„Covid-Presse“: Unbekannte lassen lebensgroße Puppe an Galgen baumeln

  • In Minden haben Unbekannte eine Puppe an einer Brücke aufgehängt.
  • Eine Botschaft lässt auf ein pressefeindliches Motiv schließen.
  • Die Polizei hat noch keine Hinweise auf die Täter.
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Hetze gegen und Hass auf Journalisten ist auch in Deutschland immer öfter zu spüren. Ein besonders abstoßender Vorfall wurde jetzt in Minden bekannt.

In der Nacht zum Samstag hing an einer Brücke der nordrhein-westfälischen Weserstadt eine graue, menschengroße Puppe an einer Art Galgenstrick. Um ihren Hals war ein Schild mit der Aufschrift „Covid-Presse“ befestigt. Die „Inszenierung“ erinnerte an die Hinrichtungen sogenannter „Überläufer“ in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs durch die Nazis.

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Der Vorfall sei der Polizei am Samstagmorgen durch einen Bürger gemeldet worden, sagte ein Mitarbeiter der Leitstelle der Kreispolizeibehörde Minden dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Die Puppe sei umgehend entfernt worden.

Zu dem Täter oder den Tätern habe es bis zum Samstagabend allerdings keinerlei Hinweise gegeben. Was weiter geschehen werde, würde am Montag (26. Oktober) besprochen.

Der Fall wurde durch einen Tweet von Benjamin Piel, Chefredakteur des „Mindener Tageblatts“ und Träger des Theodor-Wolff-Preises publik. Auf seinem Twitter-Account ist ein Bild der Puppe zu sehen. Piel kommentiert den unheimlichen Anblick mit den Zeilen: „Wenn aus Kritik an Journalisten Hinrichtungsphantasien werden, ist das verabscheuenswert. In Minden war es heute Nacht so weit – eine erhängte Schaufensterpuppe baumelte an einer Brücke über die Weser. Scheußlich.“

RND/big

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