Berlinerin entwickelt App zur Vorbereitung auf Gespräche mit Corona-Leugnern

Querdenker-Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen in Berlin: Coronaskeptiker und Verschwörungstheretiker gibt es überall - dass sie die Gesundheit anderer Menschen gefährden, will ihnen nicht einleuchten. Eine Berlinerin hat jetzt eine App entwickelt, mit der man lernen kann, konstruktive Gespräche mit ihnen zu führen.

Querdenker-Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen in Berlin: Coronaskeptiker und Verschwörungstheretiker gibt es überall - dass sie die Gesundheit anderer Menschen gefährden, will ihnen nicht einleuchten. Eine Berlinerin hat jetzt eine App entwickelt, mit der man lernen kann, konstruktive Gespräche mit ihnen zu führen.

Man wundert sich über Leute, die sich so verhalten, als wäre dies ein Jahr wie immer. Die ohne Maske in Kuscheldistanz auf Veranstaltungen beispielsweise der Dresdner Jazztage sitzen. Oder die lärmend durch die Mall of Berlin ziehen, dabei die offizielle Gesundheitspolitik diffamieren und in Abzählreimen die auszählen, die verhindern wollen, dass – bezogen auf Corona – italienische oder spanische Verhältnisse im Land einziehen. Noch schlimmer die, die auf Podien abstruse Verschwörungsszenarien vor maskenfrei tanzendem Volk ausbreiten. In jedem Bekanntenkreis gibt es einen, der bezüglich der Pandemie glaubt, gegen den Strom zu schwimmen sei der einzig wahre Kurs. Rationalen Argumenten sind diese Leute meist nicht zugänglich.

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Außer man versucht es mit Victoria Schranks neuer „Erfindung“. Die Berlinerin hat zusammen mit dem Sozialpsychologen Roland Imhoff eine App entwickelt, mit der man lernen kann, Corona-Leugner auszuzählen. In Schranks Onlinespiel „Talk to Me – Corona Edition“ ist der User Teilnehmer eines fiktiven Gesprächs. Das virtuelle Gegenüber ist ein Verschwörungstheoretiker, auf den der Spieler immer wieder reagieren muss. Von den Antworten hängt es dann ab, welche Richtung das Spiel/Gespräch nimmt.

Taktiken, sich nicht in die Irre führen zu lassen

Schließlich lernt man der Entwicklerin zufolge über „Talk to Me“ Taktiken, sich nicht von Eiferern in die Irre führen zu lassen. Wobei es nicht nur darum gehe, die besseren Argumente beizutragen, sondern auch die Fronten nicht zu verhärten. „Haben Sie Freunde oder Verwandte, die an Covid-19-Verschwörungen glauben?“, wird man auf Schranks Startseite gefragt. Dann drückt man den Button „Let’s Play“.

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Schrank habe Corona-Leugner im eigenen Umfeld erlebt, schreibt sie auf Facebook, und so eine Situation sei überhaupt nicht einfach. Sie selbst sei demnach immer darauf aus gewesen, Konflikte zu vermeiden. „Keine Energie verschwenden und vernünftig bleiben“, schreibt sie. Dann aber stellte sie sich die Frage, ob es richtig sei zu schweigen, wenn einem der Freund sagt, dass Covid-19 ein Fake sei. So sei die Idee zu dem Start-up gekommen.

Nun hat Schrank Crowdfunding-Alarm ausgelöst und bittet um Unterstützung. 11.000 Euro benötigt sie, um das Spiel auf den Markt zu bringen. Denn es sei „wahrscheinlicher, jemandem eine andere Perspektive zu zeigen, wenn diese Person in deinem inneren Kreis ist und dir vertraut“ – so wird Schrank bei „Gruenderszene.de“ zitiert.

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„Menschen, die an Verschwörungen glauben, unterscheiden sich: für die einen ist es Lebenszweck, für andere eine Möglichkeit, das Chaos zu kontrollieren und die Welt zu vereinfachen, indem sie auf die ‚Bösewichte’ zeigen“, formuliert es Schrank auf ihrem Facebook-Account, „einige sind ‚Neuankömmlinge‘ und zögern noch. 2020 wurde #Verschwörung-Mindset zum Mainstream. Es ist gefährlich, das zu ignorieren.“

RND/big

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