Angriff auf “heute-show”-Team: Festgenommene aus “linkem Spektrum”

  • Nach dem Angriff auf ein Team der ZDF-“heute-show” sind weiter viele Fragen offen.
  • Die Staatsanwaltschaft bestätigt am Sonntag allerdings, dass die sechs vorübergehend festgenommenen Personen dem linken Spektrum zuzurechnen seien.
  • Inzwischen sind alle aber wieder auf freiem Fuß.
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Berlin. Nach der Attacke auf ein Kamerateam der ZDF-Satiresendung “heute-show” am Maifeiertag in Berlin hat der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft in Berlin, Martin Steltner, bestätigt, dass die sechs vorübergehend festgenommenen Personen dem linken Spektrum zuzurechnen sind. “Für die Einschätzung: Es ist so, dass die Personen, die festgestellt wurden, dem linken Spektrum zuzurechnen sind, nach unseren Erkenntnissen”, so Steltner. Er fügte hinzu: “Weil sie bekannt waren, aus welchem Grund auch immer. Das ist alles Gegenstand der Ermittlungen.”

Laut Polizei handelte es sich bei den Festgenommenen um vier Männer im Alter von 24, 25 und 31 Jahren sowie um zwei 25 beziehungsweise 27 Jahre alte Frauen. Am Samstag wurden sie wieder auf freien Fuß gesetzt. Es sei kein Haftbefehl erlassen worden, hatte die Generalstaatsanwaltschaft Berlin mitgeteilt. Bei vier der Festgenommenen habe kein dringender Tatverdacht vorgelegen, bei zwei seien keine Haftgründe gegeben gewesen.

Angreifer gingen mit Totschlägern auf das Team los

Das siebenköpfige Team der Satiresendung, zu dem neben Kameraleuten, einem Redakteur und Comedian Abdelkarim auch drei Security-Mitarbeiter gehörten, hatte am Freitag bei einer Demonstration gegen die Corona-Regeln gefilmt. Anschließend wurde das Team laut Polizei von 20 bis 25 Vermummten so brutal angegriffen, dass sechs von ihnen im Krankenhaus behandelt werden mussten.

Die Angreifer seien mit Totschlägern auf das Team losgegangen, zitierte das ZDF Harald Ortmann, den Geschäftsführer der beteiligten Produktionsfirma. Für den Dreh seien vorab drei Sicherheitsleute engagiert worden, erklärte Ortmann demnach. Mittlerweile sei dies bei Filmdrehs bei Demonstrationen Standard. Sie seien schwer verletzt worden, als sie dem Tonassistenten und dem Kameramann helfen wollten, sagte Ortmann. “Unserem Tonassistenten wurde ins Gesicht getreten – mit einer Brutalität, mit der man in Kauf genommen hat, dass es ein Mensch nicht überlebt.”

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Am Sonntag kommentierte Bundesinnenminister Horst Seehofer den Angriff auf das “heute show”-Team mit Empörung. Gleichzeitig wies er auf die Verpflichtung der Sicherheitsbehörden hin, Medienvertreter auch auf Demonstrationen zu schützen. “Die Freiheit der Presse ist eine Säule unserer Demokratie. Der Staat hat zu garantieren, dass dieses Grundrecht zu jeder Zeit und an jedem Ort gewährleistet ist”, sagte der CSU-Politiker am Sonntag.

RND/dpa/seb

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