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Falsche Fährten, echte Ermittler: „Celebrity Hunted“ ist eine verrückte Promi­schnitzel­jagd

Diese Promis sind bei „Celebrity Hunted“ auf der Flucht: Model Stefanie Giesinger, die Social-Media-Stars Diana und Melisa, Rapper Summer Cem und Schauspieler Kida Khodr Ramadan, Dr. Wladimir Klitschko, Axel Stein und Tom Beck sowie Sängerin Vanessa Mai und Andreas Ferber (von links).

Diese Promis sind bei „Celebrity Hunted“ auf der Flucht: Model Stefanie Giesinger, die Social-Media-Stars Diana und Melisa, Rapper Summer Cem und Schauspieler Kida Khodr Ramadan, Dr. Wladimir Klitschko, Axel Stein und Tom Beck sowie Sängerin Vanessa Mai und Andreas Ferber (von links).

Hektische Blicke über die Schulter: Jeder Passant, jede Passantin könnte zum Ermittlerteam gehören. Beim erstmals in Deutschland präsentierten Reality-Adventure-Format „Celebrity Hunted“ (an drei Freitagen in Doppelfolgen, ab 3. Dezember, bei Amazon Prime Video) verschwammen für die beteiligten Promis teilweise Spiel und Realität. „Es war ein halber Thriller“, berichtet etwa Schlagerstar Vanessa Mai.

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Sie war eine von zehn Prominenten, die bis zu zehn Tage mit begrenzten finanziellen Mitteln vor echten Ermittlerteams durch die ganze Bundesrepublik flüchteten. Klingt schräg, ist es auch. Aber das mental wie körperlich belastende Räuber-und-Gendarm-Spiel ist durchaus unterhaltsam und aufschlussreich, wirkt bisweilen nur etwas überinszeniert.

Während Sängerin Mai mit Ehemann und Manager Andreas Ferber ein Team bildeten, stellten sich auch Schauspieler und Sänger Tom Beck mit Schauspieler Axel Stein, die Social-Media-Stars Diana und Melisa sowie Schauspieler Kida Khodr Ramadan mit Rapper Summer Cem jeweils gemeinsam im Team der Herausforderung. Außerdem solo auf der Flucht: Boxweltmeister und Unternehmer Dr. Wladimir Klitschko sowie Model und Schauspielerin Stefanie Giesinger.

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Die Spielregeln der Amazon-Serie: Alle Teilnehmenden starten in Hamburg, in Frankfurt am Main befindet sich das Headquarter ihrer Gegnerinnen und Gegner: Ein Ermittlerteam, bestehend aus echten Expertinnen und Experten aus Polizei, Militär und Sicherheitskreisen. Dabei wird deutsches Recht simuliert: Den Fahndern stehen alle legalen Mittel zur Verfügung, die Zielpersonen zu fassen. Unter anderem darf es die Telefonate auf den zuvor ausgehändigten Handys mithören und bei Anrufen den Aufenthaltsort ermitteln.

Promibonus: Flucht per Jetski, Hubschrauber und Privatjet

Als ehemaliger Profiboxer weiß auch Wladimir Klitschko, wie man eine gute Show liefert. Der jüngere Klitschko-Bruder ist als Einzelkämpfer unterwegs und bewirbt sich offenbar als neuer 007. Ohne Frage ist es ebenso beeindruckend wie hilfreich, dass er einen Hubschrauber fliegen kann. Die Aufnahmen, mit denen „Dr. Steelhammer“ per Jetski über einen See rauscht, stehen jedoch konträr zur sonst gern vermittelten Authentizität. „Stark wie ein Bär, agil wie ein Oktopus“, lautet Klitschkos an Muhammad Ali angelehntes, allerdings dezent konstruiert wirkendes Motto.

Ausgesprochen stilvoll und betont gelassen begeben sich Kida Khodr Ramadan („4 Blocks“) sowie Rapper Summer Cem auf die Flucht. „Die rennen hier los, als wären sie gerade bei den Bundesjugendspielen oder so“, kommentiert Ramadan spöttisch den aufgeregten Start der konkurrierenden Teams. Beim zweifellos coolsten Duo im Rennen läuft das etwas anders. „Wir wollen auf jeden Fall eine gute Work-Life-Balance haben“, erklärt Summer Cem. In dem Fall bedeutet das: Fliegen im Privatjet und dabei einen Schnittchenteller genießen.

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Ganz anders sozialisiert wurde Schlagerstar Vanessa Mai. Dafür präsentiert sich die Sängerin umso ehrgeiziger – sie will die vollen zehn Tage durchhalten. „Das ist so unsympathisch, I know.“ Vorbereitung ist alles, das gilt auch für sie und ihren Partner: „Wir haben auch krasse Ziele, mit denen keiner rechnet.“ Einen Plan haben sich alle zurechtgelegt – inklusive falscher Fährten. Unter anderem Stefanie Giesinger erweist sich als ausgebufft: „Es macht mir Spaß, die Hunter zu veräppeln“, gesteht das Model.

Für Merkels Ex-Sicherheitsberater waren Promis „auf Augenhöhe“

Doch nicht nur die Promis, auch die Ermittlerinnen und Ermittler haben ihre Hausaufgaben gemacht und bereits im Vorfeld recherchiert. Dabei wurden echte Profile angefertigt, um die Schritte der Prominenten voraussehen zu können. Als Laie wäre es allerdings interessant gewesen, zu erfahren, wie man zu folgender Einschätzung kommt: „Axel Stein ist jemand, der eher risikobereit ist, Tom Beck wird die Null-Risiko-Strategie fahren.“

Wie clever die Prominenten grundsätzlich vorgingen, beweist folgendes Lob vonseiten der Gegnerschaft: Für Ermittlungsleiter Erich Vad, seines Zeichens ehemaliger Sicherheitsberater von Bundeskanzlerin Angela Merkel, waren die Stars jedenfalls „Sparring-Partner auf Augenhöhe“.

Zugriff auf Überwachungskameras und Mobiltelefone

Der Aufwand, der anlässlich der Promi-Schnitzeljagd betrieben wird, ist wirklich beeindruckend. Gleiches gilt demnach auch für die staatlichen Mittel zur Verfolgung Flüchtiger. Da lässt der Staat die Muskeln spielen. „Wir überlassen überall elektronische Spuren“, weiß Ermittlerchef Vlad. Oliver Cords, ehemaliger Polizist einer Eliteeinheit ergänzt: „Wir haben Zugriff auf Überwachungskameras, wir sind in der Lage Mobiltelefone abzuhören, Bankbewegungen zu kontrollieren und arbeiten mit hochmodernen Tools, um untergetauchte Menschen zu finden.“

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Das Ermittlerteam zu „Celebrity Hunted“ wurde gecastet – angeblich auch unter dem Aspekt, wie die Detektivinnen und Detektive vor der Kamera wirken. Die Dialoge, die im Frankfurter Headquarter nachgespielt werden, wirken allerdings eher wie eine Persiflage auf die „CSI“-Reihe – womit wir wieder beim Thema Inszenierung wären.

RND/Teleschau

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