Appell für Fairness: Wie Journalismus im Netz gerecht bleibt

  • Wie sollen die erwarteten Einnahmen aus dem Leistungs­schutzrecht unter Verlagen verteilt werden?
  • Beim Verlegerkongress #beBETA mehren sich die Stimmen für mehr Neutralität und Fairness.
  • Es geht um Finanzierung, Qualität und Unabhängigkeit von digitalem Journalismus.
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Berlin. Kein Zweifel: Es geht um viel für die deutschen Medienverlage in diesen Wochen. „Unsere digitale Zukunft ist in einer entscheidenden Phase“, sagte Thomas Düffert, Vorsitzender der Konzern­geschäftsführung der Madsack-Mediengruppe, beim Digitalkongress #beBETA des Bundesverbandes Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) in Berlin. Düffert, der auch BDZV-Vizevorsitzender ist, warb für mehr Gemeinsamkeit und Fairness bei der Wahrnehmung des neuen Leistungsschutzrechts (LSR), aufgrund dessen die Verlage auf der Basis einer neuen EU-Urheberrechts­richtlinie einen Anteil an den Milliardenerlösen der großen US-Plattformen wie Google und Facebook erhalten sollen.

Knackpunkt ist die Frage, nach welchem Schlüssel diese Einnahmen verteilt werden sollen. Die bisherigen Rechenmodelle sehen faktisch vor, Reichweitenangebote und Clickbaitportale gegenüber seriösen Lokalmedien zu bevorzugen. Düffert dagegen erinnerte daran, dass das „journalistische Fundament des BDZV der Regionaljournalismus ist“. Dessen Interessen müssten angemessen zur Geltung kommen.

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Welcher Journalismus wird zukünftig belohnt?

Hintergrund: Die Verwertungs­gesellschaft Corint Media hat das Ziel, die Leistungs­schutzrechte möglichst vieler Verlage zu bündeln und in deren Namen mit Google, Facebook und Co. zu verhandeln. Die zurzeit geplante Ausschüttung der erzielten Erlöse richtet sich aber allein nach der digitalen Reichweite und lässt journalistische Parameter wie die verkaufte Auflage oder die Größe der Redaktion gänzlich unberücksichtigt. Madsack hat seine Corint-Mitgliedschaft daher infrage gestellt und dringt auf eine Verbesserung des Verteilungs­schlüssels.

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Am Ende gehe es um die Frage: Welcher Journalismus wird zukünftig belohnt? „Wenn wir einen Journalismus wollen, der für das Funktionieren einer demokratischen Gesellschaft einen unverzichtbaren Beitrag leistet, müssen wir auch die Belohnungs­mechanismen entsprechend ausrichten“, sagte Düffert. BDZV-Präsident Mathias Döpfner, gleichzeitig CEO des Axel-Springer-Verlages, der ebenfalls Mitglied bei Corint Media ist, sagte im Anschluss an den Vortrag Düfferts, dass man Aspekte wie die Anzahl von Abos oder die Anzahl von beschäftigten Redakteurinnen und Redakteuren in der Tat bei der Verteilung der Erlöse berücksichtigen sollte.

RND

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