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Crime Time: Die unterschätzten Vorabendkrimiserien

Feiern im Vorabendprogramm der ARD zehnten Geburtstag: Sven Martinek und Ingo Naujoks mit „Morden im Norden“.

Liebe Leserinnen und Leser,

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Woran denken Sie als Erstes, wenn Sie an Krimis im deutschen Fernsehen denken? Ich jedenfalls habe sofort den „Tatort“ und den „Polizeiruf“ im Kopf. Dabei sind das gar nicht die einzigen Formate, die äußerst erfolgreich laufen. Auch im Vorabend bescheren Krimis den TV-Sendern gute Quoten – zum Beispiel „Norden im Morden“ oder „Hubert ohne Staller“ in der ARD. Beide gibt es in diesem Jahr bereits seit zehn Jahren – ein Ende ist nicht in Sicht. Doch was haben diese Serien an sich, dass sie sich trotz kürzerer und weniger attraktiver Sendezeit so lange im Programm halten?

Kürzlich hat meine Kollegin Cornelia Wystrichowski mit Christian Tramitz („Hubert ohne Staller“) darüber gesprochen und ich mit Ingo Naujoks und Sven Martinek („Morden im Norden“). Tramitz sieht den Erfolg unter anderem in dem eher unkonventionellen, schwarzen Humor, aber auch der neuen Besetzung seit dem Ausstieg seines Kollegen – aus „Hubert und Staller“ wurde damals „Hubert ohne Staller“. Das Duo Naujoks-Martinek hingegen macht im Gespräch mit mir die kleinen, nachvollziehbaren Kriminalfälle, die oft in der Familie statt etwa im Clanmilieu spielen, für den Erfolg verantwortlich.

Aber überzeugen Sie sich doch einfach selbst, ob die Darsteller mit ihren Begründungen recht haben: Beide Serie starten nächste Woche in neue Staffeln, „Morden im Norden“ am 10. Januar, „Hubert ohne Staller“ am 12. Januar. Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen und Schauen!

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Ihre Hannah Scheiwe

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Augenzeugen

„Polizeiruf 110: Keiner von uns“: Der letzte Fall mit Charly Hübner

Charly Hübner steigt in der Rolle des Bukow beim „Polizeiruf 110“ aus.

Charly Hübner steigt in der Rolle des Bukow beim „Polizeiruf 110“ aus.

Es wird Zeit, Abschied zu nehmen: Im neuesten Rostocker „Polizeiruf 110“ ist Charly Hübner ein letztes Mal als Kommissar Bukow zu sehen. Die Frage, die viele sich stellen: Muss der Ermittler sterben? Die Antwort darauf wollen und können wir nicht spoilern – die ARD hat auch für Journalistinnen und Journalisten bei der Vorschau die letzten 15 Minuten des Films weggelassen. Die Antwort darauf gibt es also erst am Sonntagabend.

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Währenddessen resümiert unser Autor Lars Grote: „Den Dienst als Kommissar trat Bukow vor zwölf Jahren an, er hat in Rostock viele Pfähle eingeschlagen, viele Duftmarken gesetzt – nicht immer roch das gut, denn Charly Hübner spielt den Kommissar mit einem Hang zur Gosse.“ Bukows Abschlussfall breche wie eine Welle über dem Kommissar zusammen, jeder Fehltritt der vergangenen Jahre werde ihm heimgezahlt. Zoran Subocek (Aleksandar Jovanovic), ein alter Gegenspieler Bukows, taucht auf und setzt ihn unter Druck. „Erzählerisch ist die Folge nicht die stärkste aus der Hübner-Ära, wahrscheinlich aber die erschütterndste“, so das Fazit unseres Rezensenten.

Der „Polizeiruf 110: Keiner von uns“ läuft am Sonntag, 9. Januar, ab 20.15 Uhr im Ersten.

„Tatort: Des Teufels langer Atem“: 40. Fall des Münsteraner Duos

Der „Tatort: Des Teufels langer Atem“ ist der 40. Fall des Münsteraner Duos aus Jan Josef Liefers (l.) und Axel Prahl.

Der „Tatort: Des Teufels langer Atem“ ist der 40. Fall des Münsteraner Duos aus Jan Josef Liefers (l.) und Axel Prahl.

Der Münster-„Tatort“ feiert doppeltes Jubiläum: Seit 20 Jahren ermitteln Jan Josef Liefers und Axel Prahl als Rechtsmediziner Karl-Friedrich Boerne und Hauptkommissar Frank Thiel in dem Krimi – der neueste Fall ist ihr 40. Und der überzeugt laut unserem Kritiker Tilmann P. Gangloff mit einer verzwickten Story. Thiel, sonst selbst auf der Suche nach Mördern, wird als Verdächtiger in einem Mordfall gehandelt. Gestorben ist ein früherer Kollege von ihm, den Thiel während seiner Zeit in Hamburg als Gattenmörder überführt hat.

Blöd für Thiel: Er kann sich nur noch in Teilen an die Tatnacht erinnern, er hat einen Filmriss nach einer durchzechten Nacht. Auch hierfür gibt es einen Grund: Er war in Sorge um seinen Vater und hat deshalb zur Flasche gegriffen. Denn Thiel senior hat einen inoperablen Hirntumor. Zu der Sorge um seinen Vater kommt nun hinzu, dass Thiel gemeinsam mit Boerne beweisen muss, dass er nicht der Mörder war. „Der Reiz dieser Krimistory liegt vor allem in der cleveren Kombination scheinbarer Zufälle und der daraus resultierenden Verzwicktheit“, findet unser Rezensent. Er gibt aber auch zu bedenken, dass erfahrene Couch-Kriminalisten und -Kriminalistinnen die Lösung des Falls allzu früh erahnen könnten.

