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Tag zwei in Rostock

„Das perfekte Dinner“: Syrer Mouaz bekommt Hummus-Ratschläge von Paul

„Hältst du dich wegen uns zurück?“ Mouaz’ Gäste wollen mehr Gewürze.

Jetzt wird es orientalisch beim „Perfekten Dinner“ (Vox). Mouaz (27) aus Syrien hat sich an Tag zwei vorgenommen, die Rostocker Feinschmecker in die Gewürz- und Geschmackswelt seiner Heimatkultur einzuführen: „Alle diese Gerichte esse ich seit meiner Kindheit.“ Klar, Hummus und Tabbouleh kennen mittlerweile fast alle – aber was verbirgt sich hinter Maqluba, Lotuskuchen und der syrischen Variante von „Hähnchenschenkel und Kartoffelwürfel mit Paprikasoße“?

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Motto: „1001 Geschmacksnuancen tauchen ein in die Welt des Orients“

  • Vorspeise: Tabbouleh, Käsetaschen, Hummus, Kebah
  • Hauptspeise: Maqluba, Hähnchenschenkel und Kartoffelwürfel mit Paprikasoße
  • Nachspeise: Lotuskuchen
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Gastgeber Mouaz grüßt vom Magazincover

Doch mit Erwartungen ist es so eine Sache. Die, die die Rostocker „Dinner“-Runde an Mouaz’ Menü richtet, sind hoch – und nicht ganz frei von Klischees. Regelrechte Gewürzduftwolken, üppig dekorierte Platten und überraschende Geschmackssymphonien stehen auf der Wunschliste von Dao (38), Paul (29), Bärbel (67) und Bianca (48). Doch Mouaz ist ein eher nüchterner Typ. Die größte erkennbare Extravaganz hängt an der Wand seines Zimmers: Da strahlt der attraktive Student der Zahnmedizin vom Cover der Branchenzeitschrift „Der junge Zahnarzt“ – natürlich mit blendend weißem Gebiss.

Fachlich einwandfrei ist sicher auch sein Dinner: mit der Gewürzmischung Sumach garnierter Hummus wie aus dem Bilderbuch, Käsetaschen mit schwarzem Sesam, die Mouaz ganz ohne Fritteuse einfach in der Pfanne frittiert, durch viel Kurkuma „vergoldete“ Hähnchenschenkel sowie das „langsam und mit Liebe“ aus der Schüssel zu stürzende Gericht Maqluba mit Lammfleisch, Auberginen, Reis und gerösteten Nüssen. Sein persönliches Highlight, obwohl er sich eigentlich nicht als „Naschkatze“ sieht, ist der Lotuskuchen, eine Tiramisu-Variante aus Keksen und Frischkäsecreme („Ist in Syrien eigentlich immer ausverkauft“), die den Fortbestand seines anvisierten Berufs bestimmt dauerhaft sichert.

„Zeigt mir, dass ich gut integriert bin“

Das Kochen hat Mouaz von seiner Oma gelernt: „Das war bei uns immer eine Familienangelegenheit.“ Und so erhält er auch beim „Perfekten Dinner“ Unterstützung von seiner Mutter (Tischdeko), seinem Zwillingsbruder (Schulterklopfen) und der Tomaten schneidenden Schwester Maryam (16): „Ein Bruder, der gut kochen kann, ist sehr praktisch.“

Doch je länger das Dinner voranschreitet, desto verhaltener reagieren die Gäste: Die erhoffte Überwältigung bleibt aus. „Hast du dich extra wegen uns zurückgehalten?“, erkundigt sich Biance nach den für sie fehlenden Gewürzen. Bärbel vermisst das „Unbekannte“, und der zur kulinarischen Schlaumeierei neigende Paul hat sogar Verbesserungsvorschläge: „Ich mache meinen Hummus ja immer mit Knoblauch.“ Mouaz jedoch kam es es eher auf den Eigengeschmack der Komponenten an: „Ich dachte, dass ihnen zu viele Gewürze vielleicht nicht schmecken.“

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29 Punkte vergibt die (zu wenig) orientalisch verwöhnte Tafelrunde dennoch – und Mouaz ist zufrieden mit sich und der Welt: „Allein, dass ich hier mitmache, zeigt mir, dass ich gut integriert bin.“

RND/Teleschau

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