1,4 Millionen Euro: Eltern in den Niederlanden fordern Schadenersatz von Tiktok

  • Niederländische Eltern fordern von den Betreibern der Plattform Tiktok Schadenersatz.
  • Die Forderungen belaufen sich auf mehr als 1,4 Milllionen Euro.
  • Der Vorwurf: Tiktok sammele Daten von Minderjährigen, ohne dafür die Erlaubnis einzuholen.
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Amsterdam. Tausende niederländische Eltern verlangen von den Betreibern der populären Videoplattform Tiktok Schadenersatz für ihre Kinder. Insgesamt beliefen sich die Forderungen auf mehr als 1,4 Milliarden Euro, erklärte am Mittwoch die niederländische Stiftung für Marktinformationsforschung (SOMI). Nach eigenen Angaben vertritt sie mehr als 64 000 Eltern.

Zur Begründung hieß es, Tiktok sammle Daten von Minderjährigen, um ihnen gezielte Werbung anzuzeigen, ohne dafür eine Erlaubnis einzuholen. Zudem seien Kinder Gefahren durch sogenannte Challenges ausgesetzt, bei denen sich Nutzer der Plattform gegenseitig zu gefährlichen Handlungen auffordern würden. Die Stiftung SOMI ist eigenen Angaben zufolge eine Non-Profit-Organisation, die sich dem Schutz grundlegender Rechte der Nutzer von Online-Diensten widmet.

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„Besorgniserregende Praktiken“

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Tiktok gehört dem chinesischen Konzern Bytedance. Der Plattform-Betreiber hatte zuvor erklärt, man unternehme viel, um die Sicherheit junger Nutzer zu gewährleisten. Den Nutzungsbedingungen von Tiktok zufolge brauchen Minderjährige die Zustimmung ihrer Erziehungsberechtigten. Kindern unter 13 Jahren ist die Nutzung des Dienstes generell nicht gestattet. Das Unternehmen verweist auf seiner Website auch darauf, dass Nutzerinnen und Nutzern Kontrollfunktionen für den Datenschutz zur Verfügung stehen, damit sie „die Einstellungen wählen können, die für sie richtig sind“.

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Eine ähnliche Klage wie jetzt in den Niederlanden hatten im April Kinderrechtsaktivisten in Großbritannien initiiert. Ende Mai hat die EU-Kommission eine Überprüfung der Geschäftspraktiken von Tiktok angekündigt. Nach einer Warnung des Europäischen Verbraucherverbands (BEUC) über Verstöße gegen EU-Verbraucherrechte sei ein formeller Dialog mit Tiktok gestartet worden, teilte die EU-Kommission am 28. Mai mit. Als „besorgniserregende Praktiken“ von Tiktok nannte sie unter anderem „aggressive Werbetechniken, die auf Kinder abzielen“.

RND/dpa

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