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Der „Tatort: Des Teufels langer Atem“ läuft am Sonntag, 16. Januar, ab 20.15 Uhr im Ersten.

„Nord bei Nordwest: Wilde Hunde“: Haschkekse und eine kriminelle Hundebande

Die Folge „Wilde Hunde“ der ARD-Krimireihe „Nord bei Nordwest“ ist eine der harmloseren Sorte. Nach dem vermeintlichen Selbstmord eines Mannes führt die Spur Polizist und Tierarzt Hauke Jacobs (Hinnerk Schönemann) und seine Polizeikollegin Hannah Wagner (Jana Kling) zu einer Hundepension in der Nachbarschaft, während die frischgebackene Tierärztin Jule (Marleen Lohse) in einer Notoperation Rasierklingen aus dem Bauch einer Hündin entfernt. Doch der Erkenntnisprozess geht recht langsam vor sich – Wagner und Jacobs haben zuvor konfiszierte Haschkekse im Selbsttest untersucht.

„Die Haschkekse zu Beginn bestimmen den tiefenentspannten Erzählton, mit dem während der Ermittlungen auf die Interaktion innerhalb des Figurendreiecks geblickt werden kann“, schreibt unser Kritiker Martin Schwickert. Im Rausch komme es sogar zu einem Liebesgeständnis, an das sich danach aber keiner der Beteiligten mehr erinnere. „Es ist schon eine Kunst für sich, wie die Drehbuchautoren Nils Holle und Holger Karsten Schmidt auch in dieser Staffel die Romanze im Slow-Burn-Modus augenzwinkernd vor sich hinköcheln lassen.“

„Nord bei Nordwest: Wilde Hunde“ läuft am 20. Januar ab 20.15 Uhr in der ARD.

„Der Pass II“: Gedeon Winter und Ellie Stocker sind wieder zurück

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Eigentlich war das Ende der ersten Staffel „Der Pass“ eines ohne Rückkehr. Doch wider aller Wahrscheinlichkeit kommt das deutsch-österreichische Ermittlergespann Winter und Stocker in einer zweiten Staffel zurück – wenn auch stark angeschlagen und traumatisiert – und will im Salzburger Land Frauenmorde aufklären.

Vor allem die deutsche Nachwuchspolizistin Yella Antic, die neu eingeführt wird, nennt unser Rezensent Matthias Halbig beeindruckend. „Die charismatische Newcomerin Franziska von Harsdorf spielt in einer „A Star is Born“-Weise, dass man durchaus nachvollziehen kann, weswegen sich Grantler Winter fast ein wenig verliebt zeigt“, so das begeisterte Fazit.

Die zweite Staffel „Der Pass″ startet am 21. Januar bei Sky.

Neueste Ermittlungen

Bei Deutschlands beliebtester Krimireihe „Tatort“ ist es quotentechnisch im vergangenen Jahr erneut bergauf gegangen. Die durchschnittliche Zuschauer- und Zuschauerinnenzahl stieg auch 2021 wieder leicht. Die 33 neuen Krimis – so wenige wie seit 13 Jahren nicht mehr – sahen im Schnitt etwa 9,2 Millionen Menschen bei der Erstausstrahlung im Ersten, wie die ARD-Programmdirektion in München mitteilte. Die Durchschnittszuschauerzahl war damit im Kalenderjahr 2021 höher als in den fünf Vorjahren.

Verhör

Spielt in der zehnten Staffel „Hubert ohne Staller“" mit: Christian Tramitz.

Spielt in der zehnten Staffel „Hubert ohne Staller“" mit: Christian Tramitz.

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Bereits in der zehnten Staffel (Start am 12. Januar) spielt Christian Tramitz in „Hubert ohne Staller“ nun den oberbayerischen Cop Franz Hubert. Im Interview mit der Kollegin Cornelia Wystrichowski spricht er über den Erfolg der Vorabendserie, warum er daran anfangs nicht glaubte und warum in dem ARD-Krimiformat nicht gegendert wird. „Christian Tramitz würde eher gendern als Franz Hubert“, so eine Aussage des Schauspielers.

Am Tatort

Eine Szene aus Meret Beckers letztem „Tatort: Das Mädchen, das allein nach Haus geht“, der im Frühjahr gezeigt wird. Danach verlässt die Schauspielerin die Krimireihe.

Eine Szene aus Meret Beckers letztem „Tatort: Das Mädchen, das allein nach Haus geht“, der im Frühjahr gezeigt wird. Danach verlässt die Schauspielerin die Krimireihe.

Neues Jahr, neue „Tatort“-Folgen: Bei der ARD-Krimireihe steht 2022 der 1200. Film an, 20 Teams sind aktiv, Meret Becker hört in Berlin auf, das populäre Münster-Team wird 20 Jahre alt und das Kölner Duo 25 Jahre ... Wir haben einen Überblick zusammengestellt, was Sie in diesem „Tatort“-Jahr erwartet.

Kriminalstatistik

28. August 1981: An diesem Tag wurde der „Tatort“ beim Deutschen Patent- und Markenamt als Wortmarke eingetragen.

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