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Von Kleber bis Wachsmalstift: So können Sie Bastelbasics für Kinder selbst herstellen

  • Kleber, Knete und Co. selbst zu machen hört sich komplizierter an, als es ist.
  • Die meisten Bastelmaterialien lassen sich aus wenigen Zutaten anrühren.
  • In diesem Artikel erfahren Sie, wie man Kleber, Knete, Fingerfarben, Wachsmalstifte und Kreide selbst herstellt.
Helene Kilb
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Am Wochenende oder an Regentagen, wenn die Eltern Zeit finden, um mit dem Nachwuchs zu basteln, kann es durchaus mal chaotisch zugehen: Während das Kleinkind gerade versehentlich ein Töpfchen mit Fingerfarbe umstößt, hat der jüngere Bruder oder die Schwester vielleicht einen Wachsmalstift oder ein Stückchen Knete gefunden und in den Mund gesteckt. Wer mit nachhaltigen Bastelmaterialien arbeitet, kann in solchen Situationen Ruhe bewahren. Denn diese haben den Vorteil, dass sie keinerlei giftige Stoffe enthalten.

Zudem lassen sie sich ohne großen Aufwand selbst herstellen. Statt einen speziellen Bastelladen aufzusuchen oder fehlende Materialien online zu bestellen, genügt dabei meist ein Gang in den nächsten Supermarkt. Und die Umwelt freut sich sicher ebenfalls, wenn kein zusätzlicher Verpackungsmüll anfällt, etwa weil als Aufbewahrung für Kleber, Farben und Knete einfach ein leeres, sauberes Marmeladen- oder Gurkenglas dient. Oder wenn die Kreide in einer Papprolle trocknet.

Bastelkleber selber machen

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Bastelkleber braucht man für viele Projekte. Aus wenigen Zutaten kann er selbst hergestellt werden. © Quelle: Scott Sanker/Unsplash

Oft kommen Flüssigkleber und Klebestifte mit bunter, kindgerechter Optik daher, auf vielen prangt der Hinweis „lösemittelfrei“. Erst im vergangenen Herbst hat das Verbrauchermagazin „Öko-Test“ auf seiner Website Auszüge aus einem umfangreichen Klebertest veröffentlicht. Zwar vermeldete „Öko-Test“ insgesamt ein recht positives Ergebnis. Doch einige der 20 getesteten Produkte enthielten Formaldehyd oder Caprolactam – beides Substanzen, die die Schleimhäute reizen und im Verdacht stehen, Allergien auszulösen.

Für eine ungiftige Alternative eine halbe Tasse Wasser, einen Teelöffel hellen Tafelessig und einen Teelöffel Salz aufkochen. Dann einen Teelöffel Mehl und einen Teelöffel Speisestärke zügig unterrühren, sodass keine Klümpchen entstehen. Wenn die Masse etwa das Aussehen und die Konsistenz von Joghurt hat, den Topf vom Herd nehmen und den Kleber noch heiß in Gläser abfüllen. Der Kleber kann mit den Fingern und mit dem Pinsel aufgetragen werden und hält im Kühlschrank aufbewahrt mehrere Wochen lang.

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Knallige Fingerfarben anrühren

Viele Kinder lieben Fingerfarben, mit denen sie ganz einfach kleine Kunstwerke erschaffen können. © Quelle: Pixabay

Fingerfarben zählen zu den beliebtesten Bastelmaterialien. Gerade bei importierten Produkten kann es aber leider sein, dass sie gesundheitsschädliche Stoffe wie Schwermetalle enthalten. Und auch in Deutschland hergestellte Fingerfarben sind im Normalfall Konservierungsstoffe beigemischt, um die angebrochene Farbe haltbar zu machen. Um zu verhindern, dass Kinder an der Farbe lecken oder sie essen, sind die Farbenhersteller hierzulande zudem verpflichtet, den Farben Bitterstoffe zuzugeben.

