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Mediterranes Flair in Haus und Garten: So überwintern Zitronen- und Olivenbäume

  • Zitronen- und Olivenbäume werden hierzulande immer beliebter.
  • Denn sie tragen herrliche Früchte und bringen mediterranes Flair in Haus und Garten.
  • Die südlichen Pflanzen können sogar hier überwintern.
Heidi Becker
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Auch wenn dank fast sommerlicher Temperaturen noch nicht an den Winter zu denken ist: Bis zum ersten Frost dürfte es nicht mehr allzu lange dauern. Schon bald werden Terrassenmöbel abgedeckt und Sonnenschirme auf dem Dachboden verstaut. Anders sieht es da bei den Pflanzen aus – vor allem bei Pflanzen, die eigentlich im Süden wachsen. Mit ein paar Tricks können aber selbst Zitronen- und Olivenbäume bei uns überwintern.

Zitronenbäume bestechen mit herrlichen Früchten

Gerade Zitronenbäume werden bei uns immer beliebter. Die Bäume sehen nicht nur hübsch aus, sondern verzaubern Gärten oder Balkone mit himmlischem Duft und aromatischen Früchten.

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Wann muss der Zitronenbaum rein?

Der Zitronenbaum sollte sich daran gewöhnen, dass ihm eine Zeit voller kühlerer Temperaturen und weniger Tageslicht bevorsteht. Aus diesem Grund sollte er erst zwischen Oktober und November hereingeholt werden. Ann-Kathrin Birkenmaier von der Gärtnerei Flora Toskana erklärt, dass der Freilandaufenthalt der Zitronenbäume sich aber nur dann bis November ausdehnen kann, wenn es frostfrei bleibt.

Welche Temperaturen vertragen Zitrusfrüchte?

Nach oben hin ist die Temperatur für Zitronenbäume offen. „Zitrusbäume vertragen am besten voll sonnige Plätze im Freien, jedoch sollte der Topf im Schatten stehen, da die Wurzeln sonst überhitzen könnten“, sagt Birkenmaier. Zitrusfrüchte stammen ursprünglich aus dem Norden Indiens, daher sind sie das ganze Jahr über warme Temperaturen gewohnt. Unsere Winter würde ein Zitronenbaum nicht überstehen – er könnte bereits bei den ersten Minusgraden irreparablen Schaden nehmen. Die ideale Temperatur zum Überwintern liegt für den Zitronenbaum zwischen fünf und zehn Grad – es sollte aber unbedingt eine Lichtquelle vorhanden sein.

Muss der Zitronenbaum im Winter gegossen werden?

Der Zitronenbaum fährt im Winter seine Stoffwechselprozesse herunter – daher braucht er deutlich weniger Pflege als im Sommer. Zur kalten Jahreszeit kann etwa vollständig auf Dünger verzichtet und auch nur sparsam gegossen werden. Wichtig ist, darauf zu achten, dass die Erde nie vollständig austrocknet. Wer aber zu viel gießt, riskiert, dass die Wurzel des Baums anfängt zu schimmeln.

Wann und wie soll man den Zitronenbaum schneiden?

Der Zitronenbaum kann prinzipiell das ganze Jahr über geschnitten werden, der optimale Zeitpunkt aber ist das zeitige Frühjahr – etwa im Februar. So kann der Zitronenbaum noch eine ganze Saison neue Triebe bilden. Bei dem sogenannten Erhaltungsschnitt wird die Krone des Baumes lediglich zurückgeschnitten, wenn sie zu dicht wird. Dazu werden störende Zweige nicht nur eingekürzt, sondern komplett herausgeschnitten.

Im Winter fährt der Zitronenbaum seine Stoffwechselprozesse herunter. © Quelle: Pixabay
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Gerade junge Zitronenbäume sollten allerdings regelmäßig geschnitten werden, um einen harmonischen Kronenaufbau zu erzeugen. Dazu sollte der kräftigste Trieb etwa um ein Drittel zurückgeschnitten und an einem geraden Stab befestigt werden. Alle ebenfalls starken Triebe müssen dann regelmäßig zurückgeschnitten werden. Wenn die Seitentriebe zu steil stehen, werden sie heruntergebunden, um den Haupttrieb nicht zu stören.

Alte Bäume, die durch einen Schnitt verjüngt werden sollen, werden komplett auf etwa zehn bis 15 Zentimeter lange Stummel zurückgeschnitten.

Wie überwintert der Zitronenbaum im Topf?

Der Zitronenbaum kann problemlos im Topf überwintern. Wichtig ist es, darauf zu achten, dass die Wurzeln des Baumes nicht zu kalt werden. Dazu kann der Topf einfach auf eine Matte oder mit Laub gefüllte Kiste gestellt werden. Sobald im Frühjahr dann die ersten Sonnenstrahlen aufkommen, sollte allerdings auf eine gute Belüftung geachtet werden, damit dem Bäumchen nicht zu schnell zu warm wird.

Kann mein Zitronenbaum im Wohnzimmer überwintern?

Der Zitronenbaum braucht viel Licht. Da er dies im Winter aber nicht bekommt, lässt sich der Lichtmangel mit einer kühleren Temperatur ausgleichen (siehe Welche Temperaturen vertragen Zitrusfrüchte?). Gerade im Wohnzimmer herrschen aber oft warme Temperaturen, gepaart mit wenig Licht. Der Zitronenbaum verträgt diese Kombination nicht immer gut. Um ein Überwintern im Wohnzimmer trotzdem möglich zu machen, lohnt sich der Kauf einer Pflanzenlampe. Die Pflanze sollte dafür aber mindestens sechs Stunden am Tag beleuchtet werden.

