50 Jahre „Tatort“: So hat sich Deutschland verändert

  • Vor 50 Jahren, als der „Tatort“ startete, war die Bundesrepublik noch religiöser und in den Urlaub ging es meist per Auto.
  • Außerdem wurde erstmals die Fernsehgebühr erhöht.
  • Ein Vergleich von 2020 und 1970.
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Berlin. Vor 50 Jahren am 29. November 1970 erschien die erste „Tatort“-Folge „Taxi nach Leipzig“ (ARD). Seitdem hat sich vieles in Deutschland verändert. Eine Übersicht.

Fernsehen: Heute sind fast alle multimedial unterwegs, es gibt unzählige Fernsehsender und auch Streamingdienste. 1970 gab es nur jeweils zwei nationale Fernsehprogramme in den deutschen Staaten. Im Westen gab es seit 20 Jahren die ARD (Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland). Der Zusammenschluss der neun Landesrundfunkanstalten unterhielt seit 1952 im Regelbetrieb das Erste Deutsche Fernsehen. Zudem gab es die regionalen Dritten, die zwischen 1964 (BR) und 1969 (Südwest 3) gestartet worden waren. Das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) war 1963 gegründet worden. In der DDR gab es den DFF, und seit 1969 auch DFF 2. Erst ab 1972 hieß es Fernsehen der DDR.

Rundfunkfinanzierung: 2020 beträgt der Rundfunkbeitrag für ARD, ZDF und Deutschlandradio (Deutschlandfunk etc.) pro Haushalt 17,50 Euro. Das ist seit 2015 so, als der Beitrag erstmals abgesenkt worden ist - von vorher 17,98 Euro. Vor 50 Jahren zahlte man in der Bundesrepublik für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk umgerechnet 4,35 Euro. Die Fernsehgebühr von monatlich 5 DM war 1954 eingeführt worden, vorher gab es nur 2 DM Hörfunkgebühr. 1970 wurde die Grundgebühr erstmals um 50 Pfennig auf 2,50 DM erhöht, die TV-Gebühr um eine Mark auf 6 DM. Danach wurden die Gebühren in kürzeren Abständen erhöht.

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Einkommen: Das Durchschnittseinkommen (durchschnittlicher Netto-Jahresarbeitslohn) je ledigem Arbeitnehmer ohne Kinder betrug zuletzt etwa 24 000 Euro, 1970 waren es in der Bundesrepublik umgerechnet etwa 5000 Euro.

Glaube: Zurzeit sind Kirchenangaben zufolge gut 50 Prozent der deutschen Bevölkerung evangelisch oder römisch-katholisch. Vor 50 Jahren waren es zumindest im Westen noch 94 Prozent.

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Urlaub: Bevor Corona die Tourismuswirtschaft durcheinanderwirbelte, waren die Deutschen letztes Jahr sehr reisefreudig. 2019 führten 74 Prozent aller Urlaubsreisen ins Ausland - laut Reiseanalyse der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) so viele wie noch nie. 1970 reisten die Bundesdeutschen mehrheitlich (rund 60 Prozent) noch im Inland, am ehesten nach Bayern. Bei den Auslandsreisenden war Österreich Nummer eins, gefolgt von Italien. Mit großem Abstand folgten Spanien, die Schweiz, Jugoslawien und die Niederlande. Mehr als die Hälfte der Inlandsurlauber erreichten ihren Urlaubsort mit dem eigenen Auto, bei den Auslandsreisen waren es fast zwei Drittel.

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Städte: Heute hat das wiedervereinigte Berlin gut 3,7 Millionen Einwohner und ist mit Abstand die größte Stadt Deutschlands, die zweitgrößte ist Hamburg, gefolgt von München und Köln auf drei und vier. Das war auch 1970 schon so. Damals lebten in Berlin (West) 2,1 Millionen und in Ost-Berlin etwa 1,1 Millionen. Doch während heute auf Platz fünf Frankfurt/Main liegt, gefolgt von Stuttgart, Düsseldorf, Leipzig, Dortmund und Essen, war 1970 noch Essen auf Platz fünf, gefolgt von Frankfurt, Dortmund, Düsseldorf, Stuttgart und Duisburg.

RND/dpa

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