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Carolin Kebekus: „Habe Dinge gesagt, die man sonst nicht in der Kirche sagt“

  • Das „The Last Christmas Special“ von Carolin Kebekus ist ab diesem Mittwoch (8. Dezember) bei Netflix zu sehen.
  • Im RND-Interview spricht die Komikerin über ihr ambivalentes Verhältnis zur Kirche.
  • Außerdem geht es um weihnachtliches „Sissi“-Saufen und Stress zum Fest.
Cornelia Wystrichowski
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Weihnachten gibt es immer Raclette bei Carolin Kebekus und die Comedienne empfindet das frohe Fest als willkommene Auszeit. Für den Streamingdienst Netflix präsentiert das 41-jährige Multitalent ab diesem Mittwoch (8. Dezember) „The Last Christmas Special“. Ihre Medienkarriere begann Kebekus („Pussy Terror TV“) 1999 bei den „Freitag Nacht News“ von RTL. Heute ist sie Sängerin, Schauspielerin, Synchron­sprecherin, Hörbuch­sprecherin, Moderatorin und Produzentin. Kebekus, die 2017 im Film „Schatz, nimm du sie!“ ihre erste Kino­hauptrolle spielte, engagiert sich gegen politisch rechte Positionen und für Feminismus.

Frau Kebekus, in Ihrer Comedy­show „The Last Christmas Special“ bei Netflix nehmen Sie Weihnachts­traditionen auf die Schippe. Kann man Weihnachten nur mit Humor ertragen?

Er macht die Sache auf jeden Fall einfacher. An Weihnachten hat man ja immer diesen Zwang, besinnlich zu sein und alle aus der Familie lieb zu haben, das hat so eine gewisse Schwere – und da hilft nur Humor.

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Das Special wurde in einer Kirche aufgezeichnet. Wie hat es sich angefühlt, da vorne zu stehen, wo sonst der Pfarrer predigt?

Es hatte was Feierliches, hat sich aber nicht angefühlt, als würde ich etwas Verbotenes machen. Es ist ja eine ganze spezielle Kirche, die Kulturkirche in Köln-Nippes, die einen sozial total engagierten Pfarrer hat. Viele Kollegen und Kolleginnen von mir, deren Programm noch weiter unter der Gürtellinie ist als bei mir, standen da schon auf der Bühne. Ich selber bin auch bereits früher dort aufgetreten und habe Dinge gesagt, die man sonst nicht in der Kirche sagt (lacht).

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Sie sind katholisch aufgewachsen, aber aus der Kirche ausgetreten und eine Kirchen­kritikerin. Ist Ihr Verhältnis zu Weihnachten ambivalent?

Ja, so wie mein ganzes Verhältnis zur Kirche ambivalent ist. Ich habe als Kind viele schöne Seiten von Kirche und Gemeinde­leben mitbekommen, die Gemeinschaft an Weihnachten habe ich als etwas Positives erfahren. Ich liebe auch die klassischen Lieder. „Stille Nacht“ ist für mich das schönste Stück Musik, das je geschrieben wurde. Trotzdem gehe ich an Weihnachten nicht mehr in den Gottesdienst. Diese Zweigleisigkeit der Kirche die Moral so hochzuhalten, auf der anderen Seite die vielen Dinge, die da schieflaufen, angefangen beim Missbrauchs­skandal – das kriege ich einfach nicht zusammen.

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Sie beschreiben Weihnachten als Mischung aus Besinnlichkeit und „asozialem Stress“. Schaffen Sie es, sich von diesem Stress freizumachen?

Es geht so. Wenn ich viel Zeit habe, kann ich mich in den Vorbereitungen total verlieren, es macht mir Spaß, mich in etwas reinzufuchsen. Ich habe zum Beispiel angefangen, auf Zugfahrten sämtliche Kugeln für den Weihnachtsbaum zu umhäkeln, was mir wahnsinnig Spaß macht. Allerdings beginne ich zu verstehen, was meine Mutter früher meinte, wenn sie über den Stress an den Feiertagen geklagt hat. Wir versuchen nämlich seit ein paar Jahren, sie an Weihnachten zu entlasten, indem wir bei mir feiern, und deshalb wechselt der Stress jetzt auf mich über. Aber ich versuche, die Aufgaben auf alle zu verteilen, und wenn es dann nicht ganz perfekt ist, ist es nicht so schlimm.

Welches ist Ihr Weihnachtsfilm?

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„Feivel, der Mauswanderer“. Mein Bruder und ich haben diesen Film so geliebt – die Videokassette ist total ausgeleiert, immer morgens an Weihnachten haben wir uns den reingezogen. Früher habe ich auch immer „Sissi“ geschaut und zusammen mit Freunden „Sissi“-Saufen gemacht – immer, wenn im Film jemand Sissi sagt, musste man einen Kurzen trinken, das war teilweise heftig.

Was ist für Sie das perfekte Weihnachten?

Das perfekte Weihnachtsfest ist für mich, wenn alle da sind, wenn keiner krank ist, wenn gute Stimmung ist und man sich über seine Familie und seine Freunde und Freundinnen freut. Dann ist es egal, ob der Christbaum schief steht oder was es zu essen gibt.

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