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  • „Das Damengambit“ auf Netflix: Beth-Darstellerin Anya Taylor im Interview – „Als Kind hatte ich Probleme, Freunde zu finden“

„Damengambit“-Star Anya Taylor-Joy: „Als Kind hatte ich Probleme, Freunde zu finden“

  • Die Netflix-Serie „Das Damengambit“ ist die erfolgreichste Miniserie aller Zeiten.
  • Über Nacht wurde Hauptdarstellerin Anya Taylor-Joy weltberühmt.
  • Im Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) spricht sie darüber, dass sie früher Probleme hatte, Freunde zu finden.
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Mit diesem Erfolg hatte selbst Netflix nicht gerechnet. Die Serie „Das Damengambit“ (Originaltitel: „Queens Gambit“) ist die erfolgreichste Miniserie aller Zeiten. 62 Millionen Haushalte streamten in nur 28 Tagen die Geschichte vom Waisenkind Beth Harmon, das in den 60er-Jahren die von Männern beherrschte Schachwelt auf den Kopf stellt. Der Siebenteiler machte die bisher auf Nebenrollen beschränkte Schauspielerin Anya Taylor-Joy weltberühmt. Und die Fans fragen natürlich:

Können Sie Schach spielen?

Als ich die Rolle annahm, überhaupt nicht. Ich wusste noch nicht einmal genau, welche Figuren aufs Brett müssen. Inzwischen beherrsche ich das Spiel aber ganz gut und werde ständig besser. Ich habe mir ein Reiseschachbrett besorgt und spiele immer, wenn ich nicht vor der Kamera stehe.

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Sie sind in Argentinien aufgewachsen und als Kind dann nach England gezogen.

Das stimmt. Es war sehr hart. Ich war acht und konnte nur Spanisch sprechen. Mein Englisch habe ich durch „Harry Potter“-Bücher gelernt.

Wie viel haben Sie mit Beth gemeinsam?

Wir sind uns in einigen Dingen sehr ähnlich. Ich war als Kind ziemlich einsam, weil ich Probleme hatte, Freunde zu finden. Das ist bis heute so. Allerdings hatte ich viel Fantasie und darum eine ganze Reihe imaginärer Spielgenossinnen.

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In „Das Damengambit“ sieht es wie „frühreif“ aus …

Ich fühlte mich schon immer eher zu älteren Leuten hingezogen. Meine Geschwister sind sehr viel älter als ich. Ich war nie wirklich ein typisches Kind und hatte dadurch auch keine richtige Verbindung zu anderen Kids.

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Alle Szenen, die auf Schachturnieren in der Sowjetunion UdSSR spielen, wurden in Berlin gedreht.

Eine Stadt zum Verlieben. Ich durfte fünf Monate dort leben. Ich empfinde seither eine tiefe, sehr tiefe Liebe für Deutschland und speziell für diese Metropole.

Waren Sie das erste Mal da?

Nein. Das erste Mal mit elf Jahren. Berlin ist eine Stadt, in der ich inzwischen viele, tolle Freunde gefunden habe und in der ich auch gut leben könnte.

Anya Taylor-Joy als Beth Harmon und Thomas Brodie-Sangster als Benny in einer Szene der Netflix-Serie „Das Damengambit“. © Quelle: Netflix/dpa
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Weihnachten steht vor der Tür. Über welche Geschenke freuen Sie sich am meisten?

Über Bücher. Ich liebe es, zu lesen und tief in Bücher einzutauchen. Wenn ich ein besonders gutes Buch gelesen habe, dann verschenke ich es an wichtige Menschen in meinem Leben.

Gibt es in Ihrer Familie besondere Weihnachtstraditionen?

Wir haben immer mit der ganzen Großfamilie zusammen gefeiert. Und alle von drei bis 90 Jahren haben dann zusammen Spiele gespielt. Brettspiele. Es hat einen solchen Spaß gemacht. Obwohl meine Oma ständig geschummelt hat. Aber wir haben alle immer so getan, als würden wir es nicht bemerken.

Ihre Serienheldin ist seit Ihrer Kindheit von Beruhigungspillen abhängig und verfällt später dem Alkohol. Haben Sie auch eine Sucht?

Ich habe die Sucht, Geschichten erzählen zu müssen. Zählt das? Und ich brauche ständig Drama und das intensive Gefühl, von Gefühlen übermannt zu werden. Und das habe ich ständig bei der Arbeit. Gott sei Dank, sonst wäre ich so gelangweilt.

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Wie schwer sind Ihnen die Sexszenen in der Serie gefallen?

Ich fand Beths Einstellung zum Sex irgendwie stark und ermächtigend. Sie hat Sex sehr analytisch betrachtet, total ohne die typischen Unsicherheiten. Ihr erstes Mal in der Serie war eher wie ein wissenschaftliches Experiment. Ein eher enttäuschendes. Ich selbst hätte sehr viel mehr Empathie für meine Partner.

Wie gehen Sie mit Ihrem neuen Ruhm um?

Bisher musste ich mir darüber noch keine wirklichen Gedanken machen. Ich fühle mich wie immer, ich bin ein ganz normaler Mensch. Die Leute erkennen mich nicht wirklich, weil ich ständig andere Haarfarben und Frisuren habe. Ich bekomme höchstens mal zu hören, dass ich jemand an jemanden erinnere. (lacht) Ich habe das Gefühl, dass sich das in Zukunft ändern könnte …

Wie bleiben Sie auf dem Teppich?

Indem man sich während seiner Erfolge auch an Zurückweisungen und Tiefs erinnert. Meine erste große Audition war für „Maleficent“, wo ich die Rolle einer jungen Angelina Jolie spielen sollte. Sie haben mich nicht genommen, und ich habe tagelang geheult. Ich denke, wenn eine Karriere mit einer Enttäuschung beginnt, kann das sehr lehrreich sein.

Was machen Sie, um den Kopf frei zu bekommen?

Ich habe mit Yoga begonnen, was wirklich wundervoll ist. Es ist Ballett-Yoga. Ich tanze quasi in den Tag. Damit habe ich gleich sehr viel positive Energie und kann alles, was kommt, besser meistern.

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