Auschwitz-Komitee kritisiert Al Pacinos Nazi-Serie

  • Die Serie “Hunters” mit Al Pacino und Logan Lerman wird derzeit heftig kritisiert, unter anderem wegen fiktiver KZ-Szenen.
  • Christoph Heubner vom Auschwitz-Komitee meint, dass die Folgen “in Klischees ertrinken”.
  • So solle man die Fiktionalisierung von Auschwitz unter keinen Umständen angehen, sagt Heubner.
Anzeige
Anzeige

Die kürzlich angelaufene Amazon-Serie “Hunters” hat zu all dem Schrecklichen, das in Konzentrationslagern passiert und historisch dokumentiert ist, noch einige Szenen hinzugefügt. Ganz frei erfunden. So wird ein Schachspiel zwischen KZ-Gefangenen gezeigt, bei dem es um Leben und Tod geht: Die Menschen werden zu Figuren, die sich gegenseitig die Kehle aufschlitzen müssen. Auch kommen historische Personen ebenso vor wie fiktive Charaktere. Doch darauf wird beispielsweise zu Beginn einer Folge nicht hingewiesen. Die Vermischung von Fakten und Fiktion gefällt nicht jedem.

“Ein unangemessener und inakzeptabler Versuch”

Kritik gibt es nun auch von offizieller Seite. In der “Bild”-Zeitung äußert sich der Schriftsteller und Exekutiv-Vizepräsident des Internationalen Auschwitz-Komitees Christoph Heubner zu der Serie, in der Al Pacino (79) auf Nazi-Jagd geht. “Für Auschwitz-Überlebende ist ‘Hunters’ ein verstörendes Beispiel dafür, wie man die Fiktionalisierung von Auschwitz unter keinen Umständen angehen sollte”, sagt der 70-Jährige. Die Serie würde in Klischees ertrinken. “Der unangemessene und inakzeptable Versuch, die mörderische Grausamkeit von Auschwitz in heutige Brutalo-Klischees umzuwandeln, misslingt” lautet sein Fazit gegenüber der Zeitung.


hma/RND

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen