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Attenboroughs „Mein Leben auf unserem Planeten“: richtiger Film zur ungünstigen Zeit

  • David Attenborough ist einer der bekanntesten Tierfilmer der Welt.
  • Diesen Monat läuft seine neueste Doku auf Netflix.
  • Es geht um Nachhaltigkeit und Umweltschutz – auch die Royals sind begeistert.
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David Attenborough hat kein gutes Timing gehabt. Wäre seine Doku „Mein Leben auf unserem Planeten“ vor gut einem Jahr erschienen – sie hätte den Nerv der Zeit getroffen. In einer Zeit, in der viel über Greta Thunberg und Klimawandel geredet wurde und Tausende weltweit im Rahmen von Fridays for Future auf die Straße gingen.

Doch der Film über seine Jahrzehnte lange Erfahrung als Naturforscher und Dokumentarfilmer erschien im Oktober 2020, mitten in einer Zeit, in der Natur und Klimarettung zwar nicht weniger wichtig geworden sind, aber inmitten der Corona-Pandemie etwas in den Hintergrund geraten sind. Dabei handelt es sich nicht nur um einen guten, sondern auch um einen wichtigen Film.

Attenborough so viel gereist wie nur wenige andere

Sir David Attenborough, heute 94 Jahre alt, ist wohl so viel um die Welt gereist wie nur wenige andere Menschen vor ihm. Allein für seine zehnteilige Dokuserie „Das Leben der Vögel“ reiste er in den 90er-Jahren mehr als 411.000 Kilometer – umgerechnet mehr als zehnmal um die Erde. Dementsprechend viel hat der Brite über Tier- und Pflanzenarten auf der ganzen Welt zu erzählen.

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In der chronologisch aufgebauten Doku berichtet Attenborough von der Welt, die er während seiner Zeit als langjähriger TV-Reporter kennenlernte – und wie sie sich im Laufe der Jahrzehnte entwickelt hat. Die wenigsten dürfte überraschen: Zum Positiven hat sich leider nichts verändert. Es geht um sterbende Korallenriffe, zerstörte Tropenwälder und schmelzendes Polareis. Ein Vorher-Nachher-Vergleich geht besonders nahe: Attenborough erzählt, dass sich die Orang-Utan-Population auf Borneo seit seinem ersten Besuch vor 60 Jahren um zwei Drittel verringert hat. Wer einen Film erwartet, der zeigt, was unsere Natur Tolles zu bieten hat, ist hier nicht ganz richtig. Vor allem geht es darum, was wir bereits verloren haben und was für Mensch und Tier künftig auf dem Spiel steht – wenn wir nichts ändern.

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Reporterlegende macht auch Hoffnung

Doch die Reporterlegende macht auch Hoffnung: Attenborough zeigt auch Ansätze, wie wir die Zerstörung unseres Lebensraumes aufhalten können. Die sind zwar nicht neu, sind aber aus dem Mund eines Menschen, der in so vielen Jahren so viel Beeindruckendes gesehen haben, ein Appell, der ankommt.

Und Attenborough hat mit seiner Doku auch schon künftige Thronfolger beeindruckt. Noch vor Streamingstart zeigte er die Doku nämlich nicht nur Prinz William und seiner Frau Kate, sondern auch deren Nachwuchs. Und wer weiß: Vielleicht tritt einer der drei am Ende in seine Fußstapfen. Zu wünschen wäre es der Natur – und uns.

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