privatdetektiv auf. 2016 starb Götz George nach kurzer Krankheit im Alter von 77 Jahren. „Er wirkt wie ein Relikt aus einer vergangenen Zeit“, erinnert sich Hajo Gies in der Dokumentation an Horst Schimanski wehmütig. „Das ist aber ganz schön.“

„Die Akte Schimanski“ läuft am Dienstag, 7. Dezember, ab 23.45 Uhr im WDR.

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