Laut Ann-Kathrin Birkenmaier ist es beim Überwintern im Wohnzimmer besonders wichtig, die Wasserzugabe nicht zu vergessen. „Die Verdunstungsrate der Pflanze fällt wegen der Fußbodenheizung größer aus als zum Beispiel im Wintergarten.“

Kann ein Zitronenbaum im Freien überwintern?

Ein Zitronenbaum kann in deutschen Wintern draußen nicht überleben – schon bei leichten Minustemperaturen nimmt er Schaden an jungen Blättern und Trieben. Stattdessen bietet sich ein unbeheiztes Gewächshaus oder Treppenhaus, eine Garage mit Fenster oder ein nur wenig beheizter Wintergarten an.

Olivenbäume schaffen es auch durch den Winter

Olivenbäume kennt man vor allem aus dem Spanien- oder Italien-Urlaub. Und auch wenn der Baum sich vor allem in südlichen Gefilden wohlfühlt, wächst er auch hier – und schafft es auch durch den Winter.

Welche Temperaturen hält ein Olivenbaum aus?

Der Olivenbaum gehört zu den robusteren Arten, was die Winterhärte angeht. Ohne größere Schäden hält das Bäumchen laut Ann-Kathrin Birkenmaier sogar ein kurzzeitiges Temperaturminimum von bis zu minus acht Grad aus. Bei wärmeren Temperaturen fühlt der Olivenbaum sich aber wohler. „Zum Überwintern benötigen sie es sehr hell und brauchen eine Temperatur von mindestens fünf Grad“, erklärt Birkenmaier.

Kann man Olivenbäume im Winter draußen lassen?

Wer in einer wintermilden Region wohnt, kann seinen Olivenbaum unter Umständen draußen einpflanzen. Laut Birkenmaier können die Olivenbäume mit Winterschutz dann überleben. Ein Restrisiko ist natürlich immer vorhanden, falls es doch einmal kälter wird. Junge Olivenbäume sollten in keinem Fall draußen gepflanzt werden, da diese deutlich frostempfindlicher sind als ausgewachsene Bäume.

Können Olivenbäume auf dem Balkon überwintern?

Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte seinen Olivenbaum in einen Kübel pflanzen. So kann dieser auf dem Balkon oder der Terrasse stehen, ist aber transportbereit, falls es doch einmal kälter wird. Auf dem Balkon macht sich der Olivenbaum sowieso gut, da er dort windgeschützt ist und überdacht steht. Vor den ersten starken Frösten sollte er aber auch hier geschützt werden.

Dazu wird die Baumscheibe mit einer ordentlichen Laubschicht abgedeckt und mit Tannenreisig umhüllt. Die Krone und der Stamm werden mit einigen Lagen Winterschutzvlies eingepackt. Mindestens einmal wöchentlich sollte das Vlies gelüftet werden, um den Baum „atmen“ zu lassen.

Der Olivenbaum hält es sogar bei minus zehn Grad draußen aus. © Quelle: Pixabay

Können Olivenbäume im Haus überwintern?

Wenn es dem Olivenbaum auf dem Balkon doch einmal zu kalt wird, kann er auch im Haus überwintern. Dazu braucht es einen kühlen und hellen Raum – etwa eine Garage mit Fenstern oder einen unbeheizten Wintergarten. Der Olivenbaum sollte allerdings so lange wie möglich draußen bleiben, um sich an die Temperaturen zu gewöhnen. Im Haus fühlt er sich dann bei fünf bis zehn Grad am wohlsten – der Raum muss aber in jedem Fall mindestens einmal in der Woche gelüftet werden.

Wie oft gießt man Olivenbäume im Winter?

Gerade wenn der Olivenbaum im Winter im Haus steht, sollte er nur sparsam gegossen werden, um Staunässe zu vermeiden. Wichtig ist es aber, darauf zu achten, dass die Erde nicht austrocknet. Als Faustformel lässt sich sagen, dass das Bäumchen umso weniger gegossen wird, je kühler es steht. Ansonsten braucht der Olivenbaum im Winter nur wenig Pflege und muss nicht einmal gedüngt werden.

Was tun, wenn der Olivenbaum Frost abbekommen hat?

Wenn ein Olivenbaum Frost abbekommen hat, muss das nicht das Ende der Pflanze bedeuten. Olivenbäume sind bis zu einer kurzzeitigen Temperatur von etwa minus acht Grad winterfest. Wenn ein Olivenbaum aber doch einmal zu viel Frost abbekommen hat, kann man ihn auch in vielen Fällen retten.

Wenn ein erfrorener ausgewachsener Olivenbaum etwa sein gesamtes Blattwerk verloren hat, kann das auch an der geringeren Wassergabe im Winter liegen – und muss kein Todesurteil sein. Der Baum sollte kräftig heruntergeschnitten werden, bis das Holz innen grün und frisch ist. Eine ausreichende Wassergabe ist dann wichtig.

Für einen jüngeren Olivenbaum sollte die Gabe von Pflanzendünger ausreichen, um ihn zum Austrieb neuer Äste und Blätter anzuregen.

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