Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

 

Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

„Dexter: New Blood“ – Jack Alcott ist ein cooler Held für ein Spin-off

Charismatisch als Kind des Killers: Harrison (Jack Alcott) hat nach langer Suche seinen Vater Dexter gefunden. Szene aus „Dexter: New Blood“.

Amerika weiß schon Bescheid. Und nur noch zwei Tage, dann werden auch wir in der zehnten und letzten Folge von „Dexter: New Blood“ (24. Januar bei Sky) erfahren, wie die sehr spezielle Vater-Sohn-Beziehung zwischen Killer Dexter Morgan und seinem Filius Harrison ausgeht. Das Netz um Dexter scheint sich zuzuziehen, die zuvor ahnungslose Freundin des Mörders der Serienmörder – Polizeichefin des Städtchens Iron Lake (Julia Jones) – hat Indizien gesammelt und schöpft längst mehr als nur Verdacht, mit ihrem Lover könne etwas nicht stimmen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von YouTube, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Und beim Sohn verstärken sich noch einmal die Anzeichen, auch er könne einen „dunklen Begleiter“ haben wie Daddy. Das Weihnachten im Städtchen ist trotz ulkiger neuer Pullis des Christmassweater-Königs Dexter und glitzernder Christbäume mehr als angespannt. Alles steht bereit für das dramatische Finale. Und danach könnte im Prinzip „Harrison“ starten – ein Spin-off mit Jack Alcott in der Hauptrolle.

Teenager Harrison kam beim Publikum gut an

Harrison kam bei Zuschauerinnen und Zuschauern vom ersten Moment an gut rüber, als er seinen unter Pseudonym lebenden Vater im Winterstädtchen gefunden hatte. Ein stilles Wasser, tief und dunkel gründend, ein unverstandener Teenager, der einem noch unausgegorenen Moralkompass zu folgen schien, der linkisch war und zugleich diese Babyface-Attraktivität hatte, die uns schon zu Freddie Highmore als Norman Bates in „Bates Motel“ hingezogen hatte.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Wie jener suchte auch Harrison seinen Platz in der Welt, wobei in Alcotts Rolle ein bisschen mehr James-Dean-„Jenseits von Eden“-Ambivalenz lag: Verwundbarkeit, die jäh umschlagen konnte in Aggression. Harrison war gerade noch ganz der Vater, im nächsten Moment wieder das unschuldige Gegenteil. Vom scheuen Lächeln über den verschlossenen Ernst bis zu entfesselten Fäusten – in jeder Szene fand man Alcotts Darstellung faszinierend. Zuweilen glaubte man gar, der Serientitel „New Blood“ bezöge sich auf Dexters Nachwuchs.

Jack Alcott hatte davor zur Serie „Dexter“ keinen Bezug

Als er die Rolle von Harrison annahm, kannte Alcott die Originalserie überhaupt nicht, wie er jüngst gegenüber der Website „Explore Entertainment“ verriet. Für ihn war es erst die zweite größere Rolle nach der Sklavereiserie „The Good Lord Bird“ (2020), wo er den Sohn des gewaltbereiten Abolitionisten John Brown (Ethan Hawke) gespielt hatte. Mit dem Schluss von „Dexter: New Blood“ könne er gut leben, sagt der Anfangzwanziger, der in New York lebte, bis dort Corona zuschlug, und der danach zurück zu seinen Eltern ins Städtchen Franklin, Tennessee, zog, um für die Zeit der Pandemie bei ihnen zu bleiben.

Von einer Fortsetzung habe er bislang noch nichts gehört, so der Schauspieler, der gerne einen Kinofilm machen würde, wie er dem Magazin „Esquire“ verriet, oder sich – wie „Dexter“-Darsteller Michael C. Hall – am Broadway im Musicalfach erproben würde.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

„Dexter: New Blood“ war ein Hit für Showtime

Die Chancen, dass das Sequel kommt, stehen nicht schlecht: „Dexter: New Blood“ erfüllte die Erwartungen der Fangemeinde und Kritiker komplett. Dexter, der ehemalige Florida-Sonnenschein mit dem finsteren Geheimnis, legte in verschneiter Landschaft unter den grauen Himmeln von Upstate New York eine Staffel hin, die sich qualitativ mühelos mit den ersten Seasons der Originalserie messen konnte.

