Bei Corona-Demo: Video zeigt Tritt gegen ARD-Team – Verweis für Attila Hildmann

  • Vor dem Bundestag demonstrierten Hunderte gegen das Infektionsschutzgesetz.
  • Nach “Lügenpresse”-Rufen trat ein Demonstrant auf ein ARD-Fernsehteam ein.
  • Attila Hildmann hatte zur Demo aufgerufen – und erhielt Platzverbot.
Felix Huesmann
Miriam Keilbach
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1:15 min
Aufgeheizte Stimmung am Mittwochabend vor dem Berliner Reichstag. Hunderte Menschen haben vor allem gegen die von der Regierung verhängten Corona-Beschränkungen protestiert.  © Reuters
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Berlin. Bei einer Demonstration vor dem Reichstagsgebäude in Berlin am Mittwochabend hat ein Demonstrant ein Kamerateam der ARD angegriffen. Der Mann trat nach den Journalisten und wurde anschließend von Polizisten festgenommen. Journalisten wurden zuvor mehrfach mit “Lügenpresse”-Rufen angefeindet.

Vor dem Reichstagsgebäude hatten sich mehrere Hundert Menschen versammelt, um gegen das geplante neue Infektionsschutzgesetz zu protestieren. Sie folgten dabei unter anderem einem Aufruf des veganen Kochs, Unternehmers und Verschwörungstheoretikers Attila Hildmann in den sozialen Medien.

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Polizei äußert sich vorerst nicht zu den Vorfällen auf der Demo

Hildmann selbst nahm ebenfalls an der Versammlung teil. Vor Pressevertretern hielt er aufgebracht Reden, in denen er den Beginn einer Diktatur mit Inkrafttreten des Infektionsschutzgesetzes ankündigte. Er warnte auch vor einem angeblich drohenden Biowaffenangriff und verbreitete Verschwörungstheorien über den Milliardär Bill Gates und das Robert-Koch-Institut. Die versammelten Demonstranten rief er zum Widerstand gegen die Bundesregierung auf. Anschließend erteilten Polizisten Hildmann einen Platzverweis und begleiteten ihn vom Platz der Republik.

Video
ARD-Kamerateam bei Demo angegriffen
0:47 min
Am Mittwochabend löste die Polizei eine Corona-Demo vor dem Reichstag auf. Dabei ist es erneut zu einem Angriff auf ein Kamerateam gekommen.  © RND/Felix Huesmann

Gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland sagte ein Pressesprecher der Polizei, die Demonstration und die Vorfälle dort seien derzeit nebensächlich für die Arbeit, man werde erst mit den Kollegen Rücksprache halten, wenn die Demonstration aufgelöst sei. Am Abend machte die Polizei dann mit einem Tweet auf den Vorfall aufmerksam. Weitere Erkenntnisse gibt es allerdings noch nicht.

Rechtsradikale marschieren mit Deutschland-Flaggen auf

An der Demonstration nahmen Rechtsextreme Seite an Seite mit Frauen mit Kopftuch, jungen türkisch sprechenden Männern und eher alternativ gekleideten jungen Menschen teil. Auch Mitglieder der rechtsextremen NPD waren laut Beobachtern unter den Demonstranten. Auf Bildern sind einige Deutschland-Flaggen zu sehen.

Nach wiederholten Aufforderungen, den Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten und keine Plakate oder Schilder zu zeigen, führte die Polizei immer wieder einzelne Demonstranten ab. Darauf folgten vielfach aggressive Rufe gegen die Polizei. Nach drei Aufforderungen durch einen Lautsprecherwagen, die Ansammlung zu beenden, räumte die Polizei den Platz der Republik schließlich.

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Erst vor wenigen Tagen hatte es einen Angriff auf ein Team der ZDF “heute-show” gegeben. Am 1. Mai griffen Vermummte auf einer Demonstration, die sich ebenfalls gegen die Corona-Regeln richtete, das Team an – sechs Mitarbeiter wurden dabei verletzt.

RND

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