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40 Jahre “Löwenzahn” – Protagonist Guido Hammesfahr: “Kinder haben nicht so einen Starkult”

  • Guido Hammesfahr ist seit 2006 der Nachfolger von Peter Lustig.
  • Er lebt als Fritz Fuchs im blauen Wohnwagen der Kindersendung “Löwenzahn”.
  • Im RND-Interview spricht er über seine aufregendsten Erlebnisse und die Arbeit mit Kindern.
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Die Wissenssendung “Löwenzahn” feiert dieses Jahr ihren 40. Geburtstag. Deswegen zeigen ZDF und Kika am Samstag, 16. Mai, und Sonntag, 17. Mai, vier Premieren der Sendung, die in Südafrika gedreht wurden. Außerdem werden acht Folgen “Löwenzahn Classics” mit Peter Lustig sowie die allererste Folge mit Fritz Fuchs (Schauspieler Guido Hammesfahr), eine gemeinsame Folge von Fritz Fuchs mit Peter Lustig und eine neue Folge zum Abschied von Helmut Krauss als Nachbar Paschulke ausgestrahlt. Im Interview spricht Guido Hammesfahr über seine Zeit als Fritz Fuchs:

Guido Hammesfahr, haben Sie “Löwenzahn” auch schon als Jugendlicher gesehen?

Ja, die Sendung hat mich schon in jungen Jahren sehr fasziniert, weil ich vom Land komme, aus einem Dorf mit 300 Einwohnern, und das Leben im Grünen besonders spannend fand. Da konnte ich natürlich noch nicht ahnen, dass ich mal der Nachmieter des Bauwagens werde.

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Sie sind seit der Nachfolge auf Peter Lustig das “Löwenzahn”-Gesicht. Werden Sie auf der Straße oft als Fritz Fuchs erkannt?

Es passiert nicht so häufig, dass ich in der Öffentlichkeit angesprochen werde. Die Kinder, die mein Publikum sind, sind oft mit ihren Gedanken woanders. Aber wenn ein Kind aus einer Gruppe mich entdeckt, ist natürlich richtig was los. Doch in der Regel achten die auf so was nicht und haben auch nicht so einen Starkult. Wenn Kinder auf mich zukommen und ein Autogramm wollen, ist das meist elterngesteuert. Wenn sie von sich aus auf mich zukommen, dann meist mit einer konkreten Frage oder wenn sie mir mitteilen wollen, dass sie ein Matheproblem haben. Das ist immer sehr direkt und charmant.

Fritz Fuchs bekommt in vielen Folgen Unterstützung von Kindern. Was war das Spannendste in Ihrer Zeit als “Löwenzahn”-Protagonist, das Sie von Kindern gelernt haben?

Es sind die Neugier und die direkte Art, mit den Dingen umzugehen, die mich bei der Zusammenarbeit mit Kindern beeindrucken. Da sind wir Erwachsenen doch oft ein bisschen verstählt und gucken, was gut in der Kamera aussieht. Das haben Kinder nicht, die haben ein direktes Interesse, mit den Dingen umzugehen, und verstellen sich nicht. Wir sind alle sehr leistungsorientiert und ich finde es gut, dass das beim Dreh mit Kindern nicht geht und wir Pausen einhalten müssen und darauf achten.

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Zum Schluss der meisten Folgen sagen Sie: “Ich weiß ja nicht, was ihr macht, aber Keks und ich, wir drehen mal wieder ’ne Runde.” Gehen Sie danach wirklich manchmal eine Runde mit dem Filmhund?

Die Reihenfolge des Drehs ist abhängig vom Tagesablauf. Die Chronologie ist also nicht so, wie wir sie im Film darstellen. Aber wenn ich mit Hund Keks unterwegs bin, bin ich das tatsächlich, und das dauert dann auch mal eine halbe Stunde.

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Haben Sie den Berner Sennenhund, der Keks spielt, schon in Ihr Herz geschlossen?

