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Tag eins in Augsburg

„Das perfekte Dinner“: Betonfan Babsi baute ihr Traumhaus allein

„Ich mag keinen Schnickschnack“, erklärt Babsi (36) ihr minimalistisches Wohndesign.

Aufgeräumt, adrett und in puncto Dialekt mehr als gelassen: In Augsburgs idyllischen Altstadtwinkeln treffen sich fünf Vorzeigevertreterinnen (und ein Mann) der bayerisch-schwäbischen Kleinmetropole zu einer verheißungsvoll vielfältigen „Das perfekte Dinner“-Runde. Doch gleich der erste Durchlauf ist ein Ausreißer: Babsi, Gründerin eines Unternehmens für Trachtenhemden, lädt in die knapp 3000 Einwohner zählende Gemeinde Wehringen.

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Mitten auf dem Feld hat sich die Tochter einer Landwirtsfamilie ein großzügiges Anwesen mit Dachterrasse gebaut: „Alle wollten mir das ausreden“, erzählt die 36-Jährige: „Eine Frau, die sich allein ein Haus baut – das geht doch nicht.“ Allein ihre riesige, moderne Küche („Hab ich dem Schreiner aufgemalt und gesagt, so will ich’s“) ist der lebende Beweis für das Gegenteil – oder besser gesagt, der kühl-minimalistische, fast ohne Einrichtung ziemlich karge Beweis.

„Ich werde nicht so schnell warm mit anderen“

„Ich liebe Beton“, so Babsi, die auch sich selbst ein eher kühles Naturell bescheinigt: „Ich werde nicht so schnell warm mit anderen.“ Das Erhitzen verlegt sie also lieber in Richtung Herd (beziehungsweise Gasinduktionsherd, Dampfgarer plus Teppanyaki-Platte) und ein äußerst arbeitsintensives Menü mit drei Komponenten pro Gang: „Ich stecke mir immer etwas zu hohe Ziele.“

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Motto: „Dreierlei vom Dreierlei“

  • Vorspeise: Schlutzkrapfen auf Krautsalat / Mozzarella im Serrano-Mantel auf Blattsalat / Kartoffelsüppchen mit Garnele
  • Hauptspeise: Dreierlei vom Fleisch, dazu ’ne Salzige Knolle und was Grünes
  • Nachspeise: Kaiserschmarrn mit was Fruchtigem und was Eisigem

„Ich hätte mir mehr Leichtigkeit gewünscht“

Ihren Antrieb aus ständiger Herausforderung hat Babsi in der Kindheit gelernt: „Seit ich elf bin, musste ich in unserer Landwirtschaft mithelfen.“ Die Mitwirkung an der elterlichen Schweinezucht, dem entsprechenden Hofladen und „Schnitzel braten für 30 Mitarbeiter“ hat sie inzwischen verfeinert.

Die Kurzfassung: Vielfältige Vorspeisen sowie zum Hauptgang Rind an Portweinjus, Schweinefilet aus dem Familienbetrieb und Kalbsschnitzelinvoltini mit grünem Spargel und Kartoffeln mit Meersalzkruste. Zur Krönung schließlich Kaiserschmarrn mit Apfelmus und hausgemachtem Walnuss-Pistazien-Parfait. Das alles bringt Babsi zwar phasenweise in Stress – so muss sie die Kartoffeln wieder aus der dicken Salzschicht ausbuddeln, weil sie das Lorbeerblatt für jede Knolle vergessen hat. Doch den lacht sie einfach weg: „Läuft doch alles.“ Wie sie ihr eigenes Menü findet? „Geil“, urteilt sie bei jedem Abschmecken und zum Abschluss: „Perfekt.“

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Ihre Gäste sind auch zufrieden: „Mächtig, aber sehr lecker“, wertet Sportskanone Dani (41) die Gaumenfreuden. „Sehr ästhetisch“, lässt Maler und Anstreicher Günther (56) seine Expertise sprechen („Ich bin ein sehr bildhafter Mensch“). „Ich genieße einfach stumm“, erklärt Erzieherin Theresa (24). Nur Sozialpädagogin Alina (35) kommentiert zum Dessert: „Ich hätte mir mehr Leichtigkeit gewünscht.“ Zum Warm-up mit der gar nicht mehr so kühlen Babsi 35 Punkte – und beim Kochtermin mit „FOX“ (Günther) hängt die chromglänzend-schiefergraue Messlatte schon ganz weit oben.

RND/Teleschau

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