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Ciao, Romantik! “Bachelor” Sebastian Preuss nimmt der Show das letzte Knistern

  • Die aktuelle “Bachelor”-Staffel neigt sich dem Ende entgegen.
  • Zum Glück: “Bad Boy” Sebastian Preuss brachte nur kurz frischen Wind in Sendung.
  • Dann wurde es beliebig und belanglos – inklusive Knutschmarathon und Machogehabe.
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Die aktuelle “Bachelor”-Staffel neigt sich dem Ende entgegen. Mittwochabend laufen noch die Dreamdates im Fernsehen, und dann steht auch schon das Finale der Kuppelshow an. Doch bei vielen bleibt dieses Jahr ein ungutes Gefühl zurück. Woran liegt das?

Die RTL-Sendung ist ohnehin nicht dafür bekannt, im Auftrag des Feminismus zu stehen, oder gleichberechtigte Beziehungen vorzuleben. Schließlich sucht sich beim “Bachelor” ein Mann, der Rosenkavalier, am Ende eine von mehr als 20 Frauen aus. Zur Verteidigung: Mit der “Bachelorette” gibt es auch das weibliche Pendant dazu, da hat dann eine Frau die Wahl. Mit Dating im echten Leben hat das alles nicht viel zu tun.

Auch eingefleischten “Bachelor”-Fans wird es zu viel

Doch bei der aktuellen Staffel wird es auch eingefleischten “Bachelor”-Fans, die darüber sonst hinwegsehen oder sich die Show “ironisch” anschauen, zu bescheuert und machohaft. Nicht nur, dass Sebastian Preuss in jeder beliebigen Situation jede beliebige Kandidatin knutscht – er bekommt auch kein vernünftiges Gespräch mit den Frauen zustande. Meist geht es nur um Oberflächlichkeiten, um aufgespritzte Lippen oder ums Sport machen. Lockere, ausgelassene Momente sucht man vergeblich.

Im Gegensatz beispielsweise zum “Ur-Bachelor” Paul Janke, der bis heute für das Format steht und dem die Show eine TV-Karriere eröffnete, kann man sich bei Sebastian Preuss nicht vorstellen, dass er nach dem Finale noch weiterhin im Fernsehen präsent sein wird. Beide haben eine traurige Vergangenheit – Preuss verlor seinen Bruder wegen einer Drogen-Überdosis, bei Janke starben seine Eltern, als er Anfang 20 war. Doch bei Preuss ist das das einzige Thema, das überhaupt mal zu einem längeren Gespräch führt. Mehr kam da leider kaum.

Spott auf Twitter, Anfeindungen auf Instagram

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So wird sich am Mittwochabend auf Twitter traditionell mit Gifs und Sprüchen über “Bachelor” Sebastian Preuss lustig gemacht, auf Instagram wird der 29-jährige Münchner unter seinen Posts regelmäßig angefeindet. Das geht so weit, dass sich nun sogar seine Mutter in der “Bild“ dazu geäußert hat und ihren Sohn verteidigt. Das gab’s noch nie beim “Bachelor”.

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Aber ist Sebastian Preuss wirklich schlimmer als seine Vorgänger? Erstmal war es ja ganz erfrischend, dass RTL sich mal für den “Bad Boy” statt des geschniegelten Vorbild-Unternehmers – auch wenn das oft auch mehr Schein als Sein war – entschieden hat. Als Sebastian Preuss in der ersten Folge seine Knastvergangenheit auspackte, war das doch recht unterhaltsam, zuweilen sogar etwas emotional und irgendwie glaubwürdig.

Letzteres änderte sich recht schnell, als verschiedene Zeitungen Gerichtsakten auspackten, die den Grund für eine damalige Verurteilung des “Bachelors” zeigen: Er soll einen anderen Mann mit einem lebenden Schwan verprügelt haben – aua! Der “Bachelor” hat mittlerweile zugegeben, diese Tat in einem Prozess gestanden zu haben, sagt aber trotzdem: “Ich bin kein Tierquäler” – und streichelt in der Show fleißig Enten oder Hunde, die ihm bei seinen Dates über den Weg laufen. Was für nur noch mehr Häme im Netz sorgt.

Suche nach der großen Liebe? Von wegen!

Auch die Suche nach der großen Liebe kann man Preuss nicht so richtig abnehmen. Während seine Vorgänger diese Absicht besser heuchelten oder zum Teil sogar ernst meinten – Ex-"Bachelor" Andrej Mangold ist sogar noch mit seiner Auserwählten Jennifer Lange zusammen –, knutscht Preuss sich belanglos durch die Folgen. Jede muss mal ran, auch wenn die Situation noch so unromantisch ist. Als eine Kandidatin sich weigert, muss sie die Sendung verlassen. Der Grund dafür soll nicht die Kussverweigerung gewesen sein, erklärt Preuss. Glauben tut ihm das keiner so wirklich. Sogar seine Mutter wirkt verwundert über den Knutschmarathon: “Das irritiert mich natürlich als Mutter.”

Sebastian Preuss verscherzt es sich mit den “Bachelor”-Fans: Wer Knistern und romantische Momente in der Sendung sucht, tut das dieses Jahr vergeblich. Mehr als Körperflüssigkeitenaustausch kommt da nicht rüber. Diejenigen, die sich die Show ironisch ansehen, tun sich immer schwerer damit – ist doch das Verhalten von Preuss phasenweise so machohaft, narzisstisch und sexistisch, dass man das nicht unterstützen will. Der Sender macht sich seine Show mit diesem “Bachelor” kaputt. Und das nicht nur, weil er einen falschen Umgang mit Frauen vorlebt. Das bringt das TV-Format schon mit sich. Sondern vor allem, weil die sowieso schon künstlich hergestellte Romantik durch ihn komplett flöten geht.

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