• Startseite
  • Medien & TV
  • 15 Produktionen erhalten Grimmepreis – besondere Ehrung für drei TV-Journalistinnen

15 Produktionen erhalten Grimmepreis – besondere Ehrung für drei TV-Journalistinnen

  • Am Dienstag sind die diesjährigen Grimmepreisträger bekannt gegeben worden.
  • Neben 15 TV-Produktionen werden drei TV-Journalistinnen ausgezeichnet.
  • Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen-Kim, „Tagesthemen“-Moderatorin Caren Miosga und die Journalistin Isabel Schayani erhalten am 27. August eine besondere Ehrung.
Anzeige
Anzeige

Marl. Bei der Verleihung der Grimmepreise im Sommer erhalten neben 15 Fernsehproduktionen 2021 auch drei TV-Journalistinnen eine Auszeichnung. Die besondere Ehrung des Deutschen Volkshochschul-Verbands (DVV) geht an die „Tagesthemen“-Moderatorin Caren Miosga, wie das Grimme-Institut am Dienstag in Marl mitteilte. Die DVV-Präsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer erklärte, Miosga verschaffe den Zuschauerinnen und Zuschauern als Anchor-Woman der „Tagesthemen“ vor allem mit ihren Interviews „den bestmöglichen Überblick und das nötige Verständnis für das rasante und komplexe Geschehen in Deutschland und in der Welt“.

Die Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen-Kim wird für die „wissenschaftlich hochkompetente als auch breitenwirksame“ Informationsvermittlung zum Thema Corona mit dem Preis für die Besondere Journalistische Leistung ausgezeichnet. Die WDR-Journalistin Isabel Schayani erhält den Grimmepreis Spezial für ihre „kompetente, empathische und im deutschen Journalismus singuläre Berichterstattung“ aus dem griechischen Flüchtlingslager Moria.

Anzeige

Weitere Auszeichnungen gehen unter anderen an die Netflix-Serie „Unorthodox“, an die Lockdownserie „Drinnen – Im Internet sind alle gleich“, an „Die Sendung mit dem Elefanten“, die Pro-Sieben-Sendung „15 Minuten Joko & Klaas – Männerwelten“ und Dokumentarfilme über Afghanistan und den Prozess nach der Loveparade-Katastrophe in Duisburg. Die Preise werden in diesem Jahr zum 57. Mal vergeben. Die Verleihung ist für den 27. August geplant.

Grimme-Direktorin Frauke Gerlach sprach von einem „unfassbar starken Fernsehjahr“. Unter den außergewöhnlichen Bedingungen der Corona-Pandemie sei ein großes Maß an Kreativität, Vielschichtigkeit und Vielfalt freigesetzt worden. Es sei aber auch ein ernsthaftes Jahr gewesen, das von gesellschaftlichen Herausforderungen geprägt gewesen sei. Neben der Corona-Pandemie zählte sie dazu auch das Erstarken von Rechtsextremismus und Antisemitismus.

Nominierung für Dokumentarfilm „Lovemobil“ zurückgezogen

Die Auszeichnungen im Wettbewerb Information und Kultur gehen an die Dokumentarfilme „Loveparade – Die Verhandlung“ (WDR/ARTE), „Der Ast, auf dem ich sitze“ (ZDF/3sat) über Moral und Gerechtigkeit im Zusammenhang mit der Steuerpolitik in dem Schweizer Ort Zug und an „Vernichtet – Eine Familiengeschichte aus dem Holocaust“ (RBB/HR/NDR) über die Deportation und Ermordung der jüdischen Familie Labe. Mit dem Publikumspreis der Marler Gruppe wird der Mehrteiler „Afghanistan. Das verwundete Land“ (NDR/ARTE) geehrt.

Anzeige

Mit Blick auf die Dokumentarfilme sagte Gerlach, es sei gut, dass hier aktuell eine Debatte über Wahrhaftigkeit geführt werde. Die Nominierungskommission des Grimme-Instituts hatte den Dokumentarfilm „Lovemobil“ (NDR) nominiert, ihm im März aber die Nominierung entzogen, weil sich herausstellte, dass zentrale Szenen des Films inszeniert oder nachgespielt waren. Die Filmemacherin Elke Lehrenkrauss hat die Spielszenen aber nicht als solche gekennzeichnet. Der NDR distanzierte sich von dem Film. Fiktionale Anteile in Dokumentarfilmen seien zulässig, müssten aber transparent gemacht werden, sagte die Direktorin des Grimme-Instituts.

Die Preise im Bereich Fiktion gehen vor allem an Serienproduktionen. Ausgezeichnet wird etwa die europäische Politsatire „Parlament“ (ONE/WDR). Patrick Presch, Vorsitzender der Jury Fiktion bezeichnete die Serie als „fantastische Politpersiflage“ gegen Europaverdruss und für europäische Produktionen sowie länderübergreifende Zusammenarbeit.

Auch die Netflix-Serie „Unorthodox“ über den Ausbruch einer jungen Frau aus einer chassidischen Gemeinde in Brooklyn, der Fernsehfilm „Für immer Sommer 90“ (ARD) über einen Roadtrip durch Deutschland und die Lockdownserie „Drinnen – Im Internet sind alle gleich“ (ZDF/ZDFneo) erhalten einen Grimme-Preis. Als Fernsehfilm wird auch „Wir wären andere Menschen“ (ZDF) über Polizeigewalt in der deutschen Provinz ausgezeichnet.

„15 Minuten Joko & Klaas – Männerwelten“ prämiert

In der Kategorie Kinder und Jugend gehen die Preise an den Kurzfilm „Masel Tov Cocktail“ (SWR/ARTE) über einen jüdischen Jugendlichen, der in Deutschland aufwächst, und an „Die Sendung mit dem Elefanten – Wir kriegen ein Baby“ (WDR). Die Jury ehrt zudem die Schauspielerin Mina-Giselle Rüffer für ihre „herausragende Darstellung“ der psychisch kranken Schülerin „Nora“ in der fünften Staffel der Jugendserie „Druck“ (funk/ZDF) mit einem Grimmepreis Spezial.

Anzeige

In der Kategorie Unterhaltung werden laut Jury Produktionen prämiert, die „durch ihre Unberechenbarkeit das Publikum überraschen und herausfordern“, darunter das Comedy-Format „Die Carolin Kebekus Show“ (WDR), die Homeoffice-Kabarett-Show „Noch nicht Schicht“ (ZDF/3sat) von Sebastian Pufpaff und „15 Minuten Joko & Klaas – Männerwelten“ (Pro Sieben) über sexualisierte Gewalt an Frauen.

RND/epd

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen