ARD und ZDF schaffen gemeinsames Streaming-Netzwerk

  • Die ARD und das ZDF wollen ein gemeinsames Streaming-Netzwerk und damit ein Gegengewicht zu anderen großen Anbietern wie Netflix schaffen.
  • Auf den bereits bestehenden Mediatheken sollen nach und nach mehr Angebote der jeweils anderen Sender zu finden sein.
  • Eine gesamte Fusion soll es aber nicht geben, die bisherigen Mediatheken werden nicht verschmolzen.
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Mainz. ARD und ZDF bauen ein gemeinsames Streaming-Netzwerk auf. Auf den bereits und auch weiterhin bestehenden Mediatheken sollen nach und nach mehr Angebote der jeweils anderen Sender zu finden sein. Das teilten die großen öffentlich-rechtlichen Anstalten am Montag zusammen in einer Pressekonferenz in Mainz mit.

„Wir schaffen eine gemeinsame Erlebniswelt für die Nutzerinnen und Nutzer“, sagte der ARD-Vorsitzende Tom Buhrow. Über ein Benutzerkonto können dann sowohl Inhalte von ARD wie auch von ZDF abgerufen werden. Die rechtliche Eigenständigkeit der beiden Anbieter bleibe dabei jedoch erhalten und die beiden bisherigen Mediatheken werden nicht miteinander verschmolzen.

ZDF-Intendant Thomas Bellut erklärte, man werde dabei ein gemeinsames Personalisierungs- und Empfehlungssystem schaffen und so einen „positiven Wettbewerb um die besten Inhalte“ forcieren. Es seine eine tiefgreifende Änderung der bisherigen Kultur, wenn in den Mediatheken nun nebeneinander Inhalte von ARD und ZDF empfohlen würden.

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Keine Fusion zwischen ARD und ZDF

Eine klare Absage erteilten Bellut und Buhrow Forderungen nach einer weiteren Zusammenlegung der beiden öffentlich-rechtlichen Anbieter. „Es spricht alles nach wie vor gegen eine Fusion“, sagte ZDF-Intendant Bellut. Vielmehr müsse die Vielfalt erhalten bleiben und zugleich die Zusammenarbeit verbessert werden. Begünstigt werden soll die engere technische Zusammenarbeit durch den gemeinsamen Standort beider Mediatheken in Mainz.

Bis das System richtig läuft, rechnet Bellut mit einem Zeitraum von etwa zwei Jahren. Bei den Kosten erwartet der ZDF-Intendant keine größeren Einsparungen. Buhrow betonte jedoch, dass man den Beitragszahlern keine Rechnung für das neue Angebot präsentieren werde.

SWR-Intendant: Gegengewicht zu anderen Streaming-Anbietern

Beide Sender investieren nach eigenen Angaben jährlich einen mittleren einstelligen Millionenbetrag in ihre Mediatheken. Erlöse aus dem neuen Angebot, das auch für andere öffentlich-rechtliche Anbieter zugänglich sein soll, sind laut Buhrow nicht zu erwarten.

SWR-Intendant Kai Gniffke betonte jedoch, man setzte mit der neuen Plattform ein Gegengewicht zu anderen Streaming-Anbietern, die überwiegend aus Übersee kämen, und könne womöglich in Zukunft selbst eine führende Rolle auf diesem Sektor übernehmen.

Zusammenarbeit mit privaten Streaminganbietern zurzeit kein Thema

Neben ARD und ZDF soll es für andere öffentlich-rechtliche Angebote ebenfalls die Möglichkeit geben, sich zu beteiligen - zum Beispiel für Arte. Über eine mögliche Zusammenarbeit mit privaten Streaminganbietern denken die Sender derzeit nicht nach, wie es weiter hieß.

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Das engere Zusammenrücken von ARD und ZDF fällt in eine Zeit, in der die Bundesländer an einer Reform von Auftrag und Struktur des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland arbeiten. In der Debatte dazu dreht sich ein großer Teil um die größer werdende Bedeutung von digitalen Angeboten. Das Nutzen von Streaming-Inhalten hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Neben den weltweiten Konkurrenten wie zum Beispiel Netflix und Amazon gibt es in Deutschland auch Streaming-Plattformen von den privaten Sendergruppen wie der Mediengruppe RTL Deutschland und ProSiebenSat.1. Zum Teil sind dort auch Angebote von öffentlich-rechtlichen Sendern zu finden.

RND/epd/dpa

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