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„Was ist ein Mensch wert?“ – Sat.1 empört mit neuem „Big Brother“-Motto

  • Die Realityshow „Big Brother“ hat bei ihrem Start vor 20 Jahren für mächtig Empörung gesorgt.
  • Diesen Effekt will der Sender Sat.1 offenbar noch mal wiederholen.
  • Der Sender legt mit einer äußerst umstrittenen Marketingkampagne nach.
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Köln. Der Realityklassiker „Big Brother“ bekommt eine neue Staffel – und sorgt 20 Jahre nach der Erstausstrahlung noch mal gehörig für Empörung. Grund dafür ist das neue Konzept der Show und das dazugehörige Motto.

Auf Postern und Plakaten des Senders stehen Sätze wie „Jeder Mensch ist etwas wert. Entscheide du, wie viel“. Oder auch: „Neu im Programm: Menschen bewerten.“ Auf einem Bild ist der Satz zu sehen: „Entscheide du, wer einen Stern verdient“ – daneben ist ein gelber Stern abgebildet.

Parallelen zur NS-Zeit

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In einem Promovideo des Senders wird deutlich, dass sich die gelben Sterne auf Bewertungssterne beziehen, die man zum Beispiel aus Onlineshops kennt. Offenbar lassen sich per App auch die künftigen „Big Brother“-Bewohner bewerten.

Bei Nutzern in den sozialen Netzwerken weckt dies jedoch noch ganz andere Assoziationen. „Fehlen nur noch braune Uniformen“, kommentiert beispielsweise Jens Clasen die Marketingaktion auf Twitter. Alf Frommer schreibt: „Liebes Sat.1, Menschen mit gelben Sternen markieren hat in Deutschland eine katastrophale Geschichte, die in Auschwitz endete. Wie geschichtsvergessen ist man heutzutage in Unterhaltungsredaktionen eigentlich? Erschreckend.“

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Andere Nutzer merken zudem an, dass der Titelsong der neuen Staffel ausgerechnet „Follow the Leader“ heißt – also „Folge dem Führer“.

Der Journalist Rainer Leurs glaubt, dass die Kampagne eiskalt kalkuliert ist: „Mit gelbem Stern entscheiden, ‚was ein Mensch wert ist‘ und ‚Follow the Leader‘ als Titelsong – die Provokation ist so obvious, dass ich nicht an eine Panne glauben kann. Bei der Geschmacklosigkeit dürfte der Social-Media-Aufschrei Teil des Plans gewesen sein. Eklig ist das.“

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Was sagt Sat.1 dazu?

Und was sagt Sat.1 zu der Aufregung? „‚Big Brother‘ war und ist schon immer ein Sozialexperiment“, schreibt der Sender in einem Statement, aus dem das Portal Der Westen zitiert. „In der Jubiläumsstaffel haben die Zuschauer erstmals die Möglichkeit, nicht nur übers Telefonvoting, sondern mit direkter Bewertung den Bewohnern Feedback zu geben – so wie es viele Menschen tagtäglich offline und online z. B. auf Social-Media-Kanälen tun.“

Auch der Song „Follow the Leader“ werde falsch verstanden. Dieser spreche sich dagegen aus, „eine Marionette der Gesellschaft zu sein und blind Trends zu folgen“.

Die neue „Big Brother“-Staffel startet laut Sat.1 am 10. Februar. Moderiert wird die Sendung von Jochen Schropp. Für den Sender ist ein erfolgreiches Format enorm wichtig: Auf dem 19-Uhr-Sendeplatz waren zuletzt sämtliche Formate gefloppt.