Eine garantiert unbedenkliche Alternative ist selbst angerührter Farbstoff: Dafür 100 Milliliter warmes Wasser, vier Esslöffel Mehl und Lebensmittelfarben verrühren und in Gläser füllen. Die Farben gekühlt aufbewahren und innerhalb von ein bis zwei Wochen verbrauchen.

Knete aus Mehl selbst herstellen

Knete muss nicht teuer oder gar mit Schadstoffen belastet sein. Aus wenigen Zutaten lässt sich die formbare Masse selbst anrühren. © Quelle: Unsplash/Julietta Watson
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Weichmacher, künstliche Farb- und Konservierungsstoffe, die gekaufte Knete oft enthält, sind nicht gerade kinderfreundlich. Besser geeignet für kleine Knetfans ist diese Variante: 400 Gramm Mehl, 200 Gramm Salz, zwei Esslöffel Zitronen- oder Weinsteinsäure, 500 Milliliter kochendes Wasser und drei Esslöffel Speiseöl mit den Knethaken eines Handmixers vermengen. Dann auf mehrere Schüsseln aufteilen, je nachdem, wie viele verschiedene Farben die Kneteklumpen später haben sollen. Anschließend einige Esslöffel Lebensmittelfarbe in Gelform zu je einem Kneteklumpen geben und solange einkneten, bis die Masse die gewünschte Farbe hat.

Straßenkreide aus Stärke selber machen

Straßenkreide lässt sich aus wenigen Zutaten selbst herstellen. Kinder malen damit Kunstwerke oder auch einen Fahrrad-Parcours auf die Straße. © Quelle: Pixabay
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Auf dem Gehweg, dem Schulhof oder vor der Garage mit Kreide zu malen gefällt nahezu allen Kindern. Für eine unbedenkliche Kreide braucht man Maisstärke, Wasser und Lebensmittelfarbe. Die Stärke und das Wasser werden mit einem Löffeln in einer Schüssel zu einer geschmeidigen Masse verrührt, in die je nach gewünschter Farbintensität ein paar Tropfen Lebensmittelfarbe kommen. Außerdem gibt man etwas Spülmittel dazu, damit sich die Kreide später auch abwaschen lässt.

Diese Masse füllt man nun in einen Behälter: Dafür eignet sich gut eine halbe Papprolle, etwa von Küchenpapier. Damit die Mischung nicht ausläuft,sollte die Rolle zuvor unten mit Wachspapier zugeklebt werden. Dann stellt man die Rolle aufrecht in ein Gefäß, deckt sie ab, und lässt sie vollständig durchtrocknen. Das kann durchaus einen ganzen Tag dauern. Dann weg mit der Papphülle – und die kleinen Künstler können loslegen.

Wachsmalstifte aus Bienenwachs selbst herstellen

Wer Wachsmalstifte selbst herstellt, weiß, was drin ist. Am besten nutzt man Bienenwachs. Denn es gilt als ökologische Alternative zu Wachsen aus Paraffin. © Quelle: Pixabay

Ein Klassiker für kleine Künstler sind Wachsmalstifte. Für vier bis fünf Stifte braucht man 14 Gramm Bienenwachs, das man etwa bei einem regionalen Imker bekommt, darüber hinaus sechs Gramm Stearin – hier lassen sich gut Reste von einfachen Stearinkerzen verwerten. Beide Wachssorten mischen und in verschiedene Gefäße aufteilen. Dann jedes Gefäß in ein Wasserbad stellen, das Wachs schmelzen lassen, zwei Teelöffel Farbpulver hineingeben und verrühren. Hier eignen sich pulverförmige Lebensmittelfarben oder Gewürze wie Kurkuma-, Spirulina- oder Paprikapulver.

Einige extradicke Papierstrohhalme halbieren, die Hälften aufrecht hinstellen und mit einem Gummi zusammenbinden. In ein Gefäß stellen oder die Unterseite mit Frischhaltefolie verschließen. In jeden Strohhalm erst einige Tropfen der Wachsmischung gießen und erkalten lassen, sodass ein Pfropfen die Unterseite verschließt. Die restliche Wachsmischung einfüllen und alles komplett kalt werden ­lassen.

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