Jan Josef Liefers über #allesdichtmachen: „Vielleicht habe ich mich da übernommen“

  • Wegen ihrer Kritik an der Corona-Politik unter dem Hashtag #allesdichtmachen haben Dutzende prominente Schauspieler viel Kritik erfahren, allen voran Jan Josef Liefers.
  • Der verteidigte die Intention der Aktion in zwei Fernsehinterviews am Abend erneut.
  • „Das ist eine satirisch gemeinte, ironische und auch überspitzte Protestaktion“, so Liefers.
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Der Schauspieler Jan Josef Liefers (56) ist eines der bekanntesten Gesichter der Aktion #allesdichtmachen gegen verschärfte Corona-Schutzmaßnahmen, die am Freitag hohe Wellen geschlagen hat. In Interviews mit der WDR-Sendung „Aktuelle Stunde“ und in der Talkshow „3 nach 9“ verteidigte er am Freitag die Intention der Aktion erneut, zeigte sich aber auch nachdenklich über das gewählte Mittel.

„Das ist eine satirisch gemeinte, ironische und auch überspitzte Protestaktion.“ Sein Ziel sei, „gerade in einer Zeit, wo wir aufgefordert sind, den Gürtel enger zu machen, (…) wo alles wieder geschlossen wird, die Diskussion wenigstens noch mal zu eröffnen“, so Liefers in der Sendung „Aktuelle Stunde“.

Der 53-Jährige sagte, er wünsche sich vor allem eine Diskussion über die Art der Berichterstattung über die Pandemie in den Medien. „Mein Punkt ist in dieser Übertreibung, dass ich gerne auch über die Rolle der Medien in dieser Pandemie eine große Diskussion hätte.“ Aus seiner Sicht fehle in der medialen Darstellung vieles. „Es gibt weltweit wirklich umfassende Studien von Leuten, die ihre Hausaufgaben auch gemacht haben und auch studiert haben, die zum Beispiel über einen Lockdown zu ganz anderen Erkenntnissen kommen als wir.“ Er wünsche sich außerdem, dass die Regierungsentscheidungen transparenter gemacht würden, nicht hinter verschlossenen Türen verborgen blieben. „Das ist mir wichtig.“

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Gegen den Vorwurf, dass er mit seinem Video rechten Populismus bediene, wehrte sich Liefers: „Wir haben nichts bedient, wir haben unsere Sache gemacht.“ Außerdem habe er sich schon in der Nacht von Verschwörungstheorien und der „Querdenker“-Bewegung distanziert. „Das ist eine Sache, die mir wichtig ist.“ Den Vorwurf, Menschen durch die Aktion zu verhöhnen, wies Liefers ebenfalls entschieden zurück. Es sei nicht das Ziel gewesen, „Staatsbürger unseres Landes zu veräppeln“.

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Aktion #allesdichtmachen: Erste Teilnehmende ziehen zurück
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Nach massiver Kritik an der Internetaktion haben sich nun erste teilnehmende Schauspieler*innen von der Kampagne distanziert.  © Reuters

Jan Josef Liefers: „Es ging nicht darum, rechte Wirrköpfe zu munitionieren“

Liefers war am Abend auch in der Talkshow „3 nach 9“ zu Gast. Mit Blick auf seine Medienkritik sagte der Schauspieler, er habe gewusst, dass sich „Journalisten auf den Schlips getreten“ fühlen würden. Dass Applaus von Corona-Leugnern oder der AfD komme, bedauere er aber, für diese Kritik sei er „total offen“. „Es ging überhaupt nicht darum, rechte Wirrköpfe zu munitionieren.“

Liefers wiederholte bei „3 nach 9“ seine Kritik an der Corona-Politik: „Mir fehlt die Transparenz: Wie kommt die Bundesregierungen nach so vielen Lockdowns auf die Idee, das noch mal zu machen?“ Trauer und Leid gebe es nicht nur bei den Erkrankten, sondern auch bei denen, die unter den Maßnahmen litten. „Für diese Leute gibt es keine Stimme“, sagte Liefers.

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#allesdichtmachen – Wie 53 Schauspieler die Corona-Politik in Deutschland kritisieren
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Die mehr als 50 Promis, die in ironischen Clips mit der Corona-Politik abrechneten, lösten eine große Diskussionswelle im Internet aus.  © RND

Er räumte mit Blick auf die Aktion #allesdichtmachen aber auch ein: „Vielleicht habe ich mich da übernommen.“ Bei allen würden die Nerven blank liegen, „auch bei mir“, so Liefers. „Ich finde auch den Punkt interessant, dass vielleicht Ironie wirklich ein ungeeignetes Mittel ist“, sagte er.

Unter dem Motto #allesdichtmachen hatten Dutzende Film- und Fernsehschauspieler in kurzen Videos die Corona-Politik der Bundesregierung in ironischem Ton kommentiert. An der Aktion beteiligten sich unter anderem Jan-Josef Liefers, Ulrich Tukur, Volker Bruch, Meret Becker und Richy Müller.

RND/seb, mit dpa

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