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Angehörige einer Holocaust-Überlebenden gehen gegen neuen „Borat“-Film vor

  • Die Angehörigen der verstorbenen Holocaust-Überlebenden Judith Dim Evans verklagen die Borat-Produktion.
  • Kurz vor ihrem Tod habe sie Sacha Baron Cohen ein Interview gegeben.
  • Sie dachte, es handele sich um eine Doku und nicht um eine Komödie, die den Holocaust verspotte.
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Am 23. November soll der zweite Teil von „Borat" bei Amazon Prime veröffentlicht werden. Doch aktuell läuft eine Klage gegen die Produktion rund um den jüdischen Schauspieler Sacha Baron Cohen, wie verschiedene Medien übereinstimmend berichten.

64.000 Euro Entschädigung

So heißt es laut den Gerichtsdokumenten, die Holocaust-Überlebende Judith Dim Evans habe Sacha Baron Cohen kurz vor ihrem Tod im Januar 2020 für den Film ein Interview gegeben. Sie sei davon ausgegangen, dass es sich um eine ernsthafte Dokumentation und nicht um eine Komödie handele.

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Weiter heißt es in den Dokumenten: „Als Frau Evans nach dem Interview erfuhr, dass der Film tatsächlich eine Komödie war, die den Holocaust und die jüdische Kultur verspotten sollte, war sie entsetzt und verärgert.” So hätte Evans dem Interview nicht zugestimmt, wenn sie über „die wahre Natur des Films und den Zweck des Interviews“ informiert worden wäre. Ob der Film von Cohen, der selbst Jude ist, tatsächlich den Holocaust und die jüdische Kultur verspottet, ist allerdings unklar. Die Tochter von Evans fordert umgerechnet circa 64.000 Euro als Entschädigung.

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Ob sie damit Erfolg haben wird, ist noch unklar. Möglicherweise hatte Evans ein Dokument unterschrieben, dass den Filmemachern das Nutzen des Interviewmaterials nach Belieben ermöglicht. Die Holocaust-Überlebende wohnte in Aiken (South Carolina) und starb in diesem Sommer.

Corona und Trump

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Der erste „Borat“-Film kam im September 2006 in die Kinos. Die Fortsetzung der Kultkomödie soll sich um die Wähler von Donald Trump und die Corona-Pandemie drehen. Ein Trailer wurde bereits von Amazon Prime veröffentlicht.

RND/am

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