Kritik an “Männerrunde”: Comedypreis führt neue Kategorie für Podcasterinnen ein

  • Die Nominierungen zum Deutschen Comedypreis sorgen in der Branche für Unmut.
  • In der Comedy-Podcast-Kategorie sind ausschließlich Männer nominiert.
  • Die Veranstalter reagieren: Es gibt jetzt eine neue Kategorie, in der die besten Podcasterinnen ausgezeichnet werden.
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Köln. Am 2. Oktober läuft der Deutsche Comedypreis im Fernsehen – in diesem Jahr erstmals bei Sat.1. Doch schon vor der Ausstrahlung sorgten die bekannt gegebenen Nominierungen für Kritik in der Branche: Die Nominierungslisten sind männerlastig, in der Kategorie Comedy-Podcast wurden sogar nur Männer nominiert.

Jetzt reagieren die Veranstalter und führen nachträglich eine neue Kategorie ein: “Beste Comedy-Podcasterin”. Nominiert sind der “5 Minuten Harry Podcast”, “Herrengedeck” und “Busenfreundin”, wie es in einer Mitteilung heißt.

Veranstalter erklärt Einführung der neuen Kategorie

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Man habe sich die Kritik zu Herzen genommen, erklärt Ralf Günther, Geschäftsführer des Cologne Comedy Festivals, bei Quotenmeter.de. “Wir haben uns dann nochmals beraten und finden inzwischen auch, dass wir die vielfältige Podcastszene mit den drei Nominierungen nicht ausreichend abgebildet haben. Deshalb haben wir noch eine neue Kategorie aufgemacht”, so Günther.

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Podcasterinnen kritisierten Comedypreis scharf

Wenige Tage zuvor hatte der Veranstalter gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) noch gesagt, dass es nicht die Aufgabe einer Preisverleihung sei, in den einzelnen Kategorien “nach einer Quotenregelung zu nominieren”. “Die Rede von einer Quotenregelung hat unseren Ärger nicht gerade gelindert”, sagt Ariana Baborie vom Comedypodcast “Herrengedeck” in ihrer Instagram-Story.

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Baborie hatte zuvor die Nichtnominierung von Podcasterinnen scharf kritisiert. Nun haben sie und ihre Podcastkollegin Laura Larsson doch die Chance auf den Comedypreis.

Kritikerinnen sind nun selbst nominiert

Es sei nicht genau das, was sie sich gewünscht hätten, sagt Baborie bei Instagram. “Die Separierung in männliche und weibliche Akteure war nicht ganz unser Ziel.” Deswegen habe man lange mit sich gerungen, ob man die Nominierung annehme. “Es ist ein kleiner Schritt. Wir wollen es als Chance wahrnehmen, dass man etwas bewegen kann”, erklärt Baborie die Entscheidung, die Nominierung zu akzeptieren.

RND/bic

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