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Nach umstrittenen Äußerungen von Bayern-3-Moderator: Wer sind eigentlich BTS?

Koreas erfolgreichster Bandexport: Die Boygroup Bangtan Boys, kurz BTS, hatte in dieser Woche ihren "MTV Unplugged"-Auftritt. Die Coverversion eines Coldplay-Songs begeisterte auch die britischen Oiginalinterpreten. Coldplay schickten Liebesgrüße via Twitter.

Die Bangtan Boys bekamen dieser Tage ihren Ritterschlag – eine „MTV Unplugged“-Show. Am Dienstag war es so weit. Wie viele Boygroups schlagen sich auch BTS, die „kugelsicheren Pfadfinder“ (ungefähre Übersetzung der koreanischen Bezeichnung „Bangtan Sonyeondan“), durch die Geschichte der Popmusik und covern Fremdmaterial. Bei „MTV Unplugged“ – worüber der Bayern-3-Moderator Matthias Matuschik jetzt in seiner Sendung „Matuschke“ aus der Fassung geriet – die Coldplay-Ballade „Fix You“.

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Und wie sie da im Video aufgereiht sitzen in ihren Anzügen, geschmackvoll beleuchtet von schmalen, von oben einfallenden Lichtsäulen und die große Britpop-Ballade von der Heilung singen, ist das kein bisschen schrill. Die glorreichen südkoreanischen sieben und ein dominantes, melancholisches Klavier, bis dann am Ende der große Bandsound alle überrollt und die Boys sich zum schleppenden Rhythmus wiegen.

Weltweiter Protest: Bayern-3-Moderator beleidigt koreanische Band BTS

Ein Moderator des Radiosenders Bayern 3 muss sich derzeit Rassismusvorwürfen stellen.

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Coldplay umarmen ihre Kollegen aus Korea: „Love“

Dass Coldplay für diese Version per Twitter Liebesgrüße schickten, muss also nicht verwundern. „Love“ hieß die Grußadresse im Tweet der Briten schlicht – dahinter die Initialen der Vornamen der vier Coldplay-Mitglieder. Eine komplett andere Reaktion als die des Bayern-3-Moderators Matuschik, der die Interpretation der Koreaner als „Gotteslästerung“ und „Frevel“ beschimpfte und den Bandmitgliedern in Aussicht stellte, dafür „in Nordkorea Urlaub machen“ zu müssen, „für die nächsten 20 Jahre“.

Gegen den Bayern 3-Moderator hagelt es anschließend im Internet Rassismusvorwürfe. Der Radiomoderator entschuldigte sich am Freitag, ebenso wie sein Sender. Er sei sehr bestürzt über die Reaktionen, teilte Matuschik am Freitag in München mit. „Es tut mir sehr leid und ich möchte mich aufrichtig entschuldigen.“ Seine Moderation sei „komplett daneben“ gewesen.

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Die Bangtan Boys sind eine gecastete Gesangsband, wurden 2010 in Südkorea gegründet. Die offizielle Besetzung erfolgte 2012, davor gab es Wechsel im Line-up. Ausgehend von ihrer Heimat eroberten sie von 2013 an Japan, waren in Russland erfolgreich und gewannen schon im Herbst 2014 bei einem Besuch in Los Angeles eine amerikanische Fanbasis. War die erste Konzerttour 2014 noch auf Asien beschränkt, wurden BTS 2015 auch in den USA und Australien gefeiert.

BTS stehen derzeit im Zenit ihrer Karriere

In Deutschland erreichte ihr Album „Map of the Soul: 7“ im Jahr 2020 Platz eins der offiziellen deutschen Albumhitparade. Es war das erste BTS-Album, das auch in Großbritannien, Österreich und der Schweiz auf eins ging. Notorisch gelangte dieses Werk auch in die Spitze der japanischen und südkoreanischen Hitparade, und in den USA hatte es 2018 schon der Vorgänger auf die Poleposition gebracht. Mit ihrer Vorjahressingle „Dynamite“, dem ersten komplett in Englisch gesungenen Lied, hatten BTS ihren global bislang größten Hit. Heute sind Jin, Jimin, V. Suga, RM, J-Hope und Jungkook die weltweit wohl bedeutendste und erfolgreichste Band des K-Pop-Booms, stehen im Zenit ihrer Karriere.

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Der MTV-Auftritt wurde weidlich von den Fans begleitet. Alles was MTV davon veröffentlichte, landete direkt in den Youtube-Charts. Die ersten fünf Plätze in den Trends waren „BTS go MTV“. Jeder Song erntete millionenfach Klicks. Der BTS-Hype bekam am Dienstag großen Auftrieb. Auch und vor allem durch die hinreißende, tieftraurige Coldplay-Adaption.

MTV-Auftritte gelten als etwas Besonderes – Legenden der Popmusik wie Paul McCartney, Bruce Springsteen, Neil Young, Bob Dylan und Eric Clapton gingen in der Frühzeit des Formats für den Musiksender mit akustischen Sets auf die Bühne. Und bei „MTV Unplugged“ sind Coverversionen quasi die besonderen Schmankerl für den Hörer. Die Grungeband Nirvana etwa coverte im November 1993 bei ihrem Auftritt für den US-Musiksender David Bowies Ballade „The Man Who Sold the World“.

Boygroups coverten immer schon Poplegenden

Und überhaupt: Schon immer versuchten sich Boybands an Musikstücken der Großen der Popmusik. Die Bay City Rollers, führende Boygroup der Siebzigerjahre und Rollenmodell für alle folgenden Boygroups, hatten beispielsweise 1977 Bowies „Rebel, Rebel“ adaptiert. Es geht aber auch umgekehrt: Im Vorjahr coverte Green-Day-Sänger Billie Joe Armstrong auf seinem jüngsten Soloalbum „No Fun Mondays“ den Song „That‘s Rock ‘n‘ Roll“ des früheren US-Teenieidols Shaun Cassidy.

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Auch die Bay City Rollers waren 1977 für ihren Bowie-Frevel übrigens von fast allen Popfachleuten gedisst worden. Für Thomas Gottschalk, den damaligen Moderator der damals populären Bayern-3-Musik-Radioshow „Pop nach 8“, war es quasi Verpflichtung, die Schotten um Sänger Leslie McKeown in seiner Sendung augenzwinkernd mit Spottsprüchen zu überziehen.

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