Skandal um Diana-Interview: Ex-BBC-Topfunktionär tritt zurück

  • Der frühere BBC-Nachrichtenchef Tony Hall trat am Samstag von seinem Kuratoriumsamt in der National Gallery zurück.
  • Unter seiner Ägide fand 1995 das mit windigen Mitteln erschlichene Interview mit Prinzessin Diana statt.
  • Führung bedeute, Verantwortung zu übernehmen, teilte der 70-jährige Hall mit.
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Die Enthüllungen um das berüchtigte BBC-Interview mit Prinzessin Diana haben erste personelle Konsequenzen. Tony Hall (70), Ex-Generaldirektor der britischen Rundfunkanstalt, trat am Samstag als Vorsitzender des Kuratoriums der National Gallery in London zurück. Bliebe er bei dem renommierten Kunstmuseum, wäre dies eine „Ablenkung von einer Institution, die mir viel bedeutet“, erklärte Hall. Wie er bereits vor zwei Tagen erklärt habe, täten ihm die Ereignisse vor 25 Jahren leid. Führung bedeute, Verantwortung zu übernehmen.

Hall war bei der BBC Nachrichtenchef, als das explosive Interview mit Diana 1995 in Großbritannien für Furore sorgte. Am altehrwürdigen Sender wurde diese Woche massive Kritik laut, nachdem ein Bericht „betrügerisches Vorgehen“ offenlegte, durch das sich der Journalist Martin Bashir damals Zugang zur Prinzessin verschafft habe.

Die BBC habe die Machenschaften des bis dato kaum bekannten Reporters auch noch vertuscht, hieß es im Report. Den hatte der Sender in Auftrag gegeben, nachdem Dianas Bruder Charles Spencer beklagte, dass Bashir seine Schwester mithilfe gefälschter Dokumente und anderer windiger Taktiken zu dem Interview überredet habe.

In dem Gespräch sagte Diana damals, ihre Ehe mit Prinz Charles sei gescheitert, weil er noch immer in seine einstige Freundin Camilla Parker Bowles verliebt sei. Sie sei am Boden zerstört gewesen, als sie 1986 – fünf Jahre nach der Hochzeit – herausgefunden habe, dass Charles seine Beziehung zu Camilla wieder aufgenommen habe, erklärte Diana. „Es gab drei in dieser Ehe, also war es ein bisschen voll.“ Derart deprimiert und verzweifelt sei sie gewesen, dass sie sich absichtlich selbst verletzt habe, sagte Diana weiter.

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Ihre Söhne, die Prinzen William und Harry, übten harsche Kritik an der BBC. Es gebe eine direkte Verbindung zwischen der Ausstrahlung des Interviews und dem Tod ihrer Mutter bei einem Unfall zwei Jahre später, erklärten sie. Damals war Diana mit einem Begleiter auf der Flucht vor Paparazzi gewesen.

RND/AP

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