Claas Relotius geht juristisch gegen Moreno-Buch vor

  • Mithilfe eines Medienanwalts geht Claas Relotius gegen das Buch „Tausend Zeilen Lüge“ von Autor Juan Moreno vor.
  • Dem Rowohlt Verlag Berlin liegt eine Unterlassungserklärung vor.
  • Sollte der Verlag dem nicht nachkommen, werde Klage eingereicht.
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Das Buch über den „Spiegel“-Fälscher Claas Relotius sei durchsetzt mit Falschbehauptungen – das zumindest behauptet der Fälscher selbst. Wie die „Zeit“ berichtet, gehe Claas Relotius juristisch gegen Autor Juan Moreno und sein Buch „Tausend Zeilen Lüge“ vor.

Relotius habe dem Bericht nach eine Forderung auf Unterlassung gegen den Verlag Rowohlt Berlin, der das Buch herausbrachte. Mehr als 20 Stellen enthielten laut „Zeit“ „erhebliche Unwahrheiten und Falschdarstellungen“.

In dem Buch hat Moreno geschildert, wie er die Machenschaften seines Ex-Kollegen Relotius enttarnte. Der Name Relotius steht für einen der größten Skandale im deutschen Nachkriegsjournalismus. Jahrelang hat der heute 33-Jährige für seine gefeierten Reportagen Szenen, Ereignisse, ganze Existenzen erfunden. Vor allem für den „Spiegel“, aber nicht nur.

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Medienanwalt droht mit Vertragsstrafe

„Unser Klient muss gerade aufgrund der gegen ihn erhobenen Vorwürfe die Verbreitung von Unwahrheiten nicht hinnehmen“, zitiert die „Zeit“ aus einem Schreiben von Relotius' Medienanwalt Christian Schertz. Er wirft zudem die Frage auf, „inwiefern es zulässig oder auch ethisch zu verantworten ist, ein Buch über einen Menschen zu schreiben, der erkennbar psychisch erkrankt ist“.

Sollten die „falschen streitgegenständlichen Aussagen“ weiter verbreitet werden, werde eine „von unserem Klienten zu bestimmende Vertragsstrafe“ fällig.

Es gehe unter anderem um die Behauptung, Relotius hätte sich nach dem Auffliegen des Fälscherskandals in einer Klinik im Süden des Landes befunden. Entgegen seiner Behauptung hätte ihn eine Sekretärin jedoch auf einem Fahrrad in Hamburg gesehen. Auf Nachfrage der „Zeit“, konnte die Sekretärin allerdings nicht sicher bestätigen, dass es Relotius war.

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Auch die Geschichte, dass Relotius eine an Krebs erkrankte Schwester erfand, um eine Festanstellung beim „Spiegel“ abzulehnen, konnte laut „Zeit“ von Relotius' damaligen Chef Matthias Geyer nicht bestätigt werden. Von einer Krebserkrankung sei keine Rede gewesen.

RND/mat