Absolut. Das ist auch das, was ich zurzeit am meisten vermisse, dass Keks und ich uns nicht sehen. Der erkennt mich natürlich wieder und das ist immer eine sehr freundliche Begrüßung. Aufgrund des Social Distancing geht das im Moment nicht, aber ich hoffe, dass wir das nachholen. Es ist schon besonders, so einen Kollegen zu haben. Die Tiertrainerin hält mich immer an, dass ich nicht so viel Kontakt zu ihm habe, damit er auf die Signale von mir reagiert. Aber das macht der Keks nicht so lange mit, spätestens vormittags stupst er mich an und möchte kuscheln. Das machen Kollegen sonst eher selten.

Was haben Sie und Fritz Fuchs denn gemeinsam?

Fritz Fuchs und ich haben beide eine gewisse Aufgeschlossenheit und eine Liebe zur Natur. Das ist auch bei mir noch mal neu entstanden, weil Fritz Fuchs die ganze Zeit draußen ist – und folglich bin ich es auch. Das ist eine tolle Sache, denn mein Beruf hat sich vorher mehr auf dunklen Probenbühnen abgespielt. Ich schöpfe aus Fritz auch Zuversicht und Optimismus – auch in der jetzigen Situation mit Corona.

Die Jubiläumsfolgen spielen in Südafrika und wurden schon vor der Corona-Krise gedreht. Wie geht es jetzt mit “Löwenzahn” weiter? Soll das Virus auch in der Sendung thematisiert werden?

“Löwenzahn” ist eine Wissenssendung mit einer fiktionalen Geschichte. Mit Entwicklung der Drehbücher haben wir fast ein Jahr Vorlauf. Die Sendung spielt zwar im Hier und Heute, ist aber nicht aktuell. Da gibt es andere Formate, beispielsweise die Kindernachrichten “logo!” oder das Magazin “Pur+”. Wir haben zurzeit keine Pläne, Corona aufzunehmen. In Bärstadt (Anmerkung der Redaktion: der fiktive Ort, an dem “Löwenzahn” spielt) gibt es also keinen Corona-Fall. Das ist schon mal positiv – wenigstens ein Ort, an dem das Virus noch nicht aufgetaucht ist. Aber Bakterien und Viren haben wir bei “Löwenzahn” als Thema schon mal behandelt.

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Fritz Fuchs (Guido Hammesfahr) bei der Wildtierzählung in einer der “Löwenzahn”-Jubiläumsfolgen. © Quelle: ZDF und Emil Wessels

Wenn Sie auf all Ihre “Löwenzahn”-Folgen zurückblicken: Woran denken Sie gern zurück, wo mussten Sie an Ihre Grenzen gehen?

Die Grenzen tauchen öfters auf, als man es sich vorstellt, weil wir viel mit Wetter zu tun haben. Wir hatten schon sehr starke Sturmböen, durch die ganz in der Nähe ein Baum umgestürzt ist. Da bekommt man wieder mehr Respekt vor der Natur. Dann war natürlich der Dreh in Südafrika beeindruckend, so nah ist man sonst nicht an einem Elefanten. Die Sendung hat auch den Vorteil, dass man die ganze Zeit draußen ist. Das gehört zum Berufsbild des “Löwenzahn”-Moderators dazu. Es ist ein schönes Abenteuer, aber man braucht auch ein bisschen Nervenstärke.

In einer der Jubiläumsfolgen sagt Fritz Fuchs, dass er darüber nachgedacht hat, nach Südafrika zu ziehen. Haben Sie schon mal überlegt, auszuwandern?

Auswandern will ich nicht. Aber wovon ich träume, ist, mal länger mit dem Segelboot unterwegs zu sein. Das kann ich mir gut vorstellen, weil ich diese Art zu reisen toll finde. Da ist nichts mit großer Geschwindigkeit, der Weg ist das Ziel. Privat würde ich mich also nicht für den Bauwagen entscheiden, sondern für ein Segelboot.

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