Jennifer Carpenter hatte als Dexters Schwester Debra ein nicht ganz so schamloses Schandmaul wie damals, sondern versuchte vor allem verzweifelt zu verhindern, dass ihr Bruder seinen Sohn in sein Serienmördermorden einbezog. Ihre Schimpf- und Lästerkanonade blieb aber vielleicht auch aus, weil sie seit der letzten Staffel der Originalserie tot ist und nur noch als die Stimme des Gewissens für Dexter fungiert. Und: Geister fluchen nicht, oder?

Nostalgiebedürfnisse wurden (teilweise) erfüllt

Sonst? Ein kurzes Wiedersehen mit Angel Batista (David Zayas), dem Ex-Polizeikollegen Dexters mit dem kecken Hütchen, gab Zuschauers Nostalgiebedürfnissen Zucker. Ein angekündigter neuerlicher Auftritt John Lithgows als Trinity Killer, den Dexter ja eigentlich ins Jenseits befördert hatte, beschränkte sich dagegen (jedenfalls bis Folge 9) auf einen sekundenlangen Flashback zurück zu dem Tag, an dem Trinity Rita ermordete, Dexters Frau und die Mutter von Harrison. Es steht kaum zu erwarten, dass er noch von den Toten aufersteht.

In den USA, wo das Finale der Serie bereits gezeigt wurde, läuft die Diskussion um eine Nachfolgeserie. Denn „Dexter: New Blood“ hatte Fans zuhauf, erwies sich in den USA sogar als erfolgreichste Serie in der Geschichte des amerikanischen Kabelnetworks Showtime. Acht Millionen Zuschauer pro Episode zog der Thriller im Schnitt, mehr noch als Showtimes vorheriger Publikumsrenner, die Agentenserie „Homeland“ (2011–2020) mit Claire Danes. Und der Erfolg ist bekanntermaßen der Vater des Spin-offs.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Showrunner Clyde Phillips wäre bereit für Harrisons Story

Während er Anfang des Jahres eher reserviert war, sind seit voriger Woche hoffnungsvolle Töne von Clyde Phillips zu hören. Konkrete Pläne gebe es zwar noch nicht, aber er sei offen für eine Fortsetzung der Geschichte, ließ der „Dexter: New Blood“-Showrunner durchblicken. „Ich würde das liebend gern machen“, sagte er dem Branchenblatt „Entertainment Weekly“. „Diese Serie ist Showtimes größter Schatz und wenn sie zu mir kämen und sagten ‚Wir wollen das mit Harrison weiterspinnen‘, würde ich vor dem nächsten Herzschlag Ja sagen.“

Wir vom Publikum auch. Dann würden wir erfahren, ob Harrisons Faszination für ein Vigilantentum à la Batman sich tatsächlich zu einer mörderischen Passion auswächst wie bei seinem Vater. Traumatisiert vom Tod seiner Mutter und – wie wir in „Dexter: New Blood“ erlebt haben – durchaus bereit, Kränkungen brutal zu vergelten, wäre das Wachsen eines „dunklen Begleiters“ im Kopf des 16-Jährigen der adäquate Stoff für eine psychologisch dichte und bewegende Thrillerserie.

„Harrison - die Serie“ wäre mehr als dasselbe noch mal

Es wäre auch nicht dasselbe noch einmal. Denn Dexter selbst haben wir ja gleich in der ersten Folge der ersten Staffel als erwachsenen Killer in Polizeidiensten kennengelernt. Seine Kindheit und Jugend gab‘s nur in Flashbacks.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

„Wir sind alle ein bisschen Held und ein bisschen Monster“, sagt Harrison in „Dexter: New Blood“. „Es geht darum, welche Seite am Ende gewinnt.“ Genau. Und Jack Alcott könnte diese beiden mühelos stemmen.

„Dexter: New Blood“, 10. und letzte Episode, von Clyde Phillips, mit Michael C. Hall, Jack Alcott, Julia Jones, Johnny Sequoyah, Jennifer Carpenter, Clancy Brown (ab 24. Januar bei Sky)

Mehr aus Medien

Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.