Neues Mediengesetz: Australier sehen bei Facebook keine Nachrichteninhalte mehr

  • Facebook wird Australiern künftig keine nachrichtlichen Inhalte mehr anzeigen.
  • Weltweit werden Nutzer ebenso keine Nachrichten mehr aus Australien lesen können.
  • Das Unternehmen reagiert damit auf ein neues Mediengesetz.
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Canberra. Australien arbeitet an einem neuen Mediengesetz, das Google und Facebook dazu bringen soll, Medienhäuser für Meldungsausschnitte zu bezahlen. Damit sollten die Unternehmen dafür beteiligt werden, dass Google und Facebook teilweise Inhalte von deren Internetseiten abgreifen. Während Google mit Medienhäusern Zahlungen für deren journalistische Inhalte vereinbart hat und Google etwa mit den Medien von Murdoch eine historische dreijährige Partnerschaft vereinbart hat, geht Facebook in eine andere Richtung.

Das soziale Netzwerk Facebook teilte am Mittwochabend mit, Australierinnen und Australier könnten nun auf der Plattform keine nachrichtlichen Inhalte mehr teilen oder sehen. Das Gesetz missverstehe die Beziehungen zwischen Facebook und den Verlegern, grundlegend, schreibt William Easton, Facebook-Manager für Australien und Neuseeland, auf der Unternehmensseite.

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Facebook blockt Zugang zu Nachrichten- und Katastrophendiensten in Australien
1:22 min
Hintergrund ist der Streit um ein geplantes Mediengesetz, das digitale Plattformen zu einer Abgabe verpflichten soll.  © Reuters
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Facebook: Mediengesetz ignoriert Realitäten zwischen sozialen Netzwerken und Verlegern

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Da man nun vor der Wahl stehe, „zu versuchen, ein Gesetz zu erfüllen, das die Realitäten innerhalb dieser Beziehungen ignoriert“ oder keine Nachrichteninhalte mehr zuzulassen, habe man sich „schweren Herzens“ für letzteres entschieden. Die Struktur von Facebook sei anders als von Google. Google sei untrennbar mit Nachrichten von Verlagen verbunden, die Inhalte würden dort erscheinen, unabhängig davon, ob Verlage das wollten oder nicht. Auf Facebook hingegen würden Verlage ihre Inhalte freiwillig teilen, um die Reichweite zu erhöhen. Facebook gibt an, nicht für Inhalte bestraft werden zu wollen, die es nicht angefordert habe.

Verleger würden von Facebook finanziell profitieren, weshalb Facebook sich nicht in der Pflicht sieht zu bezahlen. „Im vergangenen Jahr generierte Facebook etwa 5,1 Milliarden kostenlose Weiterleitungen von Facebook zu den Verlagsseiten - im Wert von geschätzt 407 Millionen Australischen Dollar“, schreibt Easton. Der finanzielle Gewinn für Facebook sei hingegen minimal, da Nachrichten weniger als vier Prozent der Inhalte auf den persönlichen Seiten der Nutzer ausmachen würden.

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Australier werden keine Nachrichteninhalte mehr auf Facebook sehen

„Leider bedeutet das, dass Menschen und Nachrichtenorganisationen in Australien nun daran gehindert werden, Links zu nachrichtlichen Texten zu posten und australische und internationale Nachrichteninhalte auf Facebook zu teilen oder anzusehen“, so Easton. Weltweit sei das Posten und Teilen von Inhalten australischer Verlage ebenfalls eingeschränkt.

Konkret bedeutet das: Australische Verlage dürften keine Links zu ihren Artikeln mehr posten, ihre Seiten aber behalten. Verlage außerhalb Australiens können weiterhin Artikel teilen, allerdings werden diese von australischen Nutzern nicht mehr gesehen. Während australische Nutzer gar keine Nachrichteninhalte mehr angezeigt bekommen, werden Nutzer aus allen anderen Ländern - also auch Deutschland - lediglich keine Nachrichten von australischen Websites mehr angezeigt bekommen.

RND